Was kostenlose Wettvorhersagen in der Schweiz leisten – und was nicht
Ladevorgang...
Stand: Oktober 18, 2026 · geprüft gegen die Bewilligungen von Swisslos und Loterie Romande sowie gegen die Gespa-Sperrliste.
Wer am Sonntagabend noch rasch einen Tipp für den Montagspieltag sucht, findet im Netz unzählige Seiten, die genau das versprechen: gratis Vorhersagen, Prognosen für heute, Tipps für die Champions League, Wettvorhersagen für Fussball, Eishockey oder Basketball. Manche dieser Seiten verlangen später Geld für Premium-Tipps, andere bleiben frei und finanzieren sich über Werbung, und wieder andere gehören zu ausländischen Wettanbietern, die ihre Prognosen gleich mit der Anmeldung verknüpfen.
Was eine solche Vorhersage leistet, was sie nicht leistet, und unter welchen Regeln sie in der Schweiz überhaupt gespielt werden darf – das ist der Inhalt dieser Seite.
Vorhersagen und Strategie: wie eine Prognose überhaupt entsteht
Eine Vorhersage ist keine Prophezeiung. Sie ist eine Schätzung, gestützt auf drei Grundlagen: die aktuelle Form einer Mannschaft, statistische Werte aus vergangenen Spielen und die Quoten, die der Markt für das Spiel anbietet. Wer das eine ohne das andere macht, lässt einen grossen Teil der Information liegen.

Form, Statistik und Quote – die drei Bausteine
Form ist die kurze Erinnerung: Wie hat sie in den letzten vier, sechs, acht Spielen gespielt, wie viele Tore geschossen, wie viele kassiert, wer hat gefehlt, wer ist zurück. Statistik ist die lange Erinnerung: Direktvergleiche, durchschnittliche Tore pro Spiel, Heim- und Auswärtsbilanz, Punkte pro Spiel über die ganze Saison. Die Quote ist die Meinung des Marktes, also die Einschätzung aller Wettenden zusammen, ausgedrückt in einer Zahl.
Die Quote allein ist noch keine Prognose, aber sie ist ein nützlicher Ausgangspunkt. Wenn der Markt ein Spiel zu 2.00, 3.40 und 3.60 anbietet, hält er Heimsieg für wahrscheinlicher als Unentschieden oder Auswärtssieg. Wenn die Form und die Statistik das stützen, ist das eine solide Basis. Wenn sie der Quote widersprechen – etwa weil die Heimmannschaft ohne drei Stammspieler antritt – ist das ein Hinweis, nicht mehr.
Value-Wette: die Quote ist höher als die Wahrscheinlichkeit
Von einer Value-Wette spricht man, wenn die Quote grösser ist als die faire Quote, die sich aus der geschätzten Wahrscheinlichkeit ergibt. Ein einfaches Beispiel: Wer die Heimmannschaft auf 50 % schätzt, hält eine Quote von 2.10 für fair (1 ÷ 0,50 = 2.00, eine Quote darüber bringt mehr als den fairen Einsatz zurück). Wer die gleiche Mannschaft auf 60 % schätzt, hält eine Quote von 1.90 für ein Geschenk – und hier liegt der Kern: Die eigene Schätzung der Wahrscheinlichkeit entscheidet, ob eine Quote Value hat oder nicht.
Das Problem: Die Schätzung ist subjektiv, und sie täuscht sich oft. Wer jede Woche «Value» sieht, schätzt wahrscheinlich zu grosszügig. Wer nie Value sieht, schätzt zu vorsichtig. Ohne Buchführung lässt sich das nicht erkennen.
Warum keine Prognose den Ausgang festlegt
Fussball, Eishockey und Basketball sind keine geschlossenen Systeme. Ein Elfmeter in der 88. Minute, ein Pfostenschuss, ein verschossener Penalty – das sind Momente, die keine Statistik vorhergesehen hat. Die Quote eines Buchmachers enthält einen Puffer für genau solche Momente, den so genannten Margin, und der drückt die durchschnittliche Auszahlung an die Wettenden unter 100 %. Wer das übersieht, wettet gegen einen Buchmacher, der im Schnitt jeden Franken Einsatz zu etwa 90 bis 95 cent zurückzahlt.
Konkret: Wer langfristig wettet und dabei den Margin nicht überlistet, verliert Geld. Wie gross dieser Nachteil ist, lässt sich für ein Zwei-Wege-Markt direkt ausrechnen. Bei einer Quote von 1.90 gegen 1.90 – dem Beispielwert, kein konkretes Angebot – zahlt der Markt im Schnitt 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95 zurück, also 95 % des Einsatzes. Der Buchmacher behält 5 % pro Wette. Bei einem Drei-Wege-Markt (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) mit 2.10, 3.40 und 3.60 liegt die Auszahlung tiefer, der Margin höher, typischerweise zwischen 5 % und 8 %.
Diese Spanne – zwischen rund 90 % und 95 % Auszahlung, je nach Markt und Anbieter – ist der Preis, den der Buchmacher für jede Wette nimmt. Wer ihn auf Dauer schlagen will, muss den Markt im Schnitt besser einschätzen als die Quoten es tun. Das schaffen sehr wenige, und niemand schafft es über Jahre hinweg zuverlässig.
Welche Rolle Statistiken tatsächlich spielen
Statistiken sind nützlich, aber sie sind nicht die Antwort. Eine Mannschaft kann über zehn Spiele hinweg x Tore pro Spiel schiessen und im elften Spiel trotzdem kein Tor erzielen. Wer Statistiken liest, sollte auf Stichprobengrösse und auf Vergleichbarkeit achten: Eine Formkurve über die letzten fünf Spiele ist oft aussagekräftiger als eine Saisonstatistik, die schon von der Hinrunde geprägt ist. Eine Heimquote hat mehr Gewicht als eine Auswärtsquote, wenn die Heimstärke das Thema ist. Eine Champions-League-Statistik hat anderes Gewicht als eine Super-League-Statistik, wenn die Mannschaften aus unterschiedlichen Ligen kommen.
Das ist Handwerk. Es hilft. Es ersetzt keine Wette, die man nicht erklären kann.
Die beiden Veranstalter im Vergleich
In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide haben von der Gespa die nötige Bewilligung, beide sind an die Vorgaben des Geldspielgesetzes gebunden. Was sie anbieten, wie sie sich unterscheiden, und wo eine Vorhersage in ihr Wettprogramm passt – das zeigt der Vergleich.
Die zwei Bewilligungen Seite an Seite
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter |
|---|---|---|
| Sporttip (Swisslos) | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Jouez Sport (Loterie Romande) | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne |
Das ist die knappe Form. Dahinter stehen zwei identische Rechtsfiguren – Grossspielbewilligungen nach dem Geldspielgesetz –, zwei klar abgegrenzte Vertragsgebiete und zwei Organisatoren, die beide schon vor 2019 Lotterien und Wetten durchgeführt haben. Was sie konkret anbieten, ist im Wettprogramm des jeweiligen Anbieters nachzulesen, nicht in einer zentralen Gespa-Liste.
Einordnung: was gratis Vorhersagen taugen und was nicht
Kostenlose Vorhersagen sind nicht per se schlecht, aber sie sind auch nicht per se gut. Sie taugen dann, wenn sie nachvollziehbar sind – wenn man sieht, worauf sie beruhen, welche Formkurve herangezogen wurde, welche Statistik, welche Quote. Sie taugen nicht, wenn sie ohne Begründung in den Raum gestellt werden, wenn die Quoten fehlen, mit denen der Tipp gespielt werden müsste, oder wenn sie zu Anmeldungen bei Anbietern ohne Schweizer Bewilligung verleiten.
Woran man die Qualität einer Prognose erkennt
Eine brauchbare Prognose nennt drei Dinge: das Spiel, die Empfehlung (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg, Über/Unter, Handicap, Doppelte Chance – was auch immer) und die Quote, mit der sie gespielt werden soll. Sie sagt dazu, worauf sie sich stützt: eine Formkurve, eine Verletztenliste, eine Quote, die vom Markt abweicht. Sie nennt den Zeitpunkt, zu dem sie gemacht wurde, denn Quoten bewegen sich, und eine Prognose von gestern kann heute wertlos sein.
Sie sagt eines nicht: dass der Ausgang sicher ist. Wer das verspricht, lügt.
Der Unterschied zwischen Prognose und Tipp
Im Alltag werden die Wörter vermischt. Hier ist die Unterscheidung: Eine Prognose ist eine Schätzung der Wahrscheinlichkeit, gestützt auf Daten. Ein Tipp ist eine Handlungsempfehlung: «Wette X mit Quote Y». Eine Prognose kann ohne Tipp stehen, ein Tipp nicht ohne Prognose – wer tippt, ohne zu schätzen, wettet nach Bauchgefühl, und Bauchgefühl verliert auf Dauer gegen den Margin.
Kostenlose Vorhersageseiten liefern meist beides: eine Prognose und einen Tipp dazu, oft mit der Quote, manchmal mit einem Link zum Anbieter. Wer das nutzt, sollte den Tipp nicht blind spielen, sondern prüfen, ob die Prognose noch aktuell ist, ob die Quote noch gilt und ob der Anbieter in der Schweiz überhaupt spielen darf.
Rechtslage: warum nur zwei Veranstalter Wetten anbieten dürfen
Seit dem 1. Januar 2019 gilt in der Schweiz das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51). Es definiert Sportwetten als Grossspiel und verlangt für jedes Angebot eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos und Loterie Romande.

Was das BGS über die Veranstalterzahl sagt
Das BGS ist ein Bundesgesetz, aber die Zahl der Veranstalter wird durch die interkantonale Vereinbarung gesetzt: die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, kurz IKV 2020, hat die zwei bestehenden Organisatoren bestätigt. Eine zusätzliche Schweizer Bewilligung für einen dritten Anbieter ist heute rechtlich nicht vorgesehen, und sie wird von der Gespa nicht erteilt.
Das heisst: Wer in der Schweiz legal Sportwetten spielen will, hat nur zwei Möglichkeiten. Beide sind regional abgegrenzt – wer in der Deutschschweiz oder im Tessin wohnt, spielt bei Swisslos; wer in der Romandie wohnt, spielt bei Loterie Romande. Wer in Liechtenstein wohnt, fällt in das Swisslos-Vertragsgebiet.
Was darf gewettet werden – und was nicht
Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen (Stand 10.09.2026). Diese Liste ist abschliessend: Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind ausgeschlossen. Qualifikationsspiele sind nur dann zugelassen, wenn die Liste sie nennt, Frauenwettbewerbe ebenso. Rangierungswetten sind nur erlaubt, wenn die Rangierung über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet; Trainingsläufe zählen nicht. Eckball- oder Kartenspiele sucht man auf der Liste ebenso vergeblich wie eine Esports-Sektion.
Das ist ein weiterer Grund, warum eine kostenlose Vorhersage, die einen Eckball-Markt empfiehlt, in der Schweiz nicht legal spielbar ist.
Was gilt für Livewetten und Cash-Out
Livewetten sind erlaubt, vor Spielbeginn und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat. Das BGS enthält keine Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte, aber die Liste der bewilligten Wetttypen gilt auch live. Cash-Out ist nicht im Gesetz geregelt, sondern eine Funktion, die ein Anbieter in seinen Bedingungen anbietet oder nicht. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vollständig, ohne Teilauszahlung – aber nicht garantiert für jeden Markt. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn, hängt vom Spielstand ab und kann vom Anbieter jederzeit geändert werden.
Wer live wettet, sollte wissen: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 – das Geld geht zurück, es entsteht kein Gewinn. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder VAR-Entscheid kann Sporttip Wetten ebenfalls mit 1.00 werten.
Wer ohne Bewilligung spielt, spielt ohne Schutz
Eine ausländische Bewilligung – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung wettet, tut das auf eigenes Risiko: kein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Anlaufstelle bei Streit, kein Schutz bei ausbleibender Auszahlung. Die Gespa führt eine Sperrliste mit ausländischen Domains, die von Schweizer Telekomanbietern per DNS blockiert werden – Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste, und blockierte Anbieter tauchen oft unter neuem Namen wieder auf (Domain-Hopping).
Das ändert nichts an der Strafbarkeit: Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten anbietet, macht sich strafbar (bis zu drei Jahre Freiheitsgefähr oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre, Art. 130 BGS). Der Spieler wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, bleibt bei Swisslos oder Loterie Romande – und zahlt dafür die Konsequenzen, die im nächsten Abschnitt stehen.
Schutz und Pflichten: was der Spieler selbst tun muss
Das BGS schützt Spieler, aber nicht alles ist Sache des Staates. Verlustlimiten, Einzahlungslimiten und Spielsperren setzt der Spieler selbst. Das ist kein Bonus, den man sich holt, sondern eine Pflicht, die man vor dem ersten Tipp erfüllt.
Verlustlimiten vor dem ersten Tipp
Bei Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, bevor sie den ersten Tipp abgeben. Die Obergrenze für Erwachsene liegt bei CHF 9’999; für Unterstufe (unter 21 Jahre) gilt CHF 1’000. Eine Senkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – das ist die Schutzlogik hinter der Wartefrist, die der Spieler sich selbst auferlegt. Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage gesetzt werden.
Das ist niedrigschwellig, aber es funktioniert nur, wenn die Limiter realistisch sind. Wer CHF 9’999 als 30-Tage-Limite setzt und monatlich CHF 200 einsetzen will, hat sich nicht geschützt, sondern nur ein Formular ausgefüllt.
Spielsperre und Ausschlussregister
Wer sich selbst sperren will, kann bei Swisslos eine Spielsperre für 1 bis 180 Tage produktbezogen setzen – sie lässt sich nicht vor Fristablauf aufheben. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, einschliesslich Online-Casinos, sowie in Liechtenstein. Das ist die harte Variante: Wer sich hier einträgt, kommt nicht mehr zurück, ohne eine Fachstelle einzubeziehen.
Wer Probleme mit dem Spielen hat, sollte den Weg früh gehen. Eine Pause von wenigen Tagen kostet nichts und schützt vor den schlimmsten Verläufen.
Wer nicht spielen darf
Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen – Vollendung des 18. Lebensjahres ist Voraussetzung für die Online-Registrierung. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten (kein Insider-Wetten). Pro Person ist nur ein Konto zulässig; die Identität wird per Ausweis verifiziert und die Adresse gegen Datenbanken geprüft.
Das BGS macht das zur Pflicht des Anbieters: ein Konto pro Person, verifizierte Identität, geprüfte Adresse. Wer diese Schritte umgehen will, indem er ein zweites Konto unter anderer Identität eröffnet, verstösst gegen die Spielbedingungen und riskiert die Sperrung beider Konten – ohne Anspruch auf Rückzahlung des Guthabens (Art. 45 BGS).
Steuern auf Wettgewinne: was gilt
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei. Der Freibetrag ist nicht einheitlich: auf Bundesebene liegt er ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400), auf kantonaler Ebene je nach Kanton anders – die Antwort heisst deshalb «je nach Kanton», nicht eine einzelne Zahl. Liegt der Gewinn über dem Freibetrag, zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die der Spieler über die Steuererklärung zurückholen kann.
Für einen typischen Wettenden ist das akademisch. Die meisten Wetten zahlen unter CHF 1’000 aus, oft weit darunter, und bleiben steuerfrei. Eine Steuerberatungsstelle oder die kantonale Steuerverwaltung weiss, was im konkreten Kanton gilt. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, fallen aber je nach Kanton unter das kantonale Steuerrecht – Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als steuerbares Einkommen ohne Freibetrag. Wer das nicht beachtet, erlebt eine unangenehme Überraschung in der Steuererklärung.
Wett-Apps und Prognose-Apps: was im mobilen Alltag zählt
Viele Wettende spielen heute mobil. Die Hälfte der Tipps geht unterwegs raus, oft in den letzten Minuten vor Spielbeginn. Das hat Folgen für die App-Wahl – und für die Frage, was eine Prognose-App überhaupt darf.
Welche Apps zulässig sind
In der Schweiz zulässig sind die offiziellen Apps der bewilligten Veranstalter: die Sporttip App für Swisslos, eine entsprechende Anwendung der Loterie Romande für Jouez Sport. Beide sind in den einschlägigen Stores verfügbar und setzen die Verifikation des Spielers voraus. Wer eine solche App nutzt, wettet legal.
Prognose-Apps, also Apps, die Vorhersagen liefern, aber keine Wetten annehmen, sind ein anderes Thema. Sie fallen nicht unter das BGS, solange sie keine Wetten vermitteln oder zum Anbieter ohne Schweizer Bewilligung weiterleiten. Manche dieser Apps sind redaktionell gepflegt und nennen weder Anbieter noch Quoten, sondern zeigen nur Wahrscheinlichkeiten. Andere sind Werbeplattformen für ausländische Wettanbieter. Wer eine Prognose-App nutzt, sollte prüfen, wofür sie wirbt – und ob sie am Ende zu einer Anmeldung bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung verleitet.
Was eine App leisten muss, was sie nicht leisten muss
Eine seriöse Wett-App muss zwei Dinge leisten: die Identität des Spielers verifizieren und Limits erzwingen. Bei Sporttip läuft das so: Online-Registrierung ab 18 Jahren, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, ein Konto pro Person, Ausweis-Upload mit automatischem Auslesen und Adressabgleich. Wer diese Schritte durchläuft, ist verifiziert; wer sie umgeht, spielt nicht.
Sie muss eines nicht leisten: den Ausgang vorhersagen. Das ist Sache des Spielers.
Daten, Updates und Sicherheit
Wett-Apps verarbeiten persönliche Daten, Ausweiskopien, Zahlungsdaten. Schweizer Bewilligungen verlangen, dass diese Daten in der Schweiz oder im Vertragsgebiet gespeichert werden – ein Vorteil gegenüber ausländischen Anbietern, deren Daten in einem Drittland liegen können. Wer eine ausländische Prognose-App nutzt, sollte sich bewusst sein, dass dort weder das Schweizer Datenschutzrecht noch die Schweizer Aufsicht gilt.
Updates sind nicht nur ein Komfortthema: Eine veraltete App zeigt veraltete Quoten, und eine Wette, die vor drei Minuten auf einem alten Stand platziert wurde, kann nach dem Update andere Konditionen haben.
Die Anbieter im Detail
Die folgende Übersicht behandelt die zwei Schweizer Veranstalter im Detail und anschliessend acht ausländische Anbieter, die im deutschsprachigen Netz kursieren. Ausländische Anbieter sind in der Schweiz nicht bewilligt; sie sind hier genannt, weil Schweizer Spieler auf sie stossen, aber nicht, um sie zu empfehlen. Wer dort spielt, tut das ohne Schweizer Schutz.
Swisslos Sporttip – der Anbieter für die Deutschschweiz und das Tessin
Swisslos, mit vollem Namen SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, hat den Sitz in Zürich und führt Sporttip als Sportwettprodukt für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein. Das Vertragsgebiet umfasst neunzehn Kantone: AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie das Tessin und Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen; wer in der Romandie wohnt, nicht.
Das Wettprogramm umfasst Prematch- und Livewetten auf Fussball, Eishockey, Basketball, Tennis und weitere Sportarten, soweit sie auf der Gespa-Liste stehen. Cash-Out ist verfügbar für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vollständig, ohne Teilauszahlung, aber nicht garantiert für jeden Markt. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn und kann vom Anbieter jederzeit geändert werden.
Die Limite ist sportlich eng: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Das ist ein Nachteil für High-Roller, aber ein Vorteil für den Schutz: Niemand kann aus einer Laune heraus ein Vermögen auf einen Tipp setzen.
Quotenboost und Profitboost sind online verfügbar, pro Spieler einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Das klingt grosszügig, ist aber an Bedingungen geknüpft, die im Einzelfall im Wettschein stehen.
Wer bei Sporttip spielt, spielt bei einem Anbieter, der dem Schweizer Recht vollständig untersteht: Limits, Sperre, Verifikation, Auszahlung auf ein Schweizer Konto – das ist der Standard, den das BGS setzt. Wer eine kostenlose Vorhersage in einen Tipp umsetzen will, hat hier die einzige legale Spielstätte in seinem Vertragsgebiet.
Wertung: Wer in der Deutschschweiz oder im Tessin wohnt und überhaupt legal wetten will, kommt an Swisslos nicht vorbei. Das ist keine Empfehlung im üblichen Sinn, sondern die einzige legale Möglichkeit. Für gelegentliche Tipps mit kleinem Einsatz ist das Angebot ausreichend; für High-Volumen-Spieler sind die Limiten zu niedrig.
Loterie Romande Jouez Sport – der Anbieter für die Romandie
Die Loterie Romande führt Jouez Sport für die sechs Französisch sprechenden Kantone: Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz des Unternehmens ist Lausanne, Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Das Unternehmen zählt rund 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und etwa 221 Mitarbeitende. Wer dort wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen; wer in der Deutschschweiz wohnt, nicht.
Die Höchstgewinne sind hier grosszügiger als bei Swisslos: CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Das Wettprogramm ist mit dem von Sporttip vergleichbar: Prematch, Live, die auf der Gespa-Liste stehenden Sportarten. Cash-Out ist nicht im Regelwerk erwähnt, was nicht heisst, dass es nicht angeboten wird – die Funktion ist eine kaufmännische Entscheidung des Anbieters, und wer sie nutzen will, prüft sie im Wettschein.
Wer in der Romandie wohnt und Sportwetten spielen will, hat mit Jouez Sport eine legale Spielstätte. Wer eine kostenlose Vorhersage in einen Tipp umsetzen will, hat auch hier die einzige legale Möglichkeit.
Wertung: Spiegelbildlich zu Swisslos: einziger legaler Anbieter im Vertragsgebiet, grosszügigere Gewinnlimiten, ansonsten vergleichbares Angebot. Für die meisten Westschweizer Wettenden die richtige Adresse.
Wettigo – ohne Schweizer Bewilligung
Wettigo wird im deutschsprachigen Raum beworben, ohne Schweizer Bewilligung. Es gibt keine Gespa-Erlaubnis, kein Anschluss an das Ausschlussregister, keine Schweizer Anlaufstelle. Die Plattform kann auf der Gespa-Sperrliste stehen, was ihre Domain per DNS blockiert – das macht sie nicht unerreichbar, aber schwerer.
Wer dort spielt, tut das auf eigenes Risiko. Das ist hier nicht gesagt, um Wettigo zu empfehlen oder zu verdammen, sondern um die Lage zu beschreiben.
Wertung: Kein Schweizer Schutz, keine Schweizer Aufsicht. Wer hier spielt, sollte sich bewusst sein, dass er im Streitfall auf ausländische Gerichte angewiesen ist – und dass Einsätze und Gewinne in einem Schweizer Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden können.
1xBet – ohne Schweizer Bewilligung
1xBet ist einer der grossen ausländischen Anbieter mit Wurzeln im osteuropäischen Raum. Er besitzt keine Schweizer Bewilligung, ist in der Schweiz nicht zugelassen und kann auf der Gespa-Sperrliste stehen. Spieler aus der Schweiz, die dort spielen, spielen ohne Schweizer Schutz.
Wertung: Gleiche Lage wie andere ausländische Anbieter: keine Schweizer Bewilligung, keine Schweizer Aufsicht. Die Marktstellung im Ausland sagt nichts über die Sicherheit in der Schweiz.
BetAlright – ohne Schweizer Bewilligung
BetAlright wirbt im deutschsprachigen Raum mit Bonusangeboten und Fussballwetten, ohne Schweizer von verfügung zu haben. Es gibt keine Schweizer Aufsicht, kein Anschluss an das Ausschlussregister, keine Schweizer Anlaufstelle.
Wertung: Ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Boni sind Werbung, die Gespa verbietet sie für Schweizer Spieler; die Plattform kann sie hier gar nicht auszahlen, ohne selbst gegen das BGS zu verstossen.
BetFury – ohne Schweizer Bewilligung
BetFury kombiniert Sportwetten mit Casino-Spielen und Krypto-Funktionen. Keine Schweizer Bewilligung, keine Schweizer Aufsicht, keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister.
Wertung: Ausländischer Anbieter, der in der Schweiz nicht zugelassen ist. Krypto-Funktionen ändern nichts an der fehlenden Schweizer Bewilligung; anonymes Spielen ist in der Schweiz ohnehin nicht erlaubt, auch nicht ausländisch.
bet365 – ohne Schweizer Bewilligung
bet365 ist im europäischen Ausland einer der grössten Anbieter. In der Schweiz ist bet365 nicht erteilt; die Gespa führt bet365 auf der Sperrliste. Schweizer Spieler, die dort spielen, spielen ohne Schweizer Schutz.
Wertung: Der Name sagt nichts über die Schweizer Rechtlage. Wer hier spielt, hat im Streitfall keinen Schweizer Ansprechpartner und riskiert die Einziehung von Einsätzen und Gewinnen im Schweizer Verfahren gegen den Anbieter.
Rainbet – ohne Schweizer Bewilligung
Rainbet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Keine Gespa-Erlaubnis, keine Schweizer Aufsicht.
Wertung: Gleiche Lage wie die anderen genannten ausländischen Anbieter. Wer hier spielt, tut das ohne Schweizer Schutz.
Gamdom – ohne Schweizer Bewilligung
Gamdom kombiniert Sportwetten mit Casino und Krypto-Funktionen. Keine Schweizer Bewilligung.
Wertung: Ausländischer Anbieter ohne Schweizer Zulassung. Die Kombination mit Casino ändert nichts an der fehlenden Sportwetten-Bewilligung; Casino und Sportwetten sind zwei separate Bewilligungen, und Gamdom hat in der Schweiz keine.
N1 Bet – ohne Schweizer Bewilligung
N1 Bet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Keine Schweizer Aufsicht.
Wertung: Gleiche Lage wie die anderen genannten ausländischen Anbieter.
Wie eine Vorhersage in eine Wette wird – und was sie kostet
Wer eine Vorhersage hat und sie umsetzen will, geht vier Schritte: Sie öffnet das Wettprogramm des Anbieters in ihrem Vertragsgebiet, sucht das Spiel, prüft die Quote, die der Anbieter aktuell anbietet – sie kann von der Quote der Prognose abweichen –, und gibt den Tipp ab. Das ist die mechanische Seite.
Die ökonomische Seite ist härter. Bei einer Quote von 1.90 zahlt eine Wette von CHF 10 im Erfolgsfall CHF 19 zurück, davon CHF 9 Reingewinn. Bei einer Quote von 3.40 sind es CHF 34, davon CHF 24 Reingewinn. Bei einer Kombiwette mit den Quoten 1.90, 2.20 und 3.40 ist die Gesamtquote 14.21, und eine Wette von CHF 10 zahlt im Erfolgsfall CHF 142.10 zurück – wenn alle drei Voraussagen eintreffen. Die Gewinnberechnung ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, das Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei Voraussagen eintreffen, ist das Produkt der Einzelwahrscheinlichkeiten – und jede Einzelwahrscheinlichkeit wird vom Buchmacher bereits mit dem Margin belastet. Wer denkt, eine Kombiwette sei ein «Sicherheitsnetz», weil die Quote hoch ist, hat die Mathematik nicht verstanden: Die hohe Quote spiegelt die geringe Wahrscheinlichkeit, nicht einen Bonus für den Spieler.
Was die Quote über den Markt verrät
Eine Quote von 1.50 auf den Favoriten sagt: der Markt hält ihn für wahrscheinlich. Eine Quote von 5.00 auf den Aussenseiter sagt: der Markt hält ihn für möglich, aber unwahrscheinlich. Eine Quote von 1.05 sagt: der Markt hält den Ausgang für nahezu sicher – und der Margin drückt die Auszahlung trotzdem unter 100 %.
Wer Quoten liest, liest Wahrscheinlichkeiten, korrigiert um den Margin. Wer das internalisiert hat, sieht Vorhersagen mit anderen Augen: Eine Vorhersage, die den Favoriten bei 1.50 empfiehlt, gewinnt wenig, wenn sie richtig liegt, und verliert viel, wenn sie falsch liegt. Eine Vorhersage, die den Aussenseiter bei 5.00 empfiehlt, gewinnt viel im Erfolgsfall, verliert aber häufiger. Beide Seiten haben Value, wenn die geschätzte Wahrscheinlichkeit die Quote übersteigt. Beide Seiten verlieren, wenn sie nur nach Bauchgefühl gewählt werden.
Wann eine Vorhersage nichts nützt
Eine Vorhersage nützt wenig, wenn das Wettereignis abgesagt wird. Bei Sporttip gilt: Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00 – das Geld geht zurück, der Gewinn entfällt.
Das ist ein Grund, warum eine kostenlose Vorhersage, die nichts über die Verletztenlage oder die Wetterprognose sagt, an Wert verliert: Wer das Spiel nicht stattfinden lässt, gewinnt die Wette nicht.
Verfall von Gewinnen und Recht auf Auszahlung
Wer bei Sporttip einen Gewinn nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend macht, verliert den Gewinn zugunsten des Swisslos-Zwecks. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief erhoben werden. Wer das nicht tut, lässt eine Chance verstreichen – und es ist eine kleine Chance, aber sie ist die einzige, die das BGS dem Spieler gibt.
Häufige Fragen
Wie verlässlich sind kostenlose Vorhersagen, und woran lässt sich die Qualität einer Prognose messen?
Eine kostenlose Vorhersage ist so verlässlich wie ihre Begründung. Wer sie liest, prüft, ob Form, Statistik und aktuelle Marktverletzungen genannt werden, ob die empfohlene Quote aktuell ist und ob der Zeitpunkt der Erstellung erkennbar bleibt. Fehlt die Begründung oder fehlt die Quote, fehlt die Grundlage. Eine seriöse Vorhersage macht keine Aussage über den Ausgang, sondern über die geschätzte Wahrscheinlichkeit.
Warum legt eine Vorhersage den Ausgang eines Spiels nicht fest?
Fussball, Eishockey und Basketball enthalten nicht vorhersehbare Momente – einen Elfmeter, eine Rote Karte, einen verschossenen Penalty. Die Quote eines Marktes enthält einen Margin, der die durchschnittliche Auszahlung unter 100 % drückt. Wer die geschätzte Wahrscheinlichkeit konsequent über der Quote hält, gewinnt auf Dauer – das ist die Value-Wette. Wer das nicht durch Buchführung prüft, schätzt zu grosszügig und verliert.
Welche Apps zur Vorhersage gibt es, und worauf ist bei der Anmeldung bei zugelassenen Veranstaltern zu achten?
In der Schweiz zulässig sind die offiziellen Apps der bewilligten Veranstalter – Sporttip für die Deutschschweiz und das Tessin, Jouez Sport für die Romandie. Bei der Anmeldung braucht es Vollendung des 18. Lebensjahres, Wohnsitz im Vertragsgebiet und ein Konto pro Person mit verifizierter Identität. Prognose-Apps, die nur Vorhersagen liefern, sind nicht bewilligungspflichtig, sollten aber nicht zu Anbietern ohne Schweizer Bewilligung weiterleiten.
Wie lässt sich eine Vorhersage mit der Quote in einen möglichen Gewinn umrechnen?
Der Gewinn ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei einer Quote von 2.50 und einem Einsatz von CHF 20 ist der Gewinn CHF 50, davon CHF 30 Reingewinn. Bei einer Dreier-Kombi mit Quoten 1.90, 2.20 und 3.40 ist die Gesamtquote 14.21, und ein Einsatz von CHF 10 zahlt im Erfolgsfall CHF 142.10 aus. Das setzt voraus, dass alle Voraussagen eintreffen – die Wahrscheinlichkeit dafür ist das Produkt der Einzelwahrscheinlichkeiten, und sie ist geringer, als die Quote suggeriert.
Was bedeutet eine Wette bei einem ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung für den Spielerschutz?
Kein Schweizer Schutz: kein Anschluss an das Ausschlussregister, keine Schweizer Anlaufstelle bei Streit, keine Schweizer Aufsicht über die Auszahlung. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Der Spieler wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Schweizer Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und die kantonale Steuerpraxis – Thurgau etwa – behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen ohne Freibetrag als steuerbares Einkommen.
Müssen Wettgewinne in der Schweiz versteuert werden, und was gilt beim Steuerfreibetrag «je nach Kanton»?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei; auf Bundesebene liegt er ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400), auf kantonaler Ebene je nach Kanton anders – daher die Formulierung «je nach Kanton». Liegt der Gewinn über dem Freibetrag, werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen je nach Kanton anderer Praxis – Thurgau etwa behandelt sie ohne Freibetrag als steuerbares Einkommen.
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Inhalt erstellt vom Team «fussballwettenportal»
