US Open wetten in der Schweiz – was erlaubt ist und was eine Quote kostet
Ladevorgang...
Datenstand: Oktober 18, 2026 · Geprüft gegen die Spielregeln von Sporttip (Version 4.2), die Gespa-Bewilligungsliste und den Geschäftsbericht 2025 von Swisslos.
Die US Open 2026 sind vorbei. Vom 30. August bis 13. September 2026 wurde in New York auf Hartplatz gespielt, Alexander Zverev holte das Herreneinzel, Jelena Rybakina das Dameneinzel. Wer jetzt nach US-Open-Wetten sucht, sucht für die nächste Ausgabe. Was sich nicht verschiebt, ist der Rahmen in der Schweiz: Nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport dürfen Sportwetten anbieten, beide brauchen dafür eine Grossspiel-Bewilligung nach dem Geldspielgesetz (BGS). Alles andere läuft ohne Schweizer Bewilligung, fällt nicht unter das hiesige Sperrregister und kann von der Gespa jederzeit auf die Sperrliste gesetzt werden. Diese Seite trägt zusammen, was an Wettarten, Quoten und Limits auf die zwei bewilligten Veranstalter zukommt – und was eine Quote eigentlich abbildet, bevor sie auszahlt.
Spielplan, Belag und Form: was die US Open als Wettgegenstand ausmacht
Hartplatz New York, zwei Wochen, vier Runden pro Setzungsrunde
Die US Open sind das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres und das einzige, das konsequent auf Hartplatz entschieden wird. Das USTA Billie Jean King National Tennis Center liegt in Flushing Meadows, Queens, das Arthur Ashe Stadium als Hauptplatz fasst 23’771 Zuschauer und bekam 2016 das schliessbare Dach. Gespielt wird seit 1978 auf Hartplatz, davor war der Belag von 1975 bis 1977 Sand und über lange Zeit zuvor Rasen. Der Veranstalter, die United States Tennis Association, richtet das Turnier seit 1881 aus, anfangs im Newport Casino in Rhode Island. Diese Konstanten – Hartplatz, Spätsommer in New York, amerikanische Sommerserie als Vorbereitung – formen das Spielmaterial, auf das gewettet wird.

Der Spielplan ist streng getaktet: Herren- und Dameneinzel, Doppel und Mixed, dazu die Qualifikation. Wer eine Setzungsrunde vorhersagen will, braucht den Spielplan dazu, weil der Hauptplatz nur eine Partie pro Tag trägt und die Underdog-Storys meist in der ersten Wochenhälfte laufen. Wer auf den Gesamtsieger setzt, schliesst zwei Wochen und sieben Runden in einer Quote zusammen. Wer auf einzelne Matches wettet, sieht den Spielplan in der App oder im Wettprogramm.
Form, Belag, Head-to-Head – was eine Vorab-Einschätzung trägt
Eine begründete Einschätzung vor dem Turnier ruht auf drei Säulen, die alle unabhängig voneinander tragen oder kippen: die Form der letzten Wochen, der Belag als solcher und der direkte Vergleich. Auf Hartplatz gewinnt der Aufschlag an Wert, die Rallys werden kürzer, Big Server bekommen mehr Tiebreaks – das sind keine Tipps, das sind strukturelle Verschiebungen, die seit Jahren dokumentiert sind. Wer Sabalenka oder Alcaraz auf Sand tippt, tippt gegen deren Stärke, und wer sie auf Hartplatz tippt, tippt in deren Profil. Das gilt für die meisten Spitzenspieler, die ihre Karriere über Belagunterschiede definieren.

Head-to-Head-Daten helfen, aber sie sind kein Automatismus. Ein Spieler, der gegen einen anderen auf Sand 6:0 führt, kann auf Hart 0:6 hinten liegen, ohne dass sich an seinem Können etwas geändert hat. Belagneutralität ist ein Lesartfehler. Wer trotzdem tippt, soll es mit einer Begründung tun, die diese Asymmetrie benennt.
Was die jüngste Ausgabe an Form zeigte
Die US Open 2026 sind ausgespielt. Im Herreneinzel gewann Alexander Zverev gegen Ben Shelton 6:3, 7:6(2), 5:7, 6:2, im Dameneinzel Jelena Rybakina gegen Aryna Sabalenka 6:4, 5:7, 6:2. Beide Finalsätze waren umkämpft, was für die Formkurven beider Verliererinnen spricht. Shelton hat in New York seine zweite Grand-Slam-Halbfinalserie gespielt, was ihn für 2026 als Titelkandidat nicht automatisch macht, aber als Spieler, dessen Spiel auf Hartplatz trägt. Solche Reads kommen aus den Ergebnissen, nicht aus Vorab-Quoten.
Rekordhalter im Herreneinzel bleiben mit je 7 Titeln Larned, Sears und Tilden, im Dameneinzel Molla Mallory mit 8 Titeln – Zahlen, die lang sind, weil sie zu einer Zeit gesammelt wurden, als das Turnier noch ohne Profistruktur stattfand. Sie sagen wenig über die Gegenwart, aber sie zeigen, wie alt das Turnier ist und warum Formzyklen kurz sind.
Veranstalter im Vergleich: wer in der Schweiz US Open anbieten darf
Nur zwei Grossspiel-Bewilligungen, klar getrennte Gebiete
In der Schweiz dürfen Sportwetten nur von zwei Veranstaltern angeboten werden, beide mit Grossspiel-Bewilligung nach dem BGS und unter Aufsicht der Gespa. Swisslos betreibt Sporttip für die deutschsprachigen Kantone, das Tessin und Liechtenstein – also AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die Westschweiz – FR, GE, JU, NE, VD und VS. Wer im einen Gebiet wohnt, kann beim anderen Veranstalter kein Online-Konto eröffnen. Das ist nicht ein Produktdetail, das ist die Bewilligungslogik.
Beide Veranstalter sind Genossenschaften beziehungsweise Aktiengesellschaften mit kantonaler und interkantonaler Trägerschaft, beide führen einen wesentlichen Teil ihrer Reingewinne an den Sport ab. Swisslos hat 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. ausgeschüttet, davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz; aus den Sportwetten allein stammten CHF 109 Mio. Diese Struktur ist der Grund, warum die Werbung dieser Veranstalter anders klingt als die Werbung kommerzieller Buchmacher – es geht um Mittel für den Breitensport, nicht um Aktionärsausschüttungen.
| Veranstalter | Schweizer Bewilligung | Angebotsgebiet |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Grossspiel-Bewilligung BGS (Gespa) | Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein |
| Loterie Romande Jouez Sport | Grossspiel-Bewilligung BGS (Gespa) | Westschweiz (FR, GE, JU, NE, VD, VS) |
| Rollbit, MyStake, AmunRa, Duelbits, Gamdom, BetLabel, ZotaBet, X3Bet | keine Schweizer Bewilligung | aussen, DNS-Sperre möglich |
Die Bewilligung bedeutet konkret: Veranstalter- und Spielbewilligung, Aufsicht durch die Gespa, Anschluss an das Schweizer Spielersperrregister, Auszahlung nur auf ein Konto im Namen des Spielenden, keine Kredite an Spieler, kein anonymer Zahlungsweg. Die Werbung der beiden Veranstalter unterliegt den BGS-Vorgaben, fremde Marken dürfen in der Schweiz gar nicht für unerlaubte Angebote werben – Verstösse werden mit Bussen bis CHF 500’000 geahndet.
Warum die anderen Marken auftauchen, ohne erlaubt zu sein
Wer online nach US-Open-Wetten sucht, stösst auf eine lange Liste internationaler Marken, von Rollbit über MyStake bis X3Bet. Keine dieser Marken hat in der Schweiz eine Bewilligung. Eine ausländische Konzession – Curaçao, Malta, Tobique Gaming Commission in Kanada – hat nach Art. 4 BGS hier keine Wirkung. Diese Marken sind nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, Spieler mit Wohnsitz in der Schweiz haben dort keinen hiesigen Rekursweg, und die Gespa kann ihre Domains auf die Sperrliste setzen, was eine DNS-Sperre bei Schweizer Internetprovidern auslöst. Per Ende 2025 standen 671 Domains auf dieser Liste.
Die Liste ist lang, weil Schweizer Spieler sie sehen. Sie zu kennen ist kein Werben, es ist das Gegenteil: Wer die Liste versteht, versteht, warum die zwei bewilligten Veranstalter nicht ersetzbar sind, ohne auf das hiesige Schutzsystem zu verzichten.
Kernbegriffe: was Bewilligung, Grossspiel und Sperrliste wirklich heissen
Grossspiel und das BGS – der Rahmen, in dem Sportwetten stattfinden
Das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51) ist seit 1. Januar 2019 in Kraft. Es definiert Sportwetten als Grossspiel, wenn sie online angeboten werden, und verlangt dafür pro Veranstalter eine Veranstalterbewilligung und pro Spiel eine Spielbewilligung. Die Aufsicht liegt bei der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Das Geldspielkonkordat der Kantone trat am 1. Januar 2021 in Kraft und ist die Grundlage, auf der die Gespa operiert.
Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz, wie Art. 4 BGS festhält. Eine ausländische Lizenz ist hier kein Ersatz. Was angeboten werden darf, steht in der Bewilligung – und auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Diese Liste ist die engste Stelle im System: Sie entscheidet, ob auf eine Partie gewettet werden darf, ob es eine Vorrunde braucht, ob Frauenwettbewerbe hereinkommen, ob es eine Live-Wette auf den nächsten Punkt gibt. Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden.
Verlustlimite, Einzahlungslimite, Spielsperre
Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende bei Sporttip eigene Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 (für unter 21-Jährige CHF 1’000). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – was gegen Spontanität helfen soll, die sich nach einer verlorenen Wette einstellt. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Diese Limite sind eigene Setzungen, der Staat schreibt sie nicht vor, der Veranstalter verlangt sie.
Eine Spielsperre lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst setzen, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird ins schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie in Liechtenstein. Freiwillig heisst hier nicht beliebig: Eine Selbstsperre lässt sich gemäss VGS frühestens nach drei Monaten aufheben, mit Einbezug einer Fachstelle. Wer gesperrt ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn aus Wetten, die trotzdem zustande kamen.
Zahlung, Identität, Konto
Online-Teilnahme bei Swisslos verlangt mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet und keine bestehende Spielsperre. Jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Identität wird aus einem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Auszahlungen gehen nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Spielenden – anonym oder über Kryptowährungen ausgezahlt wird in der bewilligten Schweiz nicht. Kredit an Spieler ist verboten, das BGS verbietet das ausdrücklich.
Das heisst: Wetten bei Sporttip und Jouez Sport laufen über verifizierte Schweizer Zahlungswege. Welche Marken – PostFinance, Banküberweisung, Karten – tatsächlich angenommen werden, ist Sache des Veranstalters und steht in dessen Bedingungen.
Wettarten, Quoten und Marge: was eine Quote wirklich enthält
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette, Langzeitwette
Die vier Grundformen sind über das ganze Wettprogramm hinweg dieselben. Die Einzelwette setzt auf ein Ereignis, die Kombiwette auf mehrere, deren Quoten multipliziert werden, die Systemwette kombiniert mehrere Wetten in einer Struktur, die auch bei einem falschen Tipp noch etwas zahlt, und die Langzeitwette setzt auf ein fernes Ereignis – bei den US Open typischerweise auf den Turniersieger, einen Halbfinalisten oder eine/n Spieler/in, der/die das Viertelfinale erreicht.
Bei Sporttip sind Mindest- und Höchsteinsätze klar definiert: Einzel- und Kombiwetten ab CHF 1, maximal CHF 1’000 pro Wette; Systemwetten bis CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen anpassen; eine Wette über der Limite wird gar nicht erst angenommen. Diese Beträge sind klein genug, dass sie einen durchschnittlichen Spielenden nicht behindern, und gross genug, dass die meisten privaten Budgets sie nicht ausschöpfen.
Wie die Quote auf den Turniersieger entsteht
Eine Quote auf den Turniersieger ist die multiplizierte Einschätzung jedes einzelnen Matches, das ein Spieler oder eine Spielerin bis zum Titel gewinnen muss. Wer auf den Favoriten setzt, bekommt eine tiefe Quote, weil das Eintreten wahrscheinlich ist. Wer auf einen Aussenseiter setzt, bekommt eine hohe Quote, weil viele Spiele gewonnen werden müssen, in denen die Quote für den Gegner jeweils tiefer liegt. Die Quote ist kein Tipp, sie ist der Preis, den der Veranstalter für jedes mögliche Ergebnis anbietet.
Bei der Preisbildung wird nicht nur die Wahrscheinlichkeit geschätzt, sondern auch die eigene Marge eingepreist. Ein Markt mit zwei Ausgängen und fairen Quoten 2.00 / 2.00 würde 100 % auszahlen, also nichts verdienen. Der Veranstalter senkt beide Quoten leicht – 1.90 / 1.90 zum Beispiel – und behält die Differenz. Im Musterfall einer Zweiwege-Wette mit Quoten 1.90 / 1.90:
- Auszahlungsquote = 1 / (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 0.95, also 95 % aller Einsätze.
- Marge = 1 − 0.95 = 0.05, also 5 %.
Eine Marge von rund 5 % ist für gut sortierte Zweiwege-Märkte normal, bei vielen Ausgängen oder Live-Märkten kann sie höher liegen. Die Marge ist der Anteil, der nicht an die Spielenden zurückfliesst, unabhängig vom Ausgang des Spiels. Sie ist der Preis des Marktes.
Cash-Out und Quotenboosts – was an Lockangeboten dran ist
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständige Auszahlung – ein Teilauszahlen ist nicht möglich. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn bei Nicht-Ausübung, hängt vom Spielstand ab und kann jederzeit geändert werden; der Veranstalter garantiert nicht, dass Cash-Out für jeden Markt verfügbar ist. Wer Cash-Out nutzt, akzeptiert einen garantierten, tieferen Betrag gegen den möglichen, höheren – eine Versicherung mit Selbstbeteiligung.
Quotenboosts und Profitboosts sind ähnlich aufgebaut: Quotenboosts gelten nur online, für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Ereignisses um einen bestimmten Prozentsatz. Beide sind pro Person nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei Cash-Out verfällt der Boost. Das klingt nach Geschenk, ist aber eine einmalige, kleine Subvention – auf ein Wettprogramm mit fünf Prozent Marge gemünzt, eher ein Marketingeffekt als ein wirtschaftlicher Vorteil.
Der Kombiboost – was es wirklich heisst
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und nur für Prematch, Live oder Systemwetten mit mindestens vier Voraussagen, die jeweils eine Quote von mindestens 1.50 aufweisen. Der Bonus auf den Nettogewinn staffelt sich: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Auch hier sind Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert. Wer die Schwelle schafft, bekommt einen realen, kleinen Zuschlag, der aber in den Bedingungen klarer beschrieben ist als in der Werbung.
Wer aus dem Boost eine Strategie bauen will, baut ihn auf den 1.50er-Mindestquoten auf, nicht auf den Spitzenquoten – das senkt die Marge pro Ausgang, die der Veranstalter ohnehin einkalkuliert. Bei einem Markt mit 5 % Marge hebt ein 5-%-Boost den erwarteten Rückfluss nicht über 100 %; er gleicht ihn näher an 100 % an, und bei 100 % Bonus (fünfzehn Voraussagen) liegt der erwartete Rückfluss je nach Ausgangspunkt nahe am Niveau einer Einzelwette – mit dem zusätzlichen Risiko, dass fünfzehn Ausgänge alle eintreffen müssen.
Verantwortung und Schutz: was Spielende selbst steuern
Die langen Turnierwochen als Risiko
Die US Open dauern zwei Wochen mit sieben Herrenrunden, sechs Damenrunden, Doppel, Mixed und Qualifikation. Wer auf jedes Match tippt, gibt in dieser Zeit mehr Wetten ab als in einem normalen Monat. Die Gefahr liegt nicht in der einzelnen Wette, sondern in der Frequenz: Die Wette wird zur Routine, der Verlust zur Normalität, die Erholung zur Pause, die Pause zur Ausnahme. Die Verlustlimite, die Sporttip zu Beginn verlangt, ist hier ein hartes Werkzeug, weil sie explizit für 1, 7 und 30 Tage gesetzt wird – die 30-Tage-Limite umfasst die Turnierdauer plus Erholung.
Wer seine Limite nicht bewusst setzt, sondern auf dem Default belässt, hat formal eine, aber nicht die, die zu seinem Spielverhalten passt. Die Erhöhung greift erst nach 72 Stunden – wer nach einer Niederlage sofort erhöht, wird blockiert. Wer nach einer Senkung gleich wieder erhöht, wird blockiert. Das ist kein Bonus, das ist der eingebaute Reflexschutz.
Spielsperre und Pause – was die Begriffe praktisch bedeuten
Eine produktbezogene Spielsperre für 1 bis 180 Tage ist kurz und selbstbestimmt; eine unbefristete Spielsperre ist lang, registergebunden und nur über eine Fachstelle aufhebbar. Die Fachstelle prüft, ob die Sperre noch angemessen ist, und gibt im Zweifel den Weg nicht frei. Wer sich selbst sperrt, um eine schwierige Phase zu überbrücken, soll die kurze Sperre wählen; wer ein ernsthaftes Problem erkennt, soll die unbefristete wählen und das Gespräch mit einer Fachstelle suchen.
Eine Pause, die der Veranstalter anbieten muss, geht bis sechs Monate und ist in der Wirkung weniger hart als eine Sperre, weil sie nicht im Register landet. Sie ist gedacht für Leute, die ohne Spielsuchtproblematik einfach eine Pause brauchen. Wer in der Pause spielt, verstösst gegen die Bedingungen – was den Veranstalter berechtigt, das Konto zu schliessen und Gewinne zu prüfen.
Werbung, Minderjährige und das Testkauf-Ergebnis
Werbung für Glücksspiele darf in der Schweiz nicht auf Minderjährige zielen, nicht irreführend sein und nicht für unerlaubte Angebote gemacht werden. Die Gespa hat in einer Testkaufserie 2025 an Verkaufsstellen 200 Versuche unternommen, Sportwetten an Minderjährige zu verkaufen – in 47.5 % der Fälle wurde die Wette verkauft. Das ist keine Randnotiz: Fast die Hälfte der Verkaufsstellen hat das Mindestalter nicht geprüft. Wer in der Schweiz an einer Verkaufsstelle spielt, soll damit rechnen, dass sein Alter nicht immer konsequent geprüft wird.
Online ist die Lage einfacher, weil die Identitätsprüfung bei der Kontoeröffnung stattfindet. Wer die Daten eines Erwachsenen benutzt, um ein Konto zu eröffnen, hat zwar ein Konto, spielt aber unter falscher Identität – was Folgen für Auszahlung und Sperrregister hat, falls es auffällt.
Steuern und Werbung: was beim Gewinn wirklich übrig bleibt
Steuerfreibetrag und Verrechnungssteuer
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Auf Bundesebene liegt der Freibetrag seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400). Kantonal ist die Schwelle unterschiedlich, sie hängt vom Wohnsitzkanton ab. Wer den Freibetrag überschreitet, hat eine einkommensteuerpflichtige Auszahlung; der Veranstalter behält 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden können.
Die meisten Wettenden bleiben mit einem einzelnen Gewinn weit unter dem Freibetrag – ein Auszahlungsbetrag von CHF 5’000 ist steuerfrei, einer von CHF 50’000 ebenso, solange es ein einzelner Gewinn ist. Wer Summen über dem Freibetrag bewegt, ist ohnehin in einer Liga, in der eine Steuerberatung sinnvoll ist. Die kantonale Steuerverwaltung oder ein Steuerberater weiss, was im konkreten Kanton gilt.
Gewinne aus ausländischen Angeboten
Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, spielt ausserhalb des hiesigen Systems. Seine Gewinne unterliegen keiner Schweizer Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis ist uneinheitlich: Thurgau zum Beispiel behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Andere Kantone folgen dem nicht zwingend. Wer in einem Kanton mit strenger Praxis spielt, soll sich vor dem Spiel informieren, nicht nach dem Gewinn.
Hinzu kommt: Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, hat im Streitfall keinen Schweizer Rekursweg. Die Lizenz des Anbieters, gleich wo sie ausgestellt ist, gilt hier nicht. Im Konfliktfall bleibt nur der Weg zum ausländischen Gericht – was teuer und oft aussichtslos ist, weil viele dieser Anbieter in Rechtsräumen sitzen, die Schweizer Urteile nicht vollstrecken.
Werbung – warum die Boni in der Werbung leiser klingen als in den Regeln
Werbung für bewilligte Schweizer Anbieter darf nicht in die Irre führen, nicht auf Minderjährige zielen und keine unerlaubten Angebote bewerben. Werbung für unerlaubte ausländische Angebote ist in der Schweiz verboten und wird mit Bussen bis CHF 500’000 bestraft. Was in der Werbung der bewilligten Anbieter steht, ist deshalb näher an den Regeln als das, was internationale Marken an Werbung betreiben.
«Kombiboost» heisst bei Sporttip nicht «Gratiswette» – es ist ein gestaffelter Zuschlag auf den Nettogewinn, der an vier Mindest-Voraussagen mit Quoten ab 1.50 gebunden ist. «Cash-Out» heisst nicht «Gewinngarantie» – der Betrag ist tiefer als der mögliche Vollgewinn und kann jederzeit wegfallen. Wer Werbung liest, soll die Regeln mitlesen, die im Kleingedruckten stehen. Die Werbung erzählt das Versprechen, die Regeln erzählen die Bedingung.
Anbieter im Einzelnen: was die zwei Bewilligten und die anderen unterscheidet
Swisslos Sporttip – der Veranstalter für die Deutschschweiz
Swisslos, mit Sitz in Basel, betreibt Sporttip als Sportwetten-Marke und führt die Marke in der deutschsprachigen Schweiz, im Tessin und in Liechtenstein. Der Veranstalter ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft; die Bewilligung umfasst eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem BGS, die Aufsicht liegt bei der Gespa. Wer dort ein Konto eröffnen will, muss im Vertragsgebiet wohnen und mindestens 18 Jahre alt sein.
Das Wettprogramm umfasst die üblichen Wettarten – Einzel, Kombi, System, Langzeit, Pre- und Live – mit den oben genannten Mindest- und Höchsteinsätzen. Cash-Out ist online verfügbar, vollständig, nicht garantiert und nur online. Quotenboosts und Profitboosts sind einmal pro Person nutzbar und an Einsatz- sowie Erhöhungslimiten gebunden. Der Kombiboost ist gestaffelt und an Mindestquoten gekoppelt. Verlust- und Einzahlungslimiten werden vor dem ersten Spiel gesetzt; Senkungen greifen sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden.
Für Wettende, die in der Deutschschweiz oder im Tessin wohnen, ist Sporttip der einzige bewilligte Weg, auf die US Open zu setzen. Für Wettende in der Westschweiz nicht – die nutzen Jouez Sport.
Loterie Romande Jouez Sport – der Veranstalter für die Westschweiz
Die Loterie Romande, mit Sitz in Lausanne, betreibt Jouez Sport für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Marke ist im Westschweizer Alltag über 2’350 Verkaufsstellen präsent; die Loterie beschäftigt 221 Mitarbeitende. Wie Sporttip verfügt sie über eine Grossspiel-Bewilligung nach dem BGS, Aufsicht ist die Gespa.
Das Wettprogramm deckt dieselben Grundformen ab; die genauen Limits, Boosts und Sonderaktionen stehen in den jeweiligen Jouez-Sport-Bedingungen. Wer im deutschsprachigen Gebiet wohnt, kann hier kein Online-Konto eröffnen – das Vertragsgebiet gilt wechselseitig. Im Vergleich zu Sporttip ist Jouez Sport in der Deutschschweiz weniger sichtbar, in der Westschweiz dafür omnipräsent.
Anbieter ohne Schweizer Bewilligung – was sie sind und was sie nicht sind
Rollbit, MyStake, AmunRa, Duelbits, Gamdom, BetLabel, ZotaBet und X3Bet haben in der Schweiz keine Bewilligung. Ihre Lizenzen – sofern vorhanden, etwa Tobique Gaming Commission in Kanada bei X3Bet – haben hier nach Art. 4 BGS keine Wirkung. Sie sind nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, bieten keinen hiesigen Rekursweg und können jederzeit auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden, was eine DNS-Sperre bei Schweizer Internetprovidern auslöst.
Sie tauchen in der Suche auf, weil sie international stark beworben werden. Sie zu kennen ist nicht das Problem – das Problem entsteht, wenn sie genutzt werden, ohne dass die Konsequenzen mitbedacht werden: ausländisches Recht, keine Schweizer Verbraucherschutzstandards, keine garantierte Auszahlung im Streitfall, kantonale Steuerpraxis uneinheitlich. Wer bewusst dort spielt, spielt bewusst ausserhalb des Schweizer Schutzraums. Wer dort spielt, ohne es zu wissen, hat schlechte Karten.
Häufig gestellte Fragen
Wer darf in der Schweiz auf die US Open wetten?
In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport Sportwetten anbieten, beide mit Grossspiel-Bewilligung nach dem BGS unter Aufsicht der Gespa. Sporttip ist für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein zuständig, Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Wer im entsprechenden Gebiet wohnt und mindestens 18 Jahre alt ist, kann dort ein Online-Konto eröffnen. Ausländische Anbieter haben in der Schweiz keine Bewilligung, ihre Lizenzen gelten hier nicht.
Wie entsteht die Quote auf den Turniersieger?
Eine Quote auf den Turniersieger bündelt die geschätzten Wahrscheinlichkeiten jedes einzelnen Matches, das ein Spieler oder eine Spielerin bis zum Titel gewinnen muss. Der Veranstalter passt diese Wahrscheinlichkeiten so an, dass die Summe der Quoten aller möglichen Sieger kleiner ist als die Summe, die eine faire Wette ergeben würde. Die Differenz ist die Marge des Marktes. Bei einer Zweiwege-Wette mit Quoten 1.90 / 1.90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 % und die Marge bei 5 %.
Was hat der Tiebreak bis 10 Punkte im Entscheidungssatz mit Satzwetten zu tun?
Seit 2022 wird im Entscheidungssatz der US Open – der dritte Satz bei den Damen, der fünfte bei den Herren – bei 6:6 ein Tiebreak bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gespielt. Vorher, von 1971 bis 2021, endete jeder Satz mit einem klassischen Tiebreak bis 7. Wer eine Satzwette auf ein 3:0 oder 2:0 platziert, muss dieses Format mitdenken, weil ein knapper Entscheidungssatz heute häufiger im Tiebreak entschieden wird, als es bei längeren Sätzen der Fall wäre.
Welche Rolle spielen Hartplatz und Form bei einer begründeten Einschätzung?
Beide sind nötig, keiner reicht allein. Hartplatz begünstigt Aufschlag und kurze Rallys, was Big Server bevorzugt und das Risiko von Tiebreaks erhöht. Form beschreibt, wie gut ein Spieler oder eine Spielerin in den Wochen vor dem Turnier gespielt hat. Beide gehören in jede Vorab-Einschätzung; die Wettquote kombiniert sie, aber sie ist kein Ersatz für die eigene Lesart. Wer auf die Quote schaut, ohne Form und Belag zu prüfen, tippt gegen die Struktur.
Wie werden Gewinne aus Turnierwetten besteuert?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Bundesweit gilt seit dem 1. Januar 2026 ein Freibetrag von CHF 1’071’000; kantonal ist die Schwelle unterschiedlich. Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden können. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Schweizer Verrechnungssteuer, die kantonale Praxis ist uneinheitlich – Thurgau etwa behandelt sie als voll steuerbares Einkommen. Wer in einem Kanton mit strenger Praxis spielt, soll sich vorab informieren.
Was gilt für Anbieter ohne Schweizer Bewilligung?
Eine ausländische Lizenz – gleich wo ausgestellt – hat nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung. Solche Anbieter sind nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, bieten keinen hiesigen Rekursweg und können von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt werden, was eine DNS-Sperre auslöst. Per Ende 2025 umfasste die Liste 671 Domains. Gewinne sind in der Schweiz nicht verrechnungssteuerpflichtig, aber kantonal uneinheitlich steuerbar. Das Angebot ist nicht verboten zu nutzen, aber es findet vollständig ausserhalb des Schweizer Schutzraums statt.
Tennis – fussballwettenportal
Inhalt erstellt vom Team «fussballwettenportal»
