Lucky 63 Wetten: Aufbau, Gesamteinsatz und Schweizer Bewilligung im Überblick

Updated Oktober 2026
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Ein Golfball liegt auf dem Grün nahe beim Loch, dahinter erstrecken sich sanfte Hügel im Nebel.

Eine Lucky 63 ist unter den Full-Cover-Systemen die grösste Variante mit sechs Auswahlen: 63 einzelne Wetten entstehen aus jeder möglichen Kombination, einschliesslich der sechs Einzelwetten. Wer in der Schweiz spielt, kann sie nur bei zwei Veranstaltern platzieren – Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport – und beide setzen eigene Limiten für Systemwetten. Dieser Text legt den Aufbau offen, zieht den Vergleich zur Heinz-Wette, rechnet den Gesamteinsatz vor und nennt die Einsatz- und Höchstgewinnregeln, die in der Schweiz gelten.

Eine Lucky 63 ist eine Systemwette auf 6 Auswahlen mit insgesamt 63 einzelnen Wetten.

Stand der Daten: Oktober 18, 2026. Geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos Sporttip (Version 4.2) sowie das Règlement Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024).

Rechtslage in der Schweiz: zwei Veranstalter, klare Bewilligung

In der Schweiz dürfen Sportwetten nur zwei interkantonale Veranstalter anbieten. Die Grundlage bildet das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist und Sportwetten als Grossspiel einordnet. Aufsichtsbehörde ist die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) mit Sitz in Bern, nicht die ESBK, die nur Spielbanken überwacht. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: der Veranstalterbewilligung und der Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Eine Steinbrücke spannt sich in der Dämmerung über einen Fluss, auf dem Wasser liegt leichter Nebel.
Bei Sporttip beträgt der Höchsteinsatz für eine Systemwette CHF 10'000, für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000.

Die Kantone haben den Kreis der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos – die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel – veranstaltet Sporttip. Die Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) veranstaltet Jouez Sport. Beide stützen sich auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten stehen auf einer geschlossenen Liste der Gespa (Version 10.09.2026); was dort nicht erscheint, darf nicht angeboten werden.

Die Vertragsgebiete sind klar getrennt. Swisslos bedient die Deutschschweiz, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein – insgesamt 21 Kantone und das Fürstentum. Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer ein Online-Konto eröffnen will, muss Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters haben, volljährig sein und sich mit Ausweis registrieren.

Für ausländische Anbieter gilt: Eine Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat – bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die Gespa führt eine Sperrliste blockierter ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre umsetzen (Art. 86–93 BGS). Wer dort spielt, hat keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister und keinen Schweizer Rechtsweg.

Spielerschutz: Limiten, Spielsperre und Minderjährigenschutz

Wer bei Sporttip oder Jouez Sport mitspielen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein. Minderjährige sind von der Online-Teilnahme ausgeschlossen, und Swisslos prüft die Identität beim Hochladen des Ausweises gegen Adressdatenbanken. Eine Person darf sich nur einmal registrieren. Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Ein Snowboard steckt aufrecht im Schnee am Rand einer Piste, dahinter spannt sich klarer Himmel über verschneiten Gipfeln.
Die Lucky 63 entspricht einer Heinz-Wette (6 Auswahlen, 57 Wetten) zuzüglich der 6 Einzelwetten.

Die Limiten setzt der Spielende selbst, nicht der Staat. Das Gesetz verlangt vom Veranstalter, dass er tägliche, wöchentliche oder monatliche Höchstwerte für Einsatz oder Verlust verlangt (Art. 87 VGS). Bei Sporttip gilt vor der ersten Teilnahme eine Verlustlimite für 1, 7 und 30 Tage – die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung tritt sofort in Kraft, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Die Gespa schreibt keine bestimmte Frist für die Erhöhung vor; Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an.

Die Spielsperre ist das wichtigste Schutzinstrument. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne Möglichkeit der Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbstgewählte Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS); die Aufhebung erfolgt mit Unterstützung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).

Die Gespa hat 2025 in Testkäufen an Verkaufsstellen geprüft, wie zuverlässig der Jugendschutz umgesetzt wird: In 47,5 % von 200 Fällen wurde an Minderjährige verkauft. Das ist kein Grund, die Online-Sperre zu ignorieren – sie ist verlässlicher als der Verkauf am Schalter – aber es zeigt, dass der Schutz an Verkaufsstellen Lücken hat.

Wettmärkte und Systemwetten: was eine Lucky 63 zur Lucky 63 macht

Eine Lucky 63 ist eine Full-Cover-Wette mit sechs Auswahlen, bei der die Einzelwetten eingeschlossen sind. Der Begriff «Full Cover» bedeutet, dass jede mögliche Kombination der Auswahlen abgedeckt wird – von der Einzelwette bis zur Sechsfachwette. Die Aufteilung nach Stufen folgt einem festen Schema: 6 Einzelwetten, 15 Doppelwetten, 20 Dreierwetten, 15 Vierfachwetten, 6 Fünffachwetten und 1 Sechsfachwette. Das ergibt 63 einzelne Wetten.

Eine einzige richtige Auswahl genügt, damit ein Ertrag entsteht – anders als bei einer reinen Mehrfachwette, die alle Tipps verlangt. Der Ertrag aus einer Einzelwette ist allerdings selten genug, um den Gesamteinsatz zu decken. Bei einem Einsatz von CHF 1 pro Linie und einer Quote von 2.50 auf der richtigen Auswahl bringt die Einzelwette CHF 2.50, während die 62 anderen Wetten leer ausgehen. Der Gesamteinsatz liegt bei CHF 63, und selbst ein Treffer mit Quote 10.00 auf einer Einzelwette (CHF 10.00) deckt nur einen Bruchteil.

Die Heinz-Wette enthält dieselben Mehrfachwetten – 15 Doppel-, 20 Dreier-, 15 Vierfach-, 6 Fünffach- und 1 Sechsfachwette –, aber ohne die sechs Einzelwetten. Eine Heinz besteht also aus 57 Wetten, eine Lucky 63 aus 63 Wetten. Die Differenz sind genau die sechs Einzelwetten. Wer bei einer Lucky 63 auch nur eine Auswahl mit hoher Quote trifft, kann den Verlust der anderen Linien teilweise ausgleichen; bei einer Heinz fehlt diese Sicherheitslinie. Dafür kostet die Heinz weniger Einsatz: Bei CHF 1 pro Linie sind es CHF 57 statt CHF 63.

Das Einsatzvolumen ist der Preis der Systemabdeckung. Bei einem Einsatz von CHF 1 pro Linie kostet eine Lucky 63 CHF 63. Bei CHF 2 pro Linie sind es CHF 126. Wer nur 50 Rappen pro Linie setzt, zahlt CHF 31.50 – aber auch der Ertrag jeder richtigen Linie fällt dann halb so gross aus. Die Multiplikatoren der Quoten wirken erst, wenn mehrere Auswahlen gleichzeitig treffen: Die Quote einer Dreierwette ist das Produkt der drei Einzelquoten.

Beispielrechnung: Gesamteinsatz und Ertrag bei illustrativen Quoten

Die folgende Rechnung verwendet keine Quoten aus einem aktuellen Wettprogramm; sie zeigt nur, wie sich der Gesamteinsatz zusammensetzt und welcher Ertrag bei einem vollständigen Treffer aller sechs Auswahlen entsteht. Angenommene Quoten: 1.50, 2.00, 2.50, 1.80, 2.20 und 3.00. Einsatz pro Linie: CHF 1.

Der Gesamteinsatz beträgt 63 Linien × CHF 1 = CHF 63. Treffen alle sechs Auswahlen, wird auf jeder der 63 Linien ausgezahlt. Die Gesamtquote der Sechsfachwette ist das Produkt der sechs Einzelquoten: 1.50 × 2.00 × 2.50 × 1.80 × 2.20 × 3.00 = 35.64. Der Ertrag der Sechsfachwette allein beträgt CHF 35.64. Hinzu kommen die Erträge aller anderen Stufen, deren Gesamtquoten jeweils das Produkt der beteiligten Einzelquoten sind. Die Summe aller 63 Erträge liegt bei rund CHF 212 – gegenüber einem Gesamteinsatz von CHF 63.

Das ist der Ertrag im günstigsten Fall. Bei fünf richtigen Auswahlen entfallen die Sechsfachwette und alle Fünffachwetten, die diese Auswahl enthalten; die übrigen Linien zahlen je nach beteiligter Quote. Bei drei richtigen Auswahlen bleiben nur die Einzel-, Doppel- und Dreierwetten aktiv, die diese drei Auswahlen enthalten. Je weniger Auswahlen treffen, desto stärker schrumpft die Auszahlung – und desto näher rückt die Möglichkeit, dass der Gesamteinsatz nicht gedeckt wird.

Gesamteinsatz nach Einsatz pro Linie

Einsatz pro Linie Gesamteinsatz (63 Linien)
CHF 0.50 CHF 31.50
CHF 1.00 CHF 63.00
CHF 2.00 CHF 126.00
CHF 5.00 CHF 315.00

Bei CHF 1 pro Linie zahlt eine Wettende 63 Franken für die Chance auf einen Ertrag, der nur dann den Einsatz übersteigt, wenn mehrere Auswahlen gleichzeitig treffen. Wer mit kleinerem Budget spielt, sollte den Linieneinsatz so wählen, dass der Gesamteinsatz zum Verlustlimit passt – nicht umgekehrt.

Systemwetten bei den Schweizer Veranstaltern: was Sporttip und Jouez Sport anbieten

Beide Schweizer Veranstalter nehmen Systemwetten an, aber mit unterschiedlichen Limiten und Regeln.

Einordnung der Schweizer Veranstalter im Vergleich

Anbieter Bewilligung Veranstalter Vertragsgebiet
Swisslos Sporttip Schweizer Bewilligung (BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein
Loterie Romande Jouez Sport Schweizer Bewilligung (BGS) Loterie Romande, Lausanne Westschweiz (FR, GE, JU, NE, VD, VS)
Unibet ohne Schweizer Bewilligung – –
Playzilla ohne Schweizer Bewilligung – –
BetAlright ohne Schweizer Bewilligung – –
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung – –
Wettigo ohne Schweizer Bewilligung – –
WirWetten ohne Schweizer Bewilligung – –
DirectionBet ohne Schweizer Bewilligung – –
HornetBet ohne Schweizer Bewilligung – –

Die oberen zwei Reihen sind die einzigen Anbieter mit Schweizer Bewilligung. Die übrigen acht Marken sind ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung; eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS), und das Spielen dort findet ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens statt. Wer dort spielt, hat keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister und keinen Schweizer Rechtsweg.

Swisslos Sporttip: Systemwetten bis CHF 10’000, Kombiboost online

Sporttip lässt Systemwetten mit bis zu CHF 10’000 Einsatz pro Wettschein zu, Einzel- und Kombinationswetten bis CHF 1’000. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Gewinn berechnet sich aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote) und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Cash-Out ist nur online verfügbar und nur als vollständiges Cash-Out – Teilauszahlungen sind nicht möglich. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche Gewinn bei normalem Ausgang, hängt vom Spielstand ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Wird Cash-Out ausgeführt, lässt es sich nicht rückgängig machen.

Der Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50 pro Auswahl. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Quotenboosts und Profitboosts sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, ebenfalls in Einsatz und Erhöhung limitiert, und verfallen bei einem Cash-Out.

Bei Live-Wetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und Swisslos kann in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung dürfen nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden; nimmt Swisslos eine solche Kombination ohne Bet-Builder an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00.

Loterie Romande Jouez Sport: Multiples bis CHF 7’500, Höchstgewinn CHF 1’000’000

Jouez Sport setzt den Mindesteinsatz online auf CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2). Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten – das ist deutlich weniger als die CHF 10’000 bei Sporttip. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss zwischen 1.10 und 100’000 liegen.

Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Lucky 63 mit sechs Auswahlen enthält 63 Linien; Jouez Sport erlaubt bis zu 10 Auswahlen in einer Kombiwette, also wäre die nächstgrössere Variante (Lucky 127) ebenfalls zulässig. Die Gesamtquote eines Multiples wird nicht separat gekappt, aber die Obergrenze von 100’000 pro Einzel- oder Gesamtquote schränkt sehr hohe Produkte ein. Im Règlement nicht erwähnt ist ein Bonusprogramm analog zum Kombiboost – das Angebot an Boosts ist bei Sporttip also umfangreicher als bei Jouez Sport.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Unibet, Playzilla, BetAlright, X3Bet, Wettigo, WirWetten, DirectionBet und HornetBet sind ausländische Marken, die in der Schweiz keine Bewilligung haben. Eine Lizenz aus einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS); das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat nach Art. 130 BGS. Diese Anbieter sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, und es besteht kein Schweizer Rechtsweg bei Streitigkeiten. Die Gespa kann ihre Domains auf die Sperrliste setzen, was Schweizer Internetanbieter per DNS-Sperre umsetzen. Spielerinnen und Spieler in der Schweiz machen sich nicht strafbar, aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter beschlagnahmt werden, und es gibt keinen Schutz durch die Schweizer Aufsicht. Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen je nach Kanton einer anderen Steuerpraxis als Gewinne aus Schweizer Veranstaltern.

Wer mit Verlusten kämpft und einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung nutzt, hat keine Möglichkeit, sich an die Gespa oder an das Schweizer Ausschlussregister zu wenden. Das ist der konkrete Preis einer ausländischen Marke, der über die Werbeversprechen hinausgeht.

Kosten im Detail: was eine Lucky 63 den Spielenden wirklich abverlangt

Der Gesamteinsatz ist nur die halbe Miete. Jede einzelne Quote enthält eine Marge des Veranstalters – den Anteil, den der Buchmacher pro Einheit Einsatz einstreicht, bevor an die Spielenden ausgeschüttet wird. Der Auszahlungsquote (Quotenschlüssel) ist 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle Ausgänge eines Marktes; die Marge ist 1 minus diesen Wert. Bei einer typischen Fussball-1X2-Quote mit Auszahlungsquote 95 % beträgt die Marge 5 %. Bei den Schweizer Veranstaltern ist die Marge nicht pauschal festgelegt, sondern variiert je nach Wettmarkt und Sportereignis. Es gibt keinen einheitlichen Wert, da die Quotenschlüssel – und damit die Margen – marktabhängig angepasst werden. Wer die Marge eines spezifischen Marktes prüfen will, kann dies über die verfügbaren Wettquoten selbst nachvollziehen.

Die Marge wirkt auf jede der 63 Linien separat. Bei einer durchschnittlichen Marge von 5 % auf jedem Markt verliert die Spielende langfristig etwa 5 % des eingesetzten Betrags – das gilt auch für die Mehrfachwetten, deren Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist und deren implizite Marge entsprechend höher liegt. Eine Lucky 63 ist darum kein Werkzeug für ein «System mit kleiner Marge»: Sie ist 63 Wetten mit je eigener Marge.

Die Mindestquotenregel von Jouez Sport (mindestens 1.10 pro Einzelwette oder Gesamtquote) filtert Wetten mit sehr niedriger Quote aus, die ohnehin einen hohen impliziten Margin-Anteil tragen. Bei Sporttip verlangt der Kombiboost mindestens 1.50 pro Voraussage. Wer den Kombiboost nutzt, wettet also auf Auswahlen mit höherer Quote – und nimmt gleichzeitig einen höheren Verlustfaktor pro Linie in Kauf.

Wer eine Lucky 63 mit einem Wochenbudget von CHF 50 spielen will, kommt mit 50 Rappen pro Linie aus (Gesamteinsatz CHF 31.50). Wer CHF 100 pro Woche investiert, kann CHF 1 pro Linie setzen (Gesamteinsatz CHF 63). Wer mehr setzt, überschreitet schnell die Verlustlimite – und sollte die Limite vorher anpassen, nicht nachschieben.

Überblick: Kernpunkte zur Lucky 63

Die Lucky 63 bündelt 63 einzelne Wetten auf sechs Auswahlen – 6 Einzel-, 15 Doppel-, 20 Dreier-, 15 Vierfach-, 6 Fünffach- und 1 Sechsfachwette. Eine einzige richtige Auswahl reicht für einen Ertrag, aber der Gesamteinsatz liegt bei jedem Linienpreis fest: 63 × Linieneinsatz. Der Vergleich zur Heinz-Wette ist einfach: Eine Heinz hat dieselben Mehrfachwetten ohne die sechs Einzelwetten – 57 Linien statt 63. Wer eine echte «Sicherheitsleine» aus den Einzelwetten will, wählt die Lucky 63; wer nur die Mehrfachgewinne sucht, spart mit der Heinz sechs Linien Einsatz.

In der Schweiz führen zwei Wege zu einer Systemwette: Swisslos Sporttip mit Systemwetten bis CHF 10’000 und Mindesteinsatz CHF 1, Loterie Romande Jouez Sport mit Multiples bis CHF 7’500 und Mindesteinsatz CHF 2 online. Beide verlangen Wohnsitz im eigenen Vertragsgebiet, Volljährigkeit und verifizierte Identität. Ausländische Anbieter werben mit höheren Quoten und grosszügigeren Systemen, haben aber keine Schweizer Bewilligung und keinen Schweizer Rechtsweg. Die Gespa kann ihre Domains blockieren.

Das Budget entscheidet, ob eine Lucky 63 sinnvoll ist. Bei CHF 1 pro Linie kostet das System CHF 63, und selbst ein Volltreffer bringt nicht garantiert ein Vielfaches davon, weil die Quoten abhängig von der Marge sind. Wer mit kleinerem Budget spielt, sollte die Heinz-Variante (57 Linien) in Betracht ziehen oder die Anzahl Auswahlen reduzieren. Die Faustregel: Der Gesamteinsatz einer Systemwette darf nie höher sein als der Betrag, dessen Verlust verschmerzt wird – und dieser Betrag gehört vor der ersten Wette in die Verlustlimite.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Lucky 63 Wette?

Eine Lucky 63 ist eine Full-Cover-Systemwette auf sechs Auswahlen, die insgesamt 63 einzelne Wetten erzeugt: 6 Einzelwetten, 15 Doppelwetten, 20 Dreierwetten, 15 Vierfachwetten, 6 Fünffachwetten und 1 Sechsfachwette. Sie unterscheidet sich von einer normalen Kombiwette, die nur eine Linie mit allen Auswahlen kombiniert, durch die systematische Abdeckung aller möglichen Teilmengen.

Aus wie vielen Einzelwetten besteht eine Lucky 63, und wie sind sie nach Stufen aufgeteilt?

Eine Lucky 63 besteht aus 63 Einzelwetten, verteilt auf sechs Stufen: 6 Einzelwetten (eine pro Auswahl), 15 Doppelwetten (je 2 Auswahlen), 20 Dreierwetten (je 3 Auswahlen), 15 Vierfachwetten (je 4 Auswahlen), 6 Fünffachwetten (je 5 Auswahlen) und 1 Sechsfachwette (alle 6 Auswahlen). Die Aufteilung folgt dem Binomialkoeffizienten: C(6,1)=6, C(6,2)=15, C(6,3)=20, C(6,4)=15, C(6,5)=6, C(6,6)=1.

Wie verhält sich die Lucky 63 zur Heinz-Wette?

Die Heinz-Wette enthält dieselben Mehrfachwetten wie die Lucky 63 – 15 Doppel-, 20 Dreier-, 15 Vierfach-, 6 Fünffach- und 1 Sechsfachwette –, aber ohne die 6 Einzelwetten. Sie besteht damit aus 57 Wetten statt 63. Eine Heinz ist günstiger im Gesamteinsatz, bietet aber keine Auszahlung auf Einzelwetten, wenn nur eine Auswahl trifft.

Reicht eine einzige richtige Auswahl für einen Ertrag, und deckt dieser den Gesamteinsatz?

Ja, eine einzige richtige Auswahl reicht für einen Ertrag, weil die Lucky 63 Einzelwetten enthält. Die Auszahlung dieser einen Einzelwette hängt von der Quote ab: Bei einer Quote von 2.50 und einem Einsatz von CHF 1 pro Linie beträgt der Ertrag CHF 2.50 – weit unter dem Gesamteinsatz von CHF 63. Den Gesamteinsatz deckt erst ein Treffer auf mehreren Linien gleichzeitig, typischerweise ab einer Dreier- oder Vierfachwette mit höheren Quoten.

Wie hoch darf der Einsatz auf einem Wettschein bei Jouez Sport insgesamt sein?

Bei Jouez Sport darf ein Wettschein mit Multiples insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, der Mindesteinsatz online bei CHF 2. Eine Lucky 63 mit sechs Auswahlen fällt unter die Definition eines Multiples und unterliegt damit der CHF-7’500-Grenze. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000.

Wie werden Gewinne aus Sporttip oder Jouez Sport in der Schweiz besteuert?

Gewinne aus Schweizer Sportwetten sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Der Bund setzt den Freibetrag seit 1.1.2026 auf CHF 1’071’000 an. Oberhalb dieses Betrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich; ohne Kenntnis des Wohnsitzkantons lässt sich kein einzelner Betrag nennen, daher gilt: «je nach Kanton». Die meisten Spielenden gewinnen weit unter dem Freibetrag und zahlen weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer auf ihre Wettgewinne. Gewinne aus ausländischen Anbietern ohne Schweizer Bewilligung können je nach Kanton – insbesondere im Thurgau – anders behandelt werden und unter Umständen vollumfänglich steuerpflichtig sein.

Inhalt erstellt vom Team «fussballwettenportal»