Kostenlose Wettprognosen 2026: So entstehen sie, so viel sind sie wert
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Eine Prognose ist eine Wahrscheinlichkeitsschätzung. Sie liegt richtig um oft, aber sie liegt daneben um oft genug, dass der Preis den Ausschlag gibt, nicht die bloss Vorhersage. Wer das verwechselt, setzt auf den Tipp, nicht auf den Wert, und die Marge des Markts erledigt den Rest. Diese Seite bietet Einblicke, wie eine Prognose aus Form, Statistik und Quote gebaut wird, warum auch die beste Zusammenstellung keine Garantie für einen Erfolg ist, welche Schweizer Regeln gelten und welche Anbieter in der Schweiz überhaupt eine Bewilligung haben.
Stand der Daten: Oktober 18, 2026 – geprüft gegen die Gespa-Veröffentlichungen und die Spielregeln der zwei bewilligten Veranstalter (Stand 2025/2026).
Die Rechtslage in der Schweiz: Prognose frei, Wette nur bei zwei Veranstaltern
Eine Prognose lesen ist in der Schweiz frei. Eine Wette auf sie ist es nicht. Wer in der Schweiz legal auf Sportereignisse setzen will, landet beim Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019), das Sportwetten als Grossspiel einordnet (Art. 3 lit. c und e) und der Aufsichtsbehörde Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) unterstellt – nicht der ESBK, die nur Spielbanken beaufsichtigt.

Das Gesetz kappt die Zahl der Veranstalter. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS), sie gilt nur hier (Art. 4 BGS), und der Kreis ist auf zwei Anbieter begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Eine dritte Schweizer Sportwettenmarke ist im Gesetz nicht vorgesehen; eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher existiert nicht, weil es keine weiteren gibt. Was die Gespa veröffentlicht, ist die Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomprovider per Sperre aus dem Netz nehmen (Art. 86–93 BGS; Ende 2025 standen 671 Domains darauf).
Die zwei Veranstalter teilen die Schweiz unter sich auf. Swisslos deckt die Deutschschweiz ab – die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH – sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto bei Sporttip geht nur mit Wohnsitz im Swisslos-Gebiet, eines bei Jouez Sport nur mit Wohnsitz in der Romandie. Wer an der Sprachgrenze wohnt, muss sich für den Anbieter der eigenen Region entscheiden.
Was gewettet werden darf, steht auf einer geschlossenen Liste. Die Gespa führt eine Liste bewilligter Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Fassung 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS). Was dort nicht steht, ist nicht erlaubt – Eckball- und Kartenmärkte etwa fehlen, eine eigene Esports-Sektion fehlt, Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe stehen nur, wenn sie gelistet sind, und Rangwetten nur, wenn das Ranking über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind tabu. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Werbung für nicht bewilligte Glücksspiele in der Schweiz ist eine Widerhandlung (Art. 74 Abs. 3 BGS) und kann mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet werden (Art. 131 BGS). Das ist der Grund, warum diese Seite Offshore-Marken nennt, aber nicht bewirbt und keinen Promo-Code abdruckt: sie zu beschreiben ist redlich, sie zu empfehlen ist im Schweizer Rechtstatbestand ein Vergehen.
Was eine ausländische Bewilligung in der Schweiz bedeutet: nichts
Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat in der Schweiz keine Wirkung. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten anbietet, macht sich strafbar – bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spieler wird nicht bestraft, aber sein Einsatz und sein Gewinn können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und ein Schutz durch die Schweizer Sperrregister oder eine Schweizer Aufsicht existiert nicht. Wer dort spielt, spielt ausserhalb der Schweizer Aufsicht, mit ausländischem Recht und ohne die hiesigen Schutzmechanismen.

Verantwortung beim Wetten: was eine Prognose nicht ersetzt
Eine Prognose senkt das Risiko nicht. Sie verschiebt die Wahrscheinlichkeit leicht, sie nimmt es nicht weg. Verlässlich schützen nur selbst gesetzte Grenzen, ein festes Budget und die Spielsperre.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme verlangt Swisslos drei Verlustlimiten – für 1, 7 und 30 Tage. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30-Tage-Fenster möglich. Swisslos kann die Höhe der eigenen Limite jederzeit anpassen, sie darf aber den Maximalwert nicht überschreiten.
Wer sich vom Spielen ausschliessen will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbstgewählte Pause bis sechs Monate muss jeder Veranstalter anbieten (Art. 89 VGS); eine Aufhebung der freiwilligen Sperre ist nach drei Monaten möglich (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).
Testkäufe der Gespa 2025 an Verkaufsstellen: bei 200 Versuchen wurde in 47.5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Das ist kein Argument gegen die Online-Registrierung mit Ausweis und Adressprüfung, sondern ein Argument, sich nicht auf den Schutz an der Verkaufsstelle zu verlassen.
Steuerliche Seite: unter dem Freibetrag fällt nichts an
Wettgewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag beträgt ab dem 1.1.2026 CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich, daher die Formulierung «je nach Kanton». Über der Schwelle zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Für die allermeisten Spielenden ist das irrelevant: ein typischer Gewinn liegt weit darunter, und es fällt weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer an. Eine Wettsteuer auf den Einsatz kennt das Schweizer Recht nicht. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer; die kantonale Praxis im Thurgau behandelt sie als voll steuerbares Einkommen unabhängig vom Betrag. Nur allgemeine Information, im Zweifel fragt man den Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Wie eine Wettprognose entsteht – und warum sie trotzdem kein Tipp ist
Eine seriöse Prognose ist ein Zusammensetzen aus wenigen Bausteinen: aktuelle Form, Heimvorteil, Verletzungen, Head-to-Head, Tabellenkontext, und am Ende der Preis, den der Markt dafür zahlt. Form heislt nicht «die letzten drei Spiele gewonnen», sondern ob die Leistung gegen vergleichbare Gegner gestimmt hat; Heimvorteil ist im Fussball real, im Basketball kleiner als viele denken und im Tennis nahezu inexistent; Verletzungen verschieben Linien, die Statistik vorher nicht gesehen hat. Eine Prognose ist umso nützlicher, je klarer die Information ist, die der Markt noch nicht eingepreist hat – ein verletzter Schlüsselspieler, dessen Ausfall erst seit Stunden bekannt ist, verändert mehr als die Ewige Tabelle.
Der entscheidende Schritt kommt danach. Eine Vorhersage wird erst dann zu einer Wette, wenn die eigene Wahrscheinlichkeit über der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote liegt. Bei einer Quote von 2.10 steckt in jeder Seite eine Marge; was am Ende übrig bleibt, ist die Auszahlungsquote – der Anteil aller Einsätze, den der Markt über alle Ausgänge zurückzahlt. Liegt die eigene Schätzung darüber, hat die Wette einen Wert. Liegt sie darunter, ist der Preis zu niedrig, und die bessere Prognose verliert trotzdem auf Dauer Geld.
Eine kostenlose Prognose ist deswegen keine Garantie für einen Gewinn. Sie ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage eines Menschen oder eines Modells, mit denselben Verzerrungen wie jede andere: Überreaktion auf den letzten Spieltag, Unterschätzung der Regression zur Mitte, ein Heimvorteil, der in den Quoten schon enthalten ist. Wer jede Prognose nachspielt, übernimmt deren Fehler. Wer ihre Trefferquote prüft, sieht den Wert oder dessen Fehlen.
Wann ein Preis einen echten Wert hat – und wann nicht
Eine Quote enthält eine implizite Wahrscheinlichkeit: 1/Quote, ohne Marge gedacht. Eine 2.00 spiegelt 50 %, eine 3.00 spiegelt 33 %. Mit Marge ist die echte Wahrscheinlichkeit höher, weil der Buchmacher auf jeder Seite einen Schnitt nimmt. Ein Preis hat Wert, wenn die eigene Schätzung über der implizierten Wahrscheinlichkeit liegt – und wenn sie das über viele Wetten hinweg tut, schlägt sich das in einer positiven Bilanz nieder. Wenn nicht, hat die Quote den Wert schon eingepreist, und die eigene Schätzung macht den Verlust nur systematischer.
Wann ein Preis keinen Wert hat, ist die häufigere Frage. Wenn die Quote sich seit Bekanntwerden der Aufstellung nicht bewegt hat, hat der Markt die Nachricht schon verarbeitet. Wenn die einzige Information hinter der Wette öffentlich ist und in jedem grossen Medium steht, ist sie im Preis. Wenn das Modell in der Vergangenheit auf demselben Markt nicht besser war als der Buchmacher, ist der vermeintliche Wert ein Irrtum der eigenen Erinnerung.
Wie die Marge des Anbieters die Prognose auffrisst
Die Marge sitzt in jeder Quote, und sie ist der Grund, warum dieselbe Prognose bei verschiedenen Anbietern unterschiedlich viel wert ist. Für einen fairen Markt mit zwei Ausgängen und Quoten 1.90 / 1.90 sieht die Rechnung so aus: 1 / (1/1.90 + 1/1.90) = 1 / (0.5263 + 0.5263) = 1 / 1.0526 = 0.95. Die Auszahlungsquote beträgt 95 %, die Marge 5 %. Das ist die Spanne, die bei jedem Franken Einsatz im Schnitt beim Anbieter bleibt, egal wer gewinnt. Bei 1.85 / 1.85 sinkt die Auszahlungsquote auf 92.5 %, die Marge steigt auf 7.5 %. Bei 1.95 / 1.95 sind es 95.9 % Auszahlung und 4.1 % Marge.
Übersetzt heisst das: Eine faire Prognose mit 50 % Wahrscheinlichkeit braucht eine Quote über 2.00, um auf Dauer Geld einzubringen. Bei einer Quote von 1.90 verliert sie systematisch, weil der Markt 5 % mitnimmt. Bei einer Quote von 2.10 gewinnt sie 5 %, weil der Markt weniger nimmt, als er nimmt. Die Differenz ist die Marge, und die Marge entscheidet, ob eine Prognose Geld verdient oder Geld kostet – nicht die Frage, ob das Team gewinnt.
Die Marge bewegt sich je nach Markt. Die Hauptmärkte (1X2, asiatisches Handicap, Über/Unter 2.5) liegen bei grossen Anbietern zwischen 2 % und 6 % Marge; Nischenmärkte (Torschützen, Spielerstatistiken, exakte Ergebnisse) liegen darüber, oft zwischen 8 % und 12 %. Wer eine Prognose verfolgt, sollte den Markt wählen, in dem die eigene Information den grössten Vorteil gegenüber dem Buchmacher hat – und das ist in der Regel nicht der exakte Ergebnis-Markt, sondern die Hauptlinie.
Prognosen für Turniere vs. Ligaspiele
Prognosen für ein Turnier wie eine Welt- oder Europameisterschaft sind unzuverlässiger als für Ligaspiele. Ein Turnier besteht aus wenigen Spielen pro Mannschaft, mit häufigem Wechsel des Heimrechts, hoher Konzentration der Verletzungsrisiken und einem K.o.-Modus, in dem ein einziger Tag über alles urteilt. Die Regression zur Mitte arbeitet, aber sie hat weniger Stichproben, an denen sie arbeiten kann.
Wer für ein Turnier prognostiziert, muss drei Dinge anders gewichten: das Turnier hat eine eigene Logik (Gruppenphase vor K.o., Konsolidierung in der Vorrunde, Risiko in den ersten K.o.-Spielen), die Mannschaften sind nicht gleich aufgestellt wie in der Liga (Schlüsselspieler sind verletzt, im Verein benachteiligt, auf Vereinsebene heissgelaufen), und der Heimvorteil ist ungleich verteilt. Eine Prognose, die für die Liga stimmt, kann für das Turnier falsch sein. Wer für beide spielt, sollte nicht dieselben Wetten abschliessen.
Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 wurde bereits ausgetragen (11. Juni bis 19. Juli 2026). Eine Europameisterschaft in 2026 gibt es nicht; die nächste Europameisterschaft ist 2028. Wer die 2026er-Prognosen für die kommende Saison sucht, sollte sich bewusst sein, dass die grosse Turnierlage vorbei ist und die kommenden Monate Ligafussball, nationale Pokale und Qualifikationsspiele sind.
Was eine Prognosequelle leisten muss, damit sie mehr ist als ein Tipp
Eine Prognose ist so gut wie ihre Trefferquote über lange Strecken. Eine einzelne richtige Vorhersage beweist nichts; eine Serie über fünfzig korrekt eingeschätzte Spiele zeigt, ob die Methode trägt.
Eine Prognosequelle sollte fünf Dinge offenlegen: die Stichprobe, an der die Trefferquote gemessen wird (Anzahl Wetten, Zeitraum, Sportart), die Methode, mit der sie Ausgänge schätzt (Form, Statistik, Modell), die Auswahl der Spiele (alle oder nur die, die ins Schema passen), die Quote zum Zeitpunkt der Prognose (vor oder nach Veröffentlichung), und die Auszahlungsquote, mit der die Trefferquote bewertet wird (mit oder ohne Marge, einzelne Wetten oder Kombinationen). Was sie nicht offenlegt, sollte der Leser nicht akzeptieren.
Methodische Transparenz ist wichtiger als eine hohe Trefferquote. Eine Methode, die nur die Spiele zeigt, die sie richtig hatte, hat 100 % Trefferquote auf dem, was sie zeigt – und 0 % Aussagekraft. Eine Methode, die alle Spiele zeigt und erklärt, warum sie daneben lag, hat weniger Glanz und mehr Wert.
Vergessene Tippgeber, vergessene Treffer
Prognosen, die nicht nachvollziehbar dokumentiert sind, lassen sich nicht bewerten. Wer eine Quelle prüft, sollte fragen: Wie viele Wetten sind dokumentiert? Über welchen Zeitraum? Welche Sportart, welcher Markt? Wie war die durchschnittliche Auszahlungsquote? Wie war die Trefferquote im Verhältnis zur implizierten Wahrscheinlichkeit? Eine Antwort auf eine dieser Fragen ist kein Ersatz für eine Antwort auf alle.
Tippgeber, die ihre Zahlen offenlegen, sind die Ausnahme, nicht die Regel. Die meisten Plattformen veröffentlichen nur die Highlights; viele veröffentlichen gar nichts. Wer für eine Quelle spielt, spielt gegen deren Auswahl – eine Auswahl, die nicht überprüfbar ist.
Die zwei bewilligten Anbieter im Vergleich
In der Schweiz dürfen nur zwei Anbieter Sportwetten anbieten. Beide haben eine Schweizer Bewilligung als Grossspiel-Veranstalter (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem BGS, SR 935.51), die Aufsicht führt die Gespa. Alles, was in der Schweiz ohne diese beiden verkauft wird, ist nicht bewilligt – gleich, welche ausländische Lizenz die Seite vorzeigt. Wer in der Schweiz spielt, hat zwei Optionen: die zwei bewilligten Anbieter mit dem vollen Schutz der Schweizer Aufsicht, oder ausländische Anbieter ohne Schweizer Schutz, mit ausländischem Recht und ohne Schweizer Sperrregister. Die folgende Übersicht zeigt die bewilligten Anbieter und ihre wesentlichen Angaben.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja – Veranstalter- und Spielbewilligung unter dem BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja – Veranstalter- und Spielbewilligung unter dem BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne |
Die zwei bewilligten Anbieter stehen hier nicht, weil sie besser oder schlechter sind als ausländische Marken, sondern weil sie die einzigen sind, die in der Schweiz überhaupt eine Wette annehmen dürfen. Der Vergleich ihrer Angebote ist im engen Rahmen dessen, was die Gespa erlaubt, weniger ergiebig als zwischen zwei unabhängigen Buchmachern – beide müssen sich an dieselbe Liste von Sportarten und Wettarten halten, beide müssen die Schweizer Spielerschutzregeln anwenden. Was sie unterscheidet, ist das regionale Angebot, die Spielmechaniken und die spezifischen Auszahlungs- und Gewinnlimits.
Swisslos Sporttip
Swisslos ist die Interkantonale Landeslotterie der Deutschschweiz und des Tessins mit Sitz in Basel und betreibt unter dem Produktnamen Sporttip das gesamte Sportwettenangebot. Das Angebot steht nur Personen mit Wohnsitz im Swisslos-Vertragsgebiet offen – dem Gebiet der 19 Deutschschweizer Kantone, dem Kanton Tessin und dem Fürstentum Liechtenstein. Wer in der Romandie wohnt, kann hier kein Konto eröffnen.
Die Spielmechanik ist auf das Online-Angebot ausgerichtet. Wetten lassen sich online über Swisslos.ch oder die Sporttip App (iOS und Android) abgeben; in der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code an einer Sporttip-Verkaufsstelle gespielt werden. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1 pro Einzel- oder Kombinationswette, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut, Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Spielguthaben lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein aufladen (Mindestbetrag CHF 20), in 30 Tagen höchstens CHF 10’000, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt.
Für die Prognose relevant sind drei Mechaniken: das Cash-Out, der Kombiboost und die Sonderquoten. Cash-Out ist nur online verfügbar, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, und nur für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten vor Spielbeginn und live – eine Garantie für jeden Markt gibt Swisslos nicht, und der Cash-Out-Betrag fällt typischerweise tiefer aus als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 und stockt den Nettogewinn auf 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen – Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert, ein Cash-Out lässt den Boost verfallen. Profitboosts und Quoteboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage und sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, mit eigener Limitierung. Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.
Der Gewinn berechnet sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote – dem Produkt der Einzelquoten. Der Gewinnbetrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Wetten stehen nur Personen ab 18 Jahren offen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.
Loterie Romande Jouez Sport
Loterie Romande betreibt die Sportwetten der Romandie unter dem Produktnamen Jouez Sport. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende, Sitz in Lausanne (Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne). Das Angebot steht nur Personen mit Wohnsitz in den sechs Westschweizer Kantonen offen: Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.
Die Spielmechanik hat eigene Akzente. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Wer in der Deutschschweiz wohnt, kann hier kein Konto eröffnen – das Angebot ist regional klar abgegrenzt.
Für die Prognose relevant sind die Gewinnlimits, die Mindestquoten und die Spielregeln. Die Kombiwette ist mit 2 bis 10 Voraussagen enger begrenzt als bei manchen ausländischen Anbietern, was die Kombinationswetten für Prognosen mit vielen Beinen uninteressant macht; wer ein System mit vielen Beinen aufstellen will, ist hier systematisch limitiert. Die Mindestquote von 1.10 ist niedrig genug, um auch schwache Favoriten zuzulassen, aber die Obergrenze der Gesamtquote von 100’000 cappt die mögliche Auszahlung pro Wette. Für die Prognose heisst das: wer eine lange Kombination anstrebt, ist bei Loterie Romande an der Quote-Obergrenze schneller blockiert als bei vielen ausländischen Anbietern, und wer auf kleine Quoten setzt, riskiert trotz Mindestquote 1.10 ein knapp positives Erwartungsmodell, wenn die implizierte Wahrscheinlichkeit nahe an der eigenen Schätzung liegt.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
In der Werbung und auf Social Media tauchen Dutzende Marken auf, die mit Schweizer Sprachversionen, Franken-Auszahlung oder angeblicher Schweizer Lizenz werben. Diese Lizenzen sind in den meisten Fällen ausländisch (Curaçao, Malta, Anjouan, Philippinen), und sie haben in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer dort spielt, spielt mit ausländischem Recht und ohne Schweizer Schutz. Im Konkursfall gibt es keine Schweizer Aufsicht, die das Spielguthaben sichert; im Streitfall keine Schweizer Beschwerdestelle; bei einer Sperre wegen problematischem Spielverhalten keine Wirkung auf das Schweizer Sperrregister. Auszahlungen laufen über ausländische Banken, oft mit Verzögerung, oft mit Zusatzgebühren, oft mit Identitätsprüfung, die deutlich tiefer ist als bei den Schweizer Veranstaltern.
Die nachfolgend genannten Marken sind Beispiele solcher Anbieter, die in der Schweiz ohne Bewilligung aktiv sind oder waren. Sie werden hier genannt, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen – nicht, weil sie zu empfehlen wären. Wer eine dieser Seiten öffnet, ist auf der anderen Seite der Schweizer Aufsicht.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / Bewilligung |
|---|---|---|
| HornetBet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Betovo | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BassBet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| GG.BET | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| FortuneJack | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetLabel | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Allen acht gemeinsam: kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen. Das heisst: wer dort spielt, kann sich nicht in das Schweizer Spielsperre-Register eintragen lassen, eine Spielsperre auf Sporttip oder Jouez Sport hat auf diese Anbieter keine Wirkung, und eine ausländische Selbstsperre ist nur so belastbar wie die Aufsicht im Ausland. Wer hier ein Problem hat, hat kein Schweizer Rechtsmittel.
Häufige Fragen zu Wettprognosen
Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Daten fliessen ein?
Eine Prognose kombiniert aktuelle Form, Heimvorteil, Verletzungen, Head-to-Head und Tabellenkontext mit der implizierten Wahrscheinlichkeit der Quote. Sie ist umso belastbarer, je grösser die Stichprobe und je aktueller die Information ist, die der Markt noch nicht eingepreist hat.
Warum ist eine kostenlose Wettprognose keine Garantie für einen Gewinn?
Eine Prognose ist eine Wahrscheinlichkeitsschätzung. Sie liegt daneben, und die Marge des Markts verstärkt den Fehler. Eine Quote von 2.00 mit 5 % Marge hat eine Auszahlungsquote von 95 %, eine faire 50-%-Prognose verliert auf Dauer Geld.
Welche Rolle spielen Quoten bei der Bewertung einer Prognose?
Die Quote enthält die implizierte Wahrscheinlichkeit des Markts. Eine Wette hat Wert, wenn die eigene Schätzung darüber liegt – und wenn sie das über viele Wetten hinweg tut. Liegt sie darunter, ist der Preis zu niedrig.
Was ist die Marge eines Wettanbieters, und wie wirkt sie auf eine Prognose?
Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter bei jedem Einsatz einbehält – 1 minus die Auszahlungsquote. Sie ist bei Hauptmärkten zwischen 2 % und 6 %, bei Nischenmärkten darüber. Wer eine Prognose verfolgt, sollte die Märkte mit der niedrigsten Marge wählen.
Wo darf in der Schweiz legal auf eine Prognose gesetzt werden?
In der Schweiz nur bei Swisslos (Sporttip, Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein) und Loterie Romande (Jouez Sport, Westschweiz). Beide brauchen Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet. Jeder andere Anbieter ist in der Schweiz ohne Bewilligung.
Wie verlässlich sind Prognosen für ein grosses Turnier im Vergleich zu Ligaspielen?
Weniger verlässlich. Weniger Stichproben pro Mannschaft, hohe Konzentration der Verletzungsrisiken, häufiger Wechsel des Heimrechts, ein K.o.-Modus, in dem ein Tag alles entscheidet. Eine Methode, die für die Liga stimmt, kann für das Turnier falsch sein.
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Inhalt erstellt vom Team «fussballwettenportal»
