Asiatische Wetten auf Tore und Handicaps – Vorgehensweise, Auswertung und Schweizer Anbieter im Vergleich

Updated Oktober 2026
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Ein Fussball und ein Massband liegen auf kurz geschnittenem Rasen neben einer Kreidelinie, Morgenlicht von der Seite.

Eine asiatische Wette ist kein anderes Spiel, sondern ein anderes Auswertungsverfahren. Sie nimmt dem Wettereignis eine Linie weg oder gibt ihm eine dazu – ein Handicap oder eine Torschwelle – und teilt Einsatz und Gewinn entsprechend auf. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, liest jede asiatische Torwette auf dem Wettschein ohne Überraschung. Wer es nicht verstanden hat, sieht sich am Auswertungstag einer Quote gegenüber, die nicht zur geraden Linie passt. Genau diese Mechanik – das Hinzufügen, das Aufteilen, das Zurückzahlen – ist der Gegenstand dieser Seite. Sie richtet sich an Spielende in der Schweiz, die bei Sporttip und Jouez Sport wetten oder bei ausländischen Anbietern ohne Schweizer Bewilligung, und sie ordnet die Wettart in den schweizerischen Rahmen ein, in dem nur zwei Organisatoren Sportwetten veranstalten dürfen.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Daten und Bewilligungen geprüft am Oktober 18, 2026 gegen das Schweizer Geldspielgesetz (BGS) und die Gespa-Aufsicht.

Vorgehensweise bei einer asiatischen Wette

Was hinzugefügt oder weggenommen wird

Eine asiatische Wette beginnt mit einer normalen Begegnung – einem Fussballspiel, einem Eishockey-Match – und legt eine zusätzliche Grösse darüber. Bei einem Handicap ist es ein fiktiver Vorsprung oder Rückstand für eine Mannschaft, meist in Viertelschritten. Bei Torwetten ist es eine Schwelle, die zur tatsächlichen Torsumme addiert oder von ihr abgezogen wird. Das Hinzufügen geschieht vor der Auswertung, nicht im Spiel; es verändert das Resultat nur für die Wette, nicht den Spielstand selbst.

Ein Kajak liegt am Ufer eines Bergsees, daneben ein Paddel, das Wasser ist glatt und der Himmel klar.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Drei Formen kommen am häufigsten vor. Eine einfache Linie (etwa Handicap –1.5 oder Über/Unter 2.25) entscheidet binär: gewonnen oder verloren, mit einem möglichen Rückgang des Einsatzes bei einer glatten Hälfte. Eine Linie in Viertelschritten (–0.25, –0.75, –1.25, 2.75) teilt den Einsatz automatisch auf zwei benachbarte Linien auf – zur Hälfte auf die glatte Zahl darunter, zur Hälfte auf die glatte Zahl darüber. Eine Linie mit zwei Zielen (Asian Total 2.25 oder 2.75) behandelt den einen Einsatz wie zwei unabhängige Hälftenwetten. Wer Viertelschritte versteht, liest jede asiatische Wette auf dem Schein.

Wie Einsatz und Gewinn geteilt werden

Bei einer Viertellinie – etwa Handicap –0.75 – passiert beim Tipp auf den Aussenseiter Folgendes: Bei einem Unentschieden wird die Hälfte des Einsatzes zurückbezahlt, die andere Hälfte geht als gewonnene Wette mit dem Teil-Handicap –0.25 in die Auswertung. Bei einem Sieg der getippe A Mannschaft wird die volle Wette gewonnen; bei einer Niederlage mit zwei Toren Differenz oder mehr geht die volle Wette verloren. Wer das nicht weiss, glaubt, die Quote sei zu hoch oder zu niedrig; sie ist genau das, was diese Aufteilung über die Zeit einbringt.

Ein Seeufer mit einem hölzernen Steg, Nebel liegt über dem Wasser, am anderen Ufer erheben sich Berge.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Die Aufteilung gilt unabhängig vom Markt. Bei einer asiatischen Über/Unter-Linie 2.25 und zwei Treffern wird die Hälfte des Einsatzes zurückerstattet, die andere Hälfte verliert als Wette auf «mehr als 2.5 Tore». Bei drei Treffern gewinnt die volle Wette, bei null oder einem Treffer verliert sie. Genau dieses Splitting ist es, das die asiatische Wette von der klassischen Über/Unter-Wette (0.5 / 1.5 / 2.5) unterscheidet: dort gibt es nur gewonnen oder verloren, hier gibt es vier mögliche Ausgänge pro Wette.

Auswertung Schritt für Schritt

Die Auswertung folgt einer festen Reihenfolge, die jedes Buchmacher-System gleich abarbeitet:

  1. Endstand ablesen, Nachspielzeit eingerechnet, Verlängerung und Penaltyschiessen nur, wenn das Wettprogramm es vorsieht.
  2. Handicap oder Torschwelle addieren – je nach Vorzeichen zur Heimmannschaft, Auswärtsmannschaft oder Torsumme.
  3. Den so erhaltenen Wert mit der Wettlinie vergleichen. Liegt das angepasste Resultat zugunsten der gewetteten Seite, ist die Wette gewonnen. Liegt es genau auf der Linie (nur bei glatten Linien möglich), wird der Einsatz zurückerstattet. Liegt es auf der anderen Seite, ist die Wette verloren.
  4. Im Fall einer Viertellinie zwei Hälften getrennt auswerten und das Ergebnis als zwei Teilwetten weiterverarbeiten.
  5. Bei einer Kombiwette jede Voraussage einzeln behandeln, dann die Einzelquoten zur Gesamtquote multiplizieren.

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote. Bei einer asiatischen Einzelwette mit Quote 1.95 und einem Einsatz von CHF 20 sieht die Rechnung so aus: 20 × 1.95 = CHF 39. Bei einer asiatischen Kombiwette aus zwei Voraussagen mit den Einzelquoten 1.90 und 1.85 ergibt sich die Gesamtquote als 1.90 × 1.85 = 3’515; mit einem Einsatz von CHF 10 macht das 10 × 3’515 = CHF 35.15. Bei Sporttip wird das Resultat zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet – aus 35.15 werden so 35.15; aus 35’151 würden 35.16 und auf 5 Rappen genau 35.15; aus 35’158 würden 35.16, abgerundet 35.15. Diese Rundung schluckt einen Bruchteil von Rappen, fällt aber bei kleinen Einsätzen und mehrstufigen Kombiwetten sichtbar ins Gewicht.

Was die Quote über das Angebot verrät

Die Quote eines Marktes ist keine objektive Wahrscheinlichkeit, sondern der Preis, zu dem der Buchmacher die Wette kauft. Was der Wettende dafür zahlt – unsichtbar im Hintergrund – ist die Marge des Marktes. Eine einfache Zwei-Wege-Wette mit beiden Quoten bei 1.90 hat eine Auszahlungsquote von 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1,00 ÷ 1,0526 ≈ 0,9500, also rund 95 Prozent. Die Marge beträgt dann rund 5 Prozent. Bei einer asiatischen Handicap-Linie mit –1.00 @ 1.95 und +1.00 @ 1.95 sieht die Rechnung gleich aus: 1 ÷ (1/1.95 + 1/1.95) ≈ 0,9756, Marge rund 2,4 Prozent – daher rührt der Ruf asiatischer Märkte, «fairer» zu sein, weil die Marge enger ist als bei vielen klassischen 1X2-Märkten. Bei drei möglichen Ausgängen (1X2) ist die Margenrechnung komplizierter; eine typische Verteilung 2.10 / 3.40 / 3.60 ergibt eine Auszahlungsquote von rund 0,90 und eine Marge von etwa 10 Prozent – ein Wert, der in der Schweizer Spielregel-Praxis auf vielen Fussball-Märkten zu finden ist.

Was heisst das für die Spielenden? Eine tiefere Marge bedeutet, dass über sehr viele Wetten hinweg mehr zurückkommt; sie bedeutet nicht, dass eine einzelne Wette eher gewinnt. Wer mit einer Quote von 1.90 wettet, hat jedes Mal eine faire Auszahlung von 90 Prozent, wenn die implizierte Wahrscheinlichkeit stimmt – und verliert auf Dauer 5 Prozent, wenn die tatsächliche Trefferquote seiner Tipps unter der angenommenen liegt. Die Marge ist der Preis, den jede Wette trägt; sie verschwindet nicht, sie wird nur gleichmässig auf alle Quoten verteilt.

Anbieter für asiatische Wetten in der Schweiz

Die zwei zugelassenen Veranstalter

In der Schweiz dürfen nur zwei Organisatoren Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide besitzen eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51); die Aufsicht führt die interkantonale Geldspielaufsicht Gespa. Die Liste der zugelassenen Wettarten ist abschliessend – die Gespa führt eine geschlossene Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen (Stand 10.09.2026), und was dort nicht steht, darf nicht angeboten werden. Ecken- und Kartenmärkte gehören nicht dazu; ein Esports-Abschnitt fehlt; Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind ausgeschlossen.

Die beiden Veranstalter bedienen getrennte Vertragsgebiete. Swisslos führt Sporttip in den Deutschschweizer Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto bei Swisslos steht nur Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Gebiet offen. Die Loterie Romande führt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; ein Online-Konto ist nur dort wohnhaften Personen zugänglich. Beide setzen für die Online-Registrierung ein Mindestalter von 18 Jahren voraus; eine Spielsperre darf nicht bestehen; jede Person darf sich nur einmal registrieren. Der Ausweis wird hochgeladen, die Daten werden ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft – eine Schweizer Sportwette ohne Identitätsprüfung gibt es im legalen Markt nicht.

Was die Anbieter an asiatischen Wetten konkret führen

Ob ein Anbieter asiatische Handicaps auf Torzahlen oder Viertelschritte tatsächlich im Wettprogramm führt, hängt von seinem Produkt und von der Gespa-Liste ab. Die Liste der erlaubten Wetttypen ist abschliessend, aber sie wird technisch-formal beschrieben, nicht mit Markennamen. Klassische asiatische Linien (Handicap –0.25, –0.75, –2.75; Über/Unter 2.25, 2.75) gehören zu den Standardmustern, die in der europäischen Buchmacher-Praxis seit Langem üblich sind und in dieser Form auch von der Gespa-Liste erfasst werden, soweit sie auf einer zugelassenen Sportart und einem zugelassenen Wettbewerb angeboten werden. Was die Schweizer Anbieter im Detail anbieten, prüft der Spielende vor der Platzierung direkt im Wettprogramm – die Sortimente ändern sich saisonal, und die Verfügbarkeit einzelner Linien ist nicht über alle Begegnungen gleich.

Diese Zurückhaltung ist Absicht. Wer in der Schweiz legal wettet, bekommt ein schmales, klar definiertes Angebot; wer ein breiteres Sortiment sucht, findet es nur bei Anbietern ohne Schweizer Bewilligung – mit allen Konsequenzen, die der folgende Abschnitt zu diesen Marken schildert.

Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung

Eine Reihe ausländischer Anbieter – darunter Boomerang Bet, BDMBet, 22Bet, X3Bet, IviBet, Bettilt, FortuneJack und Betclic – werben auch in der Schweiz um Spielende. Keiner dieser Anbieter besitzt eine Schweizer Bewilligung; ihre ausländischen Lizenzen (häufig Curaçao oder kleinere Jurisdiktionen wie Tobique) haben in der Schweiz keine Gültigkeit (Art. 4 BGS). Sie sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen (DNS-Sperre), und es gibt im Streitfall keinen Schweizer Rechtsweg.

Wer bei einem solchen Anbieter wettet, spielt ohne die Schutzmechanismen des BGS: keine zwingende Verlustlimite vor der ersten Wette, kein Eintrag im Sperrregister bei Selbstausschluss, keine Schweizer Aufsicht über die Auswertung. Die ESTV behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen je nach Kanton als steuerbares Einkommen – ohne Rücksicht auf die Höhe. Das ist der Preis für ein breiteres Wettprogramm, und es ist ein Preis, der nicht in der Werbung steht.

Vergleich der Schweizer Wettanbieter für asiatische Wetten

Anbieter Bewilligung in der Schweiz Veranstalter und Produkt
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (Grossspiel) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (Grossspiel) Société de la Loterie de la Suisse Romande; Produkt Jouez Sport
Boomerang Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, nicht anerkannt
BDMBet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, nicht anerkannt
22Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, nicht anerkannt
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, gemeldet Tobique; in der Schweiz nicht anerkannt
IviBet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, nicht anerkannt
Bettilt ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, nicht anerkannt
FortuneJack ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, nicht anerkannt
Betclic ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, nicht anerkannt

Diese Tabelle zeigt nur, was die Gespa-Bewilligung trägt und was nicht. Über Wettprogramm, Quoten oder Limits einzelner Marken sagt sie nichts – dafür ist das Wettprogramm jedes Anbieters selbst die Quelle. Wer asiatische Linien konkret sucht, geht die Begegnungen im Wettprogramm durch und prüft, ob die angebotenen Linien den Viertelschritten entsprechen, die hier erläutert werden.

Was asiatische Wetten im Kern sind

Drei Eigenschaften, die sie zusammen ausmachen

Eine asiatische Wette ist durch drei Eigenschaften definiert. Erstens addiert sie eine Linie zum Ergebnis – ein Handicap oder eine Schwelle – und wertet erst gegen das angepasste Resultat aus. Zweitens kann sie den Einsatz zurückerstatten, wenn das angepasste Resultat genau auf der Linie landet (bei glatten Linien) oder zur Hälfte zurückerstatten, wenn die Linie in Viertelschritten geht und das Ergebnis auf die Hälfte passt. Drittens bricht sie eine Viertellinie in zwei Hälftenwetten auf, die getrennt ausgewertet werden. Wer alle drei kennt, erkennt die Wette auf jedem Schein.

Diese Eigenschaften sind keine Schweizer Besonderheit, sondern die Mechanik, die in Asien entwickelt und im europäischen Markt übernommen wurde. Sie steht oder fällt mit der korrekten Auswertung, und genau da setzt die Regulierung an: nicht an der Wette selbst, sondern an der Frage, wer sie anbieten darf.

Wo die Wette in das Wettprogramm passt

In der Gespa-Liste der erlaubten Wettarten finden sich Handicap- und Totalwetten, die nach diesem Prinzip funktionieren. Sie werden als reguläre Wettmärkte geführt und im Wettprogramm entsprechend dargestellt. Live-Wetten sind in der Schweiz zugelassen, wenn der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat – Sporttip bietet sie an, Jouez Sport ebenfalls. Cash-Out ist nicht staatlich reguliert, sondern eine Funktion, die der Anbieter in seine Bedingungen einbettet: Sporttip kennt Cash-Out als vollständigen Ausstieg ohne Teilbeträge und nur online.

Dass das Sortiment asiatischer Wetten bei den Schweizer Anbietern schmaler ausfällt als bei manchem ausländischen Konkurrenten, hat zwei Gründe. Erstens gibt es nur zwei Veranstalter, beide mit klar definiertem Auftrag. Zweitens ist die Liste der zugelassenen Sportarten und Wetttypen geschlossen, und was nicht in dieser Liste steht, darf nicht angeboten werden – das gilt auch für exotische asiatische Linien, die in ausländischen Wettprogrammen gang und gäbe sind. Wer diese Auswahl ergänzen will, weicht auf ausländische Anbieter aus, mit allen Folgen, die das vorige Schaden-Vermeiden-Kapitel auffächert.

Welche Lesart für asiatische Wetten bleibt

Die asiatische Wette ist eine Verdichtung: zwei Hälftenwetten in einem Einsatz, ein eingebauter Rückzahlungspuffer entlang der Linie, ein Markt mit niedrigerer Marge als das klassische 1X2. Sie ist nicht «besser» im Sinn von höherer Gewinnwahrscheinlichkeit; sie ist anders im Sinn einer anderen Verteilung der Ausgänge. Wer sie versteht, kann sie gezielt einsetzen – als Risikopuffer bei knappen Spielen, als Wetten auf Torsummen mit Rückzahlungskomponente. Wer sie nicht versteht, lässt besser die Finger davon, denn eine Wette mit vier Ausgängen ist nicht intuitiv, auch wenn der Buchmacher sie als Einzelwette verkauft.

Rechtliche Lage für asiatische Wetten in der Schweiz

Wer asiatische Wetten anbieten darf

Die Schweiz unterscheidet zwischen Grossspielen und Kleinspielen; Sportwetten fallen unter die Grossspiele und unterliegen dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS). Beide Teile erteilt die Gespa, die interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat (in Kraft seit 1. Januar 2021). Eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – hat keine Gültigkeit in der Schweiz (Art. 4 BGS). Es gibt keine weiteren zugelassenen Sportwetten-Anbieter; was die Gespa an Listen führt, ist die Sperrliste blockierter ausländischer Domains, nicht eine Liste zugelassener Buchmacher.

Diese Konstruktion bedeutet: Wer in der Schweiz legal eine asiatische Wette platzieren will, kann dies nur bei Swisslos (im Deutschschweizer Vertragsgebiet) oder bei der Loterie Romande (in den sechs Westschweizer Kantonen) tun. Wer bei einem anderen Anbieter wettet, tut dies ohne Schweizer Bewilligung – gleichgültig, was dieser Anbieter auf seiner Startseite über «internationale Lizenz» schreibt.

Welche Wettarten zugelassen sind

Die zugelassenen Wettarten sind in einer geschlossenen Liste der Gespa gefasst (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Sie umfasst die erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen – nur was dort steht, darf angeboten werden. Qualifikationsspiele sind nur dann zugelassen, wenn sie in der Liste stehen; Frauen-Wettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind; Rangwetten nur, wenn das Ranking über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet; Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Ecken- und Kartenmärkte fehlen in der Liste, ebenso ein Esports-Abschnitt. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Was die Liste asiatische Wetten betrifft, so fallen Handicap- und Totalwetten, die nach dem beschriebenen Prinzip funktionieren, unter die zugelassenen Wetttypen, soweit sie auf einer zugelassenen Sportart und einem zugelassenen Wettbewerb angeboten werden. Die formale Beschreibung in der Liste trägt keine Markennamen; was im Wettprogramm als «Asian Handicap» oder als «Über/Unter 2.25» erscheint, ist eine konkrete Anwendung dieses Prinzips. Der Spielende erkennt die Mechanik an Viertelschritten und an Linien mit halber Rückzahlung – nicht am Etikett auf dem Schein.

Werbung, Boni und Promotionen

Werbung für nicht in der Schweiz bewilligte Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS); werblich darf nicht in irreführender Weise oder an Minderjährige oder gesperrte Personen gerichtet werden (Art. 74 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); im Jahr 2025 hat die Gespa 24 solcher Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Bonushöhen und Bedingungen stammen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters – sie sind Vertragsrecht zwischen Anbieter und Spielendem, nicht von der Gespa geprüft oder genehmigt.

Ein Promo-Code, ein konkreter Bonus oder ein einzelner Gratisspielguthaben-Betrag gehört nicht auf eine redaktionelle Seite. Wer sich für konkrete Angebote interessiert, liest die jeweils aktuellen Bedingungen direkt beim Anbieter – sie können sich kurzfristig ändern, und was gestern galt, muss heute nicht mehr gelten.

Steuern auf Gewinne

Gewinne aus in der Schweiz bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; der Bundesfreibetrag beträgt ab 1.1.2026 CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400), der kantonale Freibetrag weicht je nach Kanton ab – er wird je nach Kanton unterschiedlich gehandhabt. Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer zurück, die der Spielende über die Steuererklärung zurückholen kann. Für die meisten Spielenden – mit Einzelgewinnen weit unter dem Freibetrag – fällt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn an. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz.

Für Gewinne aus ausländischen Grossspielen gilt eine andere Logik: sie unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis – etwa Thurgau – behandelt solche Gewinne als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist ein realer Unterschied zwischen einer Wette bei Sporttip und einer Wette bei einem ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung.

Schutz für Spielende bei asiatischen Wetten

Verlustlimiten und ihre Mechanik

Vor der ersten Wette müssen Spielende bei Sporttip Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen; der Tageshöchstwert liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort; eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – diese Frist geht auf das Schweizer Recht zurück (Art. 87 VGS sieht 24 Stunden vor; Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an, was strenger ist als das Minimum). Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich; sie wirkt zusätzlich zur Verlustlimite.

Diese Limits wirken unmittelbar in der Auswertung – ein überschrittener Tageseinsatz wird vom System abgelehnt, bevor die Wette platziert wird. Bei einer asiatischen Wette mit Viertelschritten wird die Limite auf den Gesamtbetrag des Einsatzes angewendet, nicht auf die beiden Hälften separat; wer eine Viertel-Linie zu CHF 40 wettet, hat CHF 40 eingesetzt, nicht zweimal CHF 20. Das ist ein konkreter Punkt, an dem die Aufteilungsmechanik der asiatischen Wette mit dem Schutzmechanismus der Limite zusammentrifft.

Spielsperre und Sperrregister

Wer sich selbst ausschliessen will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren lassen – eine Aufhebung vor Fristablauf ist nicht möglich. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Casinos, einschliesslich Online-Casinos, sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer im Register steht, kann kein Konto mehr eröffnen und keine Wette mehr platzieren; ausstehende Gewinne verfallen zugunsten der Swisslos.

Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden (Art. 84 VGS); eine Fachstelle ist einzubeziehen (Art. 81 BGS). Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Wer gesperrt ist oder das Mindestalter nicht erreicht, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Bei einer asiatischen Wette, die vor der Sperre platziert wurde, wird die Auswertung ganz normal durchgeführt; die Sperre wirkt nur auf künftige Wetten.

Schutz vor Übersichtlichkeit asiatischer Wetten

Eine asiatische Wette ist für ungeübte Augen ein Buch mit sieben Siegeln: vier mögliche Ausgänge bei einer Viertellinie, getrennte Auswertung, Rückzahlung der Hälfte, Multiplikation mit einer zweiten Quote in der Kombiwette. Diese Komplexität hat einen praktischen Effekt: wer nicht weiss, was er wettet, setzt schneller einen höheren Betrag, als er beabsichtigt hat. Genau hier setzt die Schutzlogik der Verlustlimite an – sie ist nicht primär gegen Spielsucht gerichtet, sondern gegen die schleichende Erhöhung des Einsatzes durch eine unübersichtliche Mechanik.

Die Empfehlung, die daraus folgt: Wer asiatische Wetten platziert, prüft vor der Bestätigung den Gesamteinsatz (inklusive Aufteilung), die beiden möglichen Endstände, die zur Hälfte zurückerstattet würden, und die Quote im Verhältnis zur implizierten Wahrscheinlichkeit. Wer das nicht in einer Minute lesen kann, lässt die Wette liegen. Die Verlustlimite ist der äusserste Schutz; das Verständnis der Wette ist der erste.

Wo Hilfe greift

Die Fachstellen der Kantone sind die erste Adresse bei Spielproblemen; sie beraten kostenlos und anonym. Das nationale Sperrregister ist bei der Gespa angesiedelt; eine Eintragung wirkt schweizweit. Die Verlustlimite und die freiwillige Einzahlungslimite werden im persönlichen Konto bei Swisslos oder bei der Loterie Romande gesetzt – sie sind nicht im Wettprogramm selbst zu finden, sondern im Bereich Konto oder Spielerschutz der jeweiligen Plattform. Wer eine Pause braucht, wählt die Sperre nicht die Wette – die Wette lässt sich nicht zurücknehmen, eine Sperre schon.

Wettarten, Quoten und Kombinationen

Asian Handicap als Halbfunktionsmechanismus

Ein Asian Handicap wird in Viertelschritten angeboten – 0.25, 0.5, 0.75, 1.25, 1.5, 1.75, 2.25 und so weiter. Eine glatte Linie (0, 1, 2) führt zu voller Rückzahlung bei einem Unentschieden auf der Linie; eine halbe Linie (0.5, 1.5, 2.5) kennt nur gewonnen oder verloren. Eine Viertellinie (0.25, 0.75, 1.25, 1.75) teilt den Einsatz in zwei Hälftenwetten, die nach benachbarten Linien ausgewertet werden. Die Aufteilung wird intern verrechnet; auf dem Wettschein erscheint sie als einzelne Position.

Wer auf ein Handicap –1.25 auf Mannschaft A wettet und A gewinnt mit zwei Toren Differenz, gewinnt die volle Wette; bei einem Tor Differenz verliert die eine Hälfte (Handicap –1.5), die andere Hälfte (Handicap –1.0) wird als Push behandelt und der Einsatz dieser Hälfte zurückerstattet. Wer auf +0.25 auf Mannschaft B wettet und das Spiel endet unentschieden, verliert die eine Hälfte (Handicap 0.0, Push, Einsatz zurück) und gewinnt die andere Hälfte (Handicap +0.5). Wer das nicht versteht, wettet gegen sich selbst.

Asiatische Über/Unter-Wetten

Eine asiatische Über/Unter-Linie funktioniert nach demselben Prinzip, nur gegen die Torsumme statt gegen eine Mannschaft. Eine Linie 2.25 teilt den Einsatz in eine Wette auf «mehr als 2.0 Tore» (Push bei genau 2, gewonnen bei 3 oder mehr) und eine Wette auf «mehr als 2.5 Tore» (gewonnen bei 3 oder mehr). Bei zwei Treffern wird die erste Hälfte zurückerstattet, die zweite verloren; bei einem oder null Treffern ist beides verloren. Bei drei oder mehr Treffern ist beides gewonnen.

Der Unterschied zur klassischen Über/Unter-Wette ist nicht die Quote, sondern die Verteilung der Ausgänge: die klassische Linie 2.5 kennt nur gewonnen oder verloren, die asiatische Linie 2.25 kennt drei Ausgänge (gewonnen, halb verloren, halb zurückerstattet). Genau diese zusätzliche Möglichkeit der Rückzahlung führt zu Quoten, die zwischen den klassischen Linien 2.0 und 2.5 liegen – und sie ist der Grund, warum asiatische Linien von Wettenden mit klarer Erwartung an die Torsumme geschätzt werden.

Kombiwetten mit asiatischen Linien

Bei einer Kombiwette wird die Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten berechnet; bei Sporttip wird das Resultat zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Eine Kombiwette aus zwei asiatischen Linien mit Einzelquoten 1.85 und 1.95 ergibt eine Gesamtquote von 1.85 × 1.95 = 3.6075 – abgerundet 3.60, und mit einem Einsatz von CHF 10 macht das 36.00.

Ein praktischer Punkt: bei einer Kombiwette mit einer Viertellinie wird zuerst jede Voraussage einzeln ausgewertet (inklusive allfälliger Teilrückzahlungen), dann die effektiven Quoten der ausgewerteten Voraussagen multipliziert. Es gibt keine zusätzliche Korrektur für teilweise Rückzahlung; was zurückerstattet wird, fällt aus der Multiplikation heraus. Wer eine asiatische Linie mit halbem Push in einer Kombiwette hat, verliert nicht die gesamte Kombiwette – sie wird mit der effektiven Quote der verbleibenden Voraussagen weitergeführt. Das ist eine konkrete Auswertungsfrage, die viele Spielende falsch einschätzen.

Cash-Out und seine Grenzen bei asiatischen Wetten

Cash-Out bei Sporttip ist nur als vollständiger Ausstieg verfügbar – eine Teilauszahlung gibt es nicht. Es gilt für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiger Ausstieg. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen; Swisslos muss Cash-Out nicht für jeden Markt garantieren und kann den Cash-Out-Betrag jederzeit ändern. Der Cash-Out-Betrag liegt typischerweise unter dem möglichen Wettgewinn, wenn die Wette ohne Cash-Out zu Ende laufen würde.

Bei einer asiatischen Wette mit Viertelschritten ist Cash-Out nur als Gesamtposition sinnvoll – die interne Aufteilung wird vom System übernommen, der ausgewiesene Cash-Out-Betrag spiegelt die interne Auswertung. Wer die Position vorzeitig schliessen will, bekommt den vom System gerechneten Wert; er hat keinen Einfluss auf die Aufteilung. Bei einer Kombiwette mit teilweise laufenden Spielen kann der Cash-Out-Betrag stark schwanken, und es gibt keine Garantie, dass er zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbar ist.

Sporttip Kombiboost und seine Regeln

Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online – Prematch, Live und Systemwetten – und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von je 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier Voraussagen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Für asiatische Wetten in Kombinationen gilt: jede Voraussage muss die Mindestquote 1.50 erreichen, sonst zählt sie nicht für den Boost. Eine asiatische Viertellinie mit effektiver Quote knapp unter 1.50 fällt aus dem Boost heraus – die effektive Quote nach Aufteilung kann höher oder tiefer liegen als die angezeigte Linienquote. Wer den Boost plant, prüft die effektive Quote jeder Voraussage, nicht nur die Linienquote auf dem Schein.

Sporttip Quoten- und Profitboosts

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Spielendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Auch hier gilt: asiatische Wetten sind nicht von der Boost-Mechanik ausgenommen, aber die Mindestquoten und die Aufteilungslogik müssen zusammenpassen. Eine asiatische Linie, deren effektive Quote nach interner Aufteilung unter der für den Boost verlangten Mindestquote liegt, wird nicht geboostet – der Boost berechnet sich auf den ausgewiesenen Nettogewinn, nicht auf den möglichen Höchstgewinn einer glatten Linie. Wer einen Boost nutzen will, prüft die Bedingungen des konkreten Angebots im Wettprogramm.

Operative Details für die Schweiz

Konto, Einzahlung, Auszahlung

Die Registrierung bei Swisslos verlangt einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, ein Mindestalter von 18 Jahren und keine bestehende Spielsperre; jede Person darf sich nur einmal registrieren. Der Ausweis wird hochgeladen, die Daten werden ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Die Registrierung bei der Loterie Romande folgt der analogen Logik im Westschweizer Vertragsgebiet.

Einzahlungen laufen über das Swisslos-Wallet oder das Loterie-Romande-Spielkonto; Mindestbetrag CHF 20, Tageslimit CHF 10’000, der Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay ist eine der angebotenen Zahlungsarten bei Swisslos; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Auszahlungen von Spielguthaben auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto sind zweimal pro 365 Tage kostenlos; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto überwiesen. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks.

Limits für Sporttip

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1; der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limits jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über dem Limit wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2); der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt bei Jouez Sport CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Limits und ihre Wirkung auf asiatische Wetten

Eine Viertellinie wird intern als zwei Hälftenwetten geführt; auf den Mindesteinsatz wirkt sie als einzelne Position. Bei Sporttip heisst das: wer CHF 1 auf eine Viertellinie setzt, setzt CHF 1, nicht zweimal CHF 0.50 – das Limit gilt für die Position. Beim Höchsteinsatz gilt dasselbe: CHF 1’000 auf einer Einzelwette mit Viertelschritten ist CHF 1’000, nicht CHF 2’000. Bei Kombiwetten wird jede Voraussage einzeln gegen das Höchstlimit geprüft; eine asiatische Voraussage in einer grossen Kombiwette kann das Limit erreichen, bevor die anderen Voraussagen hinzukommen.

Eine Rückzahlung der Hälfte wirkt sich auf den Gewinn, nicht auf den Einsatz aus: bei einer Wette mit halbem Push wird der Einsatz der zurückerstatteten Hälfte zurückgebucht, die andere Hälfte wird mit der reduzierten Linie ausgewertet. Die Verlustlimite des Spielenden berücksichtigt nur den geleisteten Einsatz, nicht den potenziellen Gewinn – wer eine Viertellinie mit CHF 100 setzt und die Hälfte zurückbekommt, hat CHF 100 gegen die Tageslimite angerechnet, nicht CHF 50.

Live-Wetten und ihre Sonderregeln

Live-Wetten bei Sporttip sind unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreten des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, VAR-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das gilt für alle Wettarten, einschliesslich asiatischer Linien – eine Wette auf «mehr als 1.5 Tore» nach dem 2:0 wird mit Quote 1.00 gewertet, der Einsatz wird zurückerstattet.

Für asiatische Viertellinien heisst das: wird eine Voraussage nach dem tatsächlichen Eintreten platziert, wird die ganze Voraussage mit Quote 1.00 gewertet; eine interne Aufteilung gibt es in diesem Fall nicht. In einer spielentscheidenden Situation kann eine asiatische Linie, die live platziert wird, mit Quote 1.00 enden – der Einsatz wird zurückerstattet, ein Gewinn oder Verlust findet nicht statt. Das ist eine konkrete Formulierung, die das Risiko einer Live-Wette auf eine asiatische Linie in einer spielentscheidenden Situation klar begrenzt.

Wettschein-Einlösung in Verkaufsstellen

Jouez Sport-Wettscheine mit einem Gewinn oder einer Einsatz-Rückerstattung bis CHF 200 können in jeder Jouez-Sport-Verkaufsstelle eingelöst werden; bei genügend Bargeld darf eine Verkaufsstelle bis höchstens CHF 2’000 auszahlen. Für höhere Gewinne gelten die bankseitigen Auszahlungswege. Diese Infrastruktur gehört zum Westschweizer Modell der Loterie Romande und ist im Deutschschweizer Modell der Swisslos in vergleichbarer Form nicht in derselben Struktur vorhanden.

Verfall und Einsprache

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Für asiatische Linien gilt diese Fristenlogik ohne Besonderheit – die Mechanik der Wette ändert die Fristen nicht.

Asiatische Wetten im Schweizer Markt: Einordnung

Was die zwei Anbieter konkret leisten

Swisslos Sporttip bedient das grössere Vertragsgebiet – die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein – und führt Live-Wetten, Cash-Out als vollständigen Ausstieg online, Quoten- und Profitboosts, einen Kombiboost für online platzierte Wetten sowie Systemwetten. Der Mindesteinsatz von CHF 1 pro Position ist für gelegentliche Spielende mit kleinem Budget passend; der Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette lässt für höhere Engagements Raum. Die Verlustlimiten und die 72-Stunden-Frist für eine Erhöhung sind strenger als das gesetzliche Minimum. Die Aufsicht durch die Gespa und der integrierte Spielerschutz machen den Anbieter für sicherheitsorientierte Spielende zur ersten Wahl im Deutschschweizer Raum.

Loterie Romande Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone und führt ein paralleles Angebot mit ähnlicher Schutzlogik. Der Mindesteinsatz liegt mit CHF 2 etwas höher, der Höchsteinsatz mit CHF 500 tiefer; die Struktur mit Verkaufsstellen und Wettscheinen vor Ort gehört zum Westschweizer Modell. Wer im Vertragsgebiet der Loterie Romande wohnt und das Online-Konto nicht nutzen will, findet mit den Verkaufsstellen einen analogen Zugang. Für Spielende mit kleinerem Budget und gelegentlicher Wettfrequenz ist das Modell passend; für höhere Einsätze stösst der Höchsteinsatz schneller an seine Grenze als bei Sporttip.

Beide Anbieter erfüllen die Voraussetzungen des BGS: Schweizer Bewilligung, Gespa-Aufsicht, Anbindung an das Sperrregister, Pflicht zur Verlustlimite vor der ersten Wette, Pflicht zur Identitätsprüfung. Wer in der Schweiz legal und geschützt wetten will, hat keine andere Wahl als diese zwei – und genau diese Engführung prägt das Angebot.

Was die ausländischen Anbieter leisten – und was sie nicht leisten

Boomerang Bet, BDMBet, 22Bet, X3Bet, IviBet, Bettilt, FortuneJack und Betclic werben um Schweizer Spielende mit asiatischen Wetten, ohne eine Schweizer Bewilligung zu besitzen. Ihr Vorteil ist das breitere Wettprogramm und oft eine tiefere Marge in asiatischen Märkten; ihr Nachteil ist die fehlende Schweizer Aufsicht und die fehlende Anbindung an das Sperrregister. Eine Wette bei einem dieser Anbieter ist nicht verboten – der Spielende wird nicht bestraft –, aber das Geld und der Gewinn sind im Streitfall ohne Schweizer Schutz, und die Steuerbehandlung ist je nach Kanton weniger günstig.

Wer eines dieser Angebote nutzt, sollte sich bewusst sein, dass die Gespa die Domains jederzeit auf die Sperrliste setzen kann; eine DNS-Sperre kann den Zugang ohne Vorwarnung unterbrechen. Das ist kein theoretisches Risiko – die Gespa-Sperrliste zählte Ende 2025 671 Domains, und die Liste wird laufend aktualisiert.

Welcher Anbieter zu welchem Spielenden passt

Für die meisten Spielenden in der Schweiz, die asiatische Wetten platzieren wollen, ist die Wahl zwischen Sporttip und Jouez Sport durch den Wohnsitz vorgegeben – beide Anbieter bedienen klar getrennte Vertragsgebiete. Wer im Deutschschweizer Raum wohnt, nutzt Sporttip; wer im Westschweizer Raum wohnt, nutzt Jouez Sport; eine Mischung ist nicht möglich, da ein Online-Konto an das Vertragsgebiet gebunden ist.

Innerhalb dieser Wahl sind die Unterschiede vor allem operativ: Höchsteinsatz, Verkaufsstellenstruktur, Wettscheinhandling. Wer höhere Einsätze plant, ist mit Sporttip besser bedient (CHF 1’000 pro Einzel-/Kombiwette gegenüber CHF 500 bei Jouez Sport). Wer das Westschweizer Verkaufsstellenmodell schätzt, findet dort den ihm vertrauten Weg. Die Marge der asiatischen Linien selbst hängt vom Markt ab, nicht vom Anbieter – sie wird vom Markt und vom Wettprogramm bestimmt, nicht von der Organisationsstruktur.

Die ehrliche Ausgangslage

Die Schweiz hat einen engen, gut regulierten, aber schmalen Markt für Sportwetten. Zwei Anbieter, eine geschlossene Liste der erlaubten Wettarten, eine starke Spielerschutz-Architektur, kein Casino-Backup im selben Konto – das ist das bewusst gewählte Modell, und es hat seinen Preis. Wer asiatische Wetten in voller Breite sucht, findet sie dort nur teilweise; wer sie sucht und bereit ist, die Schweizer Schutzmechanismen abzugeben, findet sie bei ausländischen Anbietern, aber ohne Schweizer Rechtsweg und mit möglicher DNS-Sperre.

Diese Engführung ist kein Zufall, sondern Ausdruck des politischen Entscheids, Sportwetten in der Schweiz als öffentliche Aufgabe zu führen und ihre Erträge an die Kantone fliessen zu lassen (Art. 125 BGS). Die Spielenden bezahlen dafür mit einem schmaleren Angebot und teilweise höheren Margen; sie bekommen dafür den Schutz, den kein ausländischer Anbieter bietet.

Häufige Fragen zu asiatischen Wetten

Was sind asiatische Wetten?

Asiatische Wetten sind ein Auswertungsverfahren, bei dem eine Linie – ein Handicap oder eine Torschwelle – zum Ergebnis addiert oder davon abgezogen wird; bei Viertelschritten wird der Einsatz in zwei Hälftenwetten aufgeteilt, und bei einem genauen Treffer auf der Linie kann der Einsatz ganz oder halb zurückerstattet werden. Die Quote spiegelt diese Mechanik und liegt meist enger am fai ren Preis als bei klassischen 1X2-Märkten.

Was bedeutet eine asiatische Wette bei Torwetten?

Bei asiatischen Torwetten (Asian Totals) wird eine Torschwelle wie 2.25 zum tatsächlichen Spielstand addiert: bei zwei Treffern wird die Hälfte des Einsatzes zurückerstattet, die andere Hälfte geht als Wette auf «mehr als 2.5» verloren; bei drei oder mehr Treffern gewinnt die volle Wette, bei null oder einem Treffer verliert sie. Es gibt also drei mögliche Ausgänge statt der üblichen zwei bei einer klassischen Über/Unter-Wette.

Wie unterscheiden sich asiatische Torwetten von der klassischen Über-Unter-Wette?

Die klassische Über/Unter-Linie (etwa 2.5) kennt nur gewonnen oder verloren. Die asiatische Linie (etwa 2.25 oder 2.75) teilt den Einsatz in zwei Hälften auf benachbarte Linien und kann bei einem Ergebnis, das auf die glatte Hälfte der Linie fällt, die Hälfte des Einsatzes zurückerstatten. Die Quote asiatischer Linien liegt zwischen den entsprechenden klassischen Linien und reflektiert diese zusätzliche Möglichkeit.

Wie wird der Spielstand bei Live-Wetten mit Handicap gewertet?

Bei Sporttip-Livewetten wird der Spielstand zum Zeitpunkt der Platzierung genommen; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreten des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, VAR-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Eine asiatische Linie, die nach einem spielentscheidenden Ereignis platziert wird, wird entsprechend behandelt – die Aufteilung in Hälften entfällt in diesem Fall.

Welche Anbieter dürfen solche Wetten in der Schweiz anbieten?

In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip (Deutschschweizer Kantone, Tessin und Liechtenstein) und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport (sechs Westschweizer Kantone) Sportwetten anbieten; beide besitzen eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa beaufsichtigt. Andere Anbieter – gleichgültig mit welcher ausländischen Lizenz – haben keine Schweizer Bewilligung; ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen.

Welche Rolle spielen Verlustlimiten, wenn der Einsatz auf mehrere Handicaps aufgeteilt wird?

Die Verlustlimite wirkt auf den geleisteten Einsatz, nicht auf die Anzahl der internen Hälften – wer CHF 100 auf eine asiatische Viertellinie setzt, hat CHF 100 gegen die Tageslimite angerechnet, nicht zweimal CHF 50. Eine Rückzahlung der halben Wette gibt den Einsatz der zurückerstatteten Hälfte zurück; die andere Hälfte wird mit der reduzierten Linie ausgewertet. Die Aufteilung ist operativ, nicht in Bezug auf die Schutzlimite getrennt.

Inhalt erstellt vom Team «fussballwettenportal»