Online Tennis Wetten in der Schweiz – was erlaubt ist und was es kostet

Updated Oktober 2026
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Ein leerer Tennisplatz im Morgengrauen, der Netzschatten fällt lang über den Platz, über der Grundlinie liegt leichter Nebel.

Wer in der Schweiz online auf Tennis wetten will, hat es mit einer ungewöhnlich klaren Ausgangslage zu tun. Nicht ein Dutzend Buchmacher buhlen um Klicks; das Geldspielgesetz lässt nur zwei Veranstalter zu, und beide sind Lotteriegesellschaften, keine Wettkonzerne im üblichen Sinn. Swisslos betreibt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die Westschweiz. Was dazwischen liegt, ist Werbung ausländischer Marken, die in der Schweiz keine Bewilligung haben und im Streitfall keinen Schutz geniessen. Dieser Überblick erklärt, was das für Tennisspieler konkret bedeutet: welche Bewilligungen gelten, welche Wettmärkte die Gespa-Liste zulässt, wie Livewetten und Cash-out bei Sporttip funktionieren, welche Limits vor der ersten Wette stehen und wer Tenniswetten in der Schweiz tatsächlich anbietet.

Ein Tennisplatz ist 23,77 m lang und im Einzel 8,23 m, im Doppel 10,97 m breit; das Netz hängt in der Mitte 0,914 m und an den Seiten 1,07 m hoch.

Aktualisiert am Oktober 18, 2026; abgeglichen mit der Gespa-Liste der bewilligten Wettarten (Stand 10.09.2026) und den Sporttip-Teilnahmebedingungen (Version 4.2, 14.10.2026).

Einordnung: Tennis als Wettsport in der Schweiz

Tennis trägt einige Eigenschaften in sich, die es für Wettmärkte besonders machen. Ein Match hat im Normalfall zwei Sätze, im Herren-Tennis bei Grand-Slam-Turnieren drei, und jeder Satz endet entweder mit zwei Spielen Vorsprung oder im Tie-Break – bei 6:6 also ein einziger Ballwechsel, der über den Satz entscheidet. Wer auf Satz oder Spiel wettet, wettet darum auf eine deutlich kleinere Stichprobe als im Fussball, wo 90 Minuten plus Nachspielzeit eine breitere Zahlengrundlage liefern. Ein einziger Aufschlagverlust kann die Quote kippen.

Zwei Tennisbälle liegen auf der weissen Grundlinie eines Hartplatzes im grellen Sonnenlicht.
Im Tennis lauten die Punkte eines Spiels 15, 30 und 40; ein Spiel gewinnt, wer den vierten Punkt mit mindestens zwei Ballwechseln Vorsprung erreicht.

Dazu kommt die Belagsfrage. Die Tour pendelt zwischen rotem Sandplatz, Hartplatz, Teppich, Rasen und Kunstrasen, und kein anderer Sportenspielfeld wechselt so regelmässig unter den Füssen derselben Spieler. Wer eine Prognose baut, sortiert Spieler zuerst nach Belag – ein Klassiker auf Sand ist auf Rasen nicht zwingend derselbe. Daraus folgt, dass Tennisquoten sich zwischen den Wochen stark bewegen können, ohne dass sich am Können der Spieler etwas geändert haben muss. Die Buchmacher wissen das, und die Margen passen sich an: Je knapper die Formkurve, desto weniger Marge im Markt, weil beide Seiten Interesse haben, Wetten anzunehmen.

In der Schweiz kommt erschwerend die Bewilligungsfrage hinzu. Das Geldspielgesetz (BGS) zählt Sportwetten zu den Grossspielen und unterstellt sie der Gespa, nicht der Eidgenössischen Spielbankenkommission. Eine Bewilligung bekommt nur, wer den Nachweis erbringt, dass die Erträge an gemeinnützige Zwecke fliessen – darum sind die beiden Veranstalter Lotteriegesellschaften, die einen gesetzlichen Auftrag haben. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, spielt ausserhalb dieses Rahmens: kein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht, im Konfliktfall ausländisches Recht. Das prägt das Angebot, die Limits und die Art, wie Bonus und Quote kommuniziert werden.

Rechtslage: wer in der Schweiz Tenniswetten anbieten darf

Die Ausgangslage ist im Geldspielgesetz festgeschrieben. Sportwetten sind Grossspiele, brauchen eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung, und die Konzession ist auf das Schweizer Staatsgebiet beschränkt. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos und Loterie Romande. Beide führen das Wettangebot unter eigenen Produktnamen, Sporttip und Jouez Sport, und jede bedient ein fest definiertes Vertragsgebiet. Eine dritte Schweizer Marke lässt das Gesetz nicht zu.

Ein leerer Schiedsrichterstuhl aus Holz steht neben einem Netzpfosten, die Sonne steht tief.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Für die Wettrealität heisst das: Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, kann ein Sporttip-Konto eröffnen, sofern er volljährig ist und die Identitätsprüfung besteht. Wer in Genf, Waadt, Freiburg, Neuenburg, Jura oder im Wallis wohnt, geht zur Loterie Romande. Beide Veranstalter setzen den Wohnsitz im eigenen Vertragsgebiet voraus; ein Konto für den anderen Landesteil lässt sich nicht eröffnen.

Was gewettet werden darf, steht in einer geschlossenen Liste. Die Gespa führt die bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettformen und aktualisiert sie; die aktuelle Version datiert auf den 10.09.2026. Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden. Eckballmärkte und Kartenmärkte aus dem Fussball fehlen dort ebenso wie ein Esports-Bereich; Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe sind nur dann zugelassen, wenn die Liste sie nennt. Tennisturniere gehören seit Jahren zum Standard, inklusive der vier Grand Slams, aber die Auswahl ist im Einzelfall anhand der Liste zu prüfen.

Das hat eine unangenehme Konsequenz für Spieler, die ausländische Plattformen gewohnt sind: Spielerwetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind in der Schweiz ausgeschlossen. Auch Livewetten sind erlaubt, aber nur dort, wo der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat. Das BGS enthält allerdings keine Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte; ob ein Live-Tick auf den nächsten Punkt angeboten wird, hängt vom Produkt des Veranstalters ab, nicht von der Aufsicht.

Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, bewegt sich ausserhalb dieser Ordnung. Eine ausländische Lizenz – aus Malta, Curaçao, Deutschland oder Kanada – entfaltet in der Schweiz keine Wirkung; das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat, die mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet wird, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahren. Der Spieler wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt kein Schweizer Anlaufregister, das bei Streit hilft. Die Gespa publiziert eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren; die Liste wächst, weil blockierte Anbieter mit Domain-Wechsel reagieren.

Spielerschutz: Limits, Sperren und was vor der ersten Wette passiert

Der Spielerschutz im Schweizer System setzt vor der ersten Einzahlung an. Wer ein Sporttip-Konto eröffnet, muss Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen. Die Obergrenze für volljährige Spieler liegt bei CHF 9’999; Spieler unter 21 Jahren dürfen höchstens CHF 1’000 setzen. Eine Senkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – das ist die Schutzklausel, die verhindert, dass ein Spieler im Affekt das eigene Limit hochfährt und sofort weiteragiert. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen, die unabhängig von den Verlustlimiten gilt.

Wer sich selbst vom Spielen ausschliessen will, kann den Zugang produktbezogen für eine Frist von 1 bis 180 Tagen sperren lassen. Eine Senkung dieser Frist ist ausgeschlossen, eine Aufhebung vor Fristablauf nicht möglich. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein – die Sperre greift also über die Sportwette hinaus. Der Gesetzgeber sieht zusätzlich vor, dass eine Selbstausschlussfrist erst nach drei Monaten aufgehoben werden kann, unter Einbezug einer Fachstelle; das gilt für beide Veranstalter.

Die Identitätsprüfung gehört zum Verfahren. Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre, einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet und eine hochgeladene Ausweiskopie. Die Daten werden ausgelesen, gegen Adressdatenbanken geprüft, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Spieler, die auf dem eigenen Wettereignis als Wettkämpfer antreten, dürfen auf dieses Ereignis nicht wetten – eine Regel, die in der Praxis vor allem im Amateur- und Juniorenbereich greift, im Profitennis aber regelmässig kontrolliert wird.

Die Limits sind Vertragsbedingungen, kein hoheitlicher Pflichtwert. Das BGS schreibt vor, dass der Veranstalter tägliche, wöchentliche oder monatliche Maximalwerte für Einsatz oder Verlust verlangen muss, legt aber die Zahl nicht fest. Swisslos und Loterie Romande füllen das mit eigenen Werten, und sie können sie jederzeit ändern. Das gilt auch für die Wetteinsatzgrenzen selbst: Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 1’000 und für Systemwetten bei CHF 10’000. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen; eine Aktion unterhalb der Limite ebenfalls nicht.

Livewetten und Cash-out bei Tennis

Livewetten bei Tennis sind in der Schweiz erlaubt, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hält. Sporttip bietet sie an, und die Spielregeln klären drei Punkte, die für die Praxis entscheidend sind. Erstens: Eine Livewette wird unabhängig davon angenommen, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird – wer ohne Stream wettet, ist nicht schlechter gestellt. Zweitens: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Drittens: In spielentscheidenden Situationen kann der Veranstalter Wetten mit Quote 1.00 werten, wenn ein Marktvorteil durch verspätete Annahme entstehen würde.

Für Tennis heisst das: Wer auf den nächsten Punkt wettet, hat im Schnitt Sekunden, um die Wette zu platzieren. Wer in der Wiederholung sieht, dass der Ball die Linie knapp gestreift hat, kommt zu spät. Sporttip kann in solchen Fällen auf 1.00 zurückgehen, was die Wette faktisch zum Einsatzrücktausch macht. Ein «Markt schliesst kurz vor dem Punkt»-Schutz existiert nicht in jedem Markt, und wer Livewetten auf Tennis platziert, sollte das einkalkulieren.

Cash-out ist eine eigene Funktion. Sporttip bietet sie für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-out ohne Teilauszahlung. Der ausgewiesene Cash-out-Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn bei regulärem Wettausgang, hängt vom aktuellen Spielstand ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Es besteht kein Anspruch darauf, dass Cash-out für jeden Markt zur Verfügung steht. Einmal ausgeführt, lässt sich Cash-out nicht rückgängig machen.

Das verändert den Wert einer Livewette auf Tennis spürbar. Eine Quote 2.20 auf Federer bei Aufschlagvorteil wird durch ein Break sofort zur Quote 1.60, und wer dann aussteigt, nimmt weniger mit, als die Buchmacherquote bei 1.60 hergeben würde. Cash-out ist darum kein Geschenk, sondern ein vom Veranstalter gesetzter Rückkaufpreis, der den Spread zwischen Hin- und Rückmarkt enthält. Wer Cash-out nutzt, akzeptiert den Spread. Wer ihn vermeidet, hält die Wette bis zum Ende und nimmt den Schwankungsweg in Kauf.

Prognosen und Strategie: warum Tennisquoten sich anders verhalten

Tennisprognosen sind ein anderes Geschäft als Fussballprognosen. Ein Fussballspiel hat 90 Minuten plus Nachspielzeit, eine Fülle von Statistiken pro Spiel und einen Mannschaftszusammenhalt, der über die Saison stabil bleibt. Ein Tennismatch hat zwei Spieler, eine kleine Zahlengrundlage pro Begegnung, und die Tagesform entscheidet mehr, als in den meisten anderen Sportarten üblich ist. Wer eine Quote liest, liest darum weniger die Wahrscheinlichkeit eines Spielausgangs und mehr den Markt für genau diese zwei Spieler an diesem Tag auf diesem Belag.

Vier Bausteine tragen eine Tennisprognose. Erstens die Form der letzten Wochen: Siege, Niederlagen, Verletzungen, Belastung durch Reisestrapazen. Zweitens der Belag: Sand-Spezialisten verlieren auf Rasen regelmässig gegen Spieler, die in der Weltrangliste hinter ihnen stehen, und umgekehrt. Drittens direkte Duelle, die in kleinen Feldern mehr Aussagekraft haben als im Spitzensport, wo Spieler sich nur einmal im Jahr treffen. Viertens Statistiken zu Aufschlag, Return, Tie-Break-Verhalten und Tie-Break-Effizienz, weil Tie-Break-Effizienz bei gleichem Satzverhältnis oft über das Match entscheidet.

Das Problem liegt darin, dass alle vier Bausteine korrekt sein können und die Wette trotzdem verliert. Ein Spieler kann topfit, auf seinem Lieblingsbelag, mit positiver Bilanz gegen den Gegner und mit starken Aufschlagzahlen antreten – und der erste Satz geht mit 1:6 weg, weil der Gegner einen aussergewöhnlichen Tag hat. Tennis hat eine hohe Match-Varianz, und die spiegelt sich in den Quoten. Die Quote auf einen klaren Favoriten liegt selten unter 1.20, auch wenn die Buchmacher die Wahrscheinlichkeit auf über 80 Prozent schätzen, weil der Verlust eines Satzes die Quote sofort in den Bereich 1.50 bis 1.70 drückt. Wer auf den Favoriten setzt, gewinnt kleine Beträge oft und grosse selten, was die Bankroll auf Dauer frisst, wenn das Wettvolumen hoch ist.

Die zweite Schwierigkeit sind die Limits. Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000. Wer eine Quote 1.30 auf einen klaren Favoriten findet und den maximalen Einsatz setzt, gewinnt im Erfolgsfall CHF 300 brutto, was den Aufwand für eine intensive Analyse nicht deckt. Wer die Quote hochdreht, etwa durch Kombinationen, vervielfacht das Risiko, ohne die Trefferquote zu erhöhen, weil die einzelnen Spieler weiter unabhängig voneinander gewinnen müssen. Eine Systemwette, die mehrere Kombinationen abdeckt, erhöht die Trefferwahrscheinlichkeit, kostet aber denCHF 10’000-Höchsteinsatz entsprechend mehrfach.

Die ehrliche Aussage: Eine Tennisprognose ist eine begründete Erwartung, kein sicheres Ergebnis. Sie kann durch Form, Belag, direkte Duelle und Statistik gestützt werden, und sie wird trotzdem falsch sein, wenn der Gegner seinen besten Tag hat oder eine Verletzung auftritt. Wetten ist darum kein Einkommen und kein System, das langfristig Gewinn bringt, sondern eine Aktivität, die kostet, unterhalten kann und mit einem klaren Verlustlimit betrieben werden sollte.

Wettformen und Quoten: was ein Tennis-Markt tatsächlich anzeigt

Die Grundform der Tenniswette ist der Matchsieger: Wer gewinnt das Match? Bei Herrenmatches auf Grand-Slam-Niveau heisst das «bester von fünf Sätzen», bei allen anderen Profiturnieren «bester von drei Sätzen». Im Damen-Tennis wird durchgehend auf zwei Gewinnsätze gespielt. Die Quote spiegelt die Wahrscheinlichkeit, die der Veranstalter dem Spieler zuschreibt, abzüglich der Marge.

Dazu kommen Satz-Wetten, die vor dem Match platziert werden. Wer auf 2:0 in Sätzen wettet, wettet auf einen geraden Satzgewinn, also eine deutliche Dominanz über die Distanz. Das ist die riskantere Variante, weil der Verlust eines Satzes die Wette in der Regel verliert; die Quote ist entsprechend hoch, oft 2.50 bis 4.00 bei Spielern, die auf dem Papier klar vorne liegen. Umgekehrt gibt es Wetten auf den Satzwetten-Markt nach dem ersten Satz, der sich dann zur Livewette entwickelt.

Handicap-Wetten gleichen den Unterschied aus. Ein -3.5-Spiele-Handicap auf einen Spieler heisst, dass der Spieler das Match mit mindestens vier Spielen Vorsprung gewinnen muss. Solche Wetten verschieben die Quote, weil die Wahrscheinlichkeit eines so deutlichen Siegs deutlich unter dem Matchsieg selbst liegt. Handicap ist die übliche Antwort auf den Fall, dass die Matchsieger-Quote zu niedrig ist, um einen Einsatz zu rechtfertigen.

Über/Unter-Wetten auf die Anzahl Spiele sind eine weitere häufige Form, die vor allem bei Grand-Slam-Turnieren angeboten wird. Wer auf «über 38.5 Spiele» wettet, setzt darauf, dass das Match drei oder mehr Sätze dauert und in jedem Satz mehrere Spiele stattfinden. Diese Märkte reagieren empfindlich auf Belag und Spielerverhalten; ein Spieler, der selten Tie-Breaks verliert, drückt das Total eher nach unten.

Kombinationswetten kombinieren mehrere Voraussagen in einer Wette, und die Quoten multiplizieren sich. Bei Sporttip gilt der Kombiboost, der ab vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 einen Bonus auf den Nettogewinn legt: 5 Prozent bei vier Voraussagen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn, 100 Prozent bei fünfzehn. Der Boost gilt online für Prematch- und Livewetten sowie für Systemwetten, ist pro Wettendem nur einmal nutzbar, und Einsatz sowie Gewinnerhöhung sind limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das ist ein nennenswerter Mechanikpunkt, weil ein Boost auf eine 15-fach-Kombi den möglichen Gewinn verdoppelt – aber die Trefferwahrscheinlichkeit einer 15-fach-Kombi liegt nahe null, weil 15 Spieler unabhängig voneinander gewinnen müssen.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Wer etwa auf «Satz 1 Federer» und «Satz 2 Federer» setzen will, muss den Bet Builder verwenden. Nimmt Sporttip eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann die ganze Wette für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet werden. Das schützt den Spieler davor, dass eine logisch zusammenhängende Wette angenommen wird, deren Risiko der Spieler nicht überblickt.

Der Gewinnbetrag berechnet sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet – eine kleine Fussnote, die bei Quoten mit krummen Quotenfaktoren einen Unterschied von wenigen Rappen ausmacht. Bei einem Einsatz von CHF 50 und einer Quote von 1.87 ergibt sich also ein Bruttogewinn von CHF 93.50, der auf 93.50 abgerundet wird, weil schon zwei Nachkommastellen vorliegen.

Quote, Marge und implizierte Wahrscheinlichkeit

Eine Quote von 2.00 auf einen Spieler heisst nicht, dass der Spieler mit fünfzig Prozent Wahrscheinlichkeit gewinnt. Sie heisst, dass der Veranstalter 2.00 für jeden eingesetzten Franken auszahlt, wenn der Spieler gewinnt. Über alle möglichen Ausgänge eines Marktes gerechnet, zahlt der Veranstalter weniger aus, als er einnimmt, und die Differenz ist die Marge.

Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten 1.90 – also einem fiktiven Beispiel, das die Mechanik verdeutlicht – liegt die Auszahlungsquote bei rund 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), also etwa 0.5263, was 52.63 Prozent entspricht. Die Marge liegt entsprechend bei etwa 47.37 Prozent. Das ist offensichtlich ein unrealistischer Wert für ein echtes Tennisangebot; in der Praxis liegen Quoten auf zwei gleich starke Spieler eher bei 1.85/1.95, was einer Auszahlungsquote von etwa 95 Prozent und einer Marge von rund fünf Prozent entspricht. Bei knappen Matches sinkt die Marge, weil beide Seiten attraktiv für Wetten sind; bei klaren Favoriten steigt die Marge, weil die Spieler den Ausgang weniger genau einschätzen können und der Veranstalter die Quote höher ansetzt.

Die Formel: payout share = 1 / (1/odds1 + … + 1/oddsN) über alle Ausgänge eines Marktes; Marge = 1 – payout share. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Seiten 1.90 errechnet sich die Auszahlungsquote zu rund 52.6 Prozent, die Marge entsprechend zu rund 47.4 Prozent – ein Wert, der das Konstrukt nur als Rechenbeispiel tauglich macht und nicht als realistische Marktgrösse. In der Realität liegt die Marge auf einem Zwei-Wege-Markt im Profitennis eher bei 5 bis 7 Prozent, was Auszahlungsquoten von 93 bis 95 Prozent entspricht.

Die implizierte Wahrscheinlichkeit ist die Quote, zurückübersetzt in Prozent: 1 / 1.90 = 52.6 Prozent. Addiert man die implizierten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge, kommt man auf einen Wert über 100 Prozent; der Überhang ist die Marge. Eine kleinere Marge heisst, der Veranstalter schätzt die Wahrscheinlichkeit genauer und gibt mehr von seinem Vorteil an die Spieler zurück. Für die Spielentscheidung heisst das: Wer Margen vergleicht, vergleicht, wie gross der Nachteil ist, den der Veranstalter einem aufbürdet. Ein Markt mit 5 Prozent Marge kostet auf Dauer fünf Prozent des Einsatzes; ein Markt mit 8 Prozent Marge kostet acht Prozent. Bei einer typischen Tennissaison und hundert platzierten Wetten summiert sich das schnell auf einen substantiellen Betrag.

Match-Tie-Break als Wettfrage

Ein Match-Tie-Break ersetzt im Tennis häufig den dritten Satz, vor allem bei Damenmatches und bei vielen Herrenturnieren ausserhalb der Grand Slams. Er wird bis zehn Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gespielt, alternativ bis sieben Punkte. Aus Wettsicht hat das zwei Konsequenzen. Erstens: Eine Wette auf «Satz für Spieler A» im dritten Satz funktioniert nicht, weil der dritte Satz kein vollständiger Satz mehr ist, sondern ein Tie-Break. Manche Wettprogramme listen die Wette trotzdem, andere nicht; die Regeln des Veranstalters entscheiden, wie die Wette im Fall eines Match-Tie-Breaks gewertet wird. Zweitens: Eine Handicap-Wette auf «Satzdifferenz -1» wird bei einem Match-Tie-Break als verloren gewertet, weil der dritte Satz nicht regulär zu Ende gespielt wird. Wer auf Grand Slams wettet, hat dieses Problem nicht, weil dort der dritte Satz bei den Damen und der dritte, vierte und fünfte Satz bei den Herren immer ausgespielt werden. Wer auf ATP-250-Turniere oder WTA-Turniere wettet, muss die Match-Tie-Break-Regel des jeweiligen Turniers kennen, bevor er eine Satz- oder Handicap-Wette platziert.

Tennis-Spielplan und Gespa-Liste: was wettbar ist

Der Tennis-Spielplan ist im Kalender einer der unübersichtlichsten, weil Turniere das ganze Jahr über stattfinden, auf fünf Kontinenten, mit vier Belägen. Die vier Grand Slams stehen am Rand: Australian Open im Januar auf Hartplatz, French Open im Mai/Juni auf Sand, Wimbledon im Juni/Juli auf Rasen, US Open im August/September auf Hartplatz. Sie werden vom Weltverband ITF veranstaltet und gehören nicht zur ATP Tour. Dazu kommen die neun Masters-1000-Turniere der ATP und die Premier-Turniere der WTA, die ATP-500- und ATP-250-Turniere, die WTA-500- und WTA-250-Turniere sowie die verschiedenen Challenger- und ITF-Turniere auf den unteren Rängen.

Die Gespa-Liste, die festlegt, was in der Schweiz gewettet werden darf, ist eine geschlossene Liste. Sie enthält die bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettformen; was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden. Tennisturniere sind in der Regel zugelassen, aber nicht jeder Wettbewerb und nicht jede Wettform. Die aktuelle Version vom 10.09.2026 ist die Referenz; sie sollte vor jeder Saison mit dem Sporttip-Programm abgeglichen werden, weil sich die Liste ändert und ältere Angebote nicht mehr verfügbar sind.

Die Spielregeln von Sporttip verlangen zusätzlich, dass die «reguläre Spielzeit» als Bezugsrahmen gilt. Im Tennis ist die reguläre Spieldauer nicht zeitlich definiert, sondern durch den Match-Verlauf: ein Match endet, wenn ein Spieler die nötige Anzahl Sätze gewonnen hat, im Regelfall zwei, bei Herren-Grand-Slams drei. Verlängerung, Tie-Break und Match-Tie-Break sind Teil der regulären Spielzeit, weil sie im Wettprogramm so vorgesehen sind. Eine «Verlängerung» im Sinn von Fussball gibt es nicht; der Match-Tie-Break ist kein Spezialmodus, sondern ein normaler Bestandteil des Spiels.

In der Praxis bedeutet das für Schweizer Tennisspieler: Die Auswahl bei Sporttip ist gross, aber nicht beliebig. Wer auf ITF-Junioren oder Challenger-Qualifikation wetten will, findet das möglicherweise nicht im Programm. Wer auf WTA-125-Turniere wetten will, ist besser dran. Die Liste ist die einzige Referenz; das Sporttip-Wettprogramm zeigt nur, was aktuell verfügbar ist, und der Spieler, der auf ein bestimmtes Turnier wettet, sollte die Liste prüfen, bevor er einen Wettschein aufgibt.

Die Top-Anbieter im Vergleich

Die Auswahl an Anbietern für Tenniswetten in der Schweiz ist durch das Gesetz auf zwei reduziert. Die folgende Tabelle ordnet die bewilligten Veranstalter von den nicht bewilligten Marken ab, die Schweizer Spieler im Internet antreffen, und benennt die Bewilligungslage. Die ausländischen Marken sind im Sortiment aufgeführt, weil sie beworben werden, aber als Referenz, nicht als Empfehlung.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Ja (BGS, Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Ja (BGS, Gespa) Loterie Romande, Lausanne
Funbet Keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz nicht festgestellt
Betify Keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz nicht festgestellt
22Bet Keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz nicht festgestellt
Betscore Keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz nicht festgestellt
X3Bet Keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz Tobique (Kanada) gemeldet, ohne Wirkung in der Schweiz
Rabona Keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz nicht festgestellt
Playzilla Keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz nicht festgestellt
AmunRa Keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz nicht festgestellt

Die Tabelle trennt die beiden Gruppen, weil das Gesetz sie trennt. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, spielt ausserhalb der Schweizer Aufsicht: kein Anschluss an das Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht über faire Quoten und Auszahlung, im Konfliktfall ausländisches Recht. Die Gespa führt die ausländischen Domains auf der Sperrliste, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren.

Swisslos Sporttip – der Schweizer Veranstalter für die Deutschschweiz

Swisslos betreibt Sporttip und ist einer der beiden Veranstalter, die das Geldspielgesetz in der Schweiz für Lotterien und Sportwetten zulässt. Sitz der Genossenschaft ist Basel; die Bewilligung beruht auf der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen von 2019. Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer in diesem Gebiet wohnt und volljährig ist, kann ein Online-Konto eröffnen, eine Ausweiskopie hochladen und nach der Prüfung Sporttip nutzen.

Das Wettprogramm von Sporttip enthält die Tennisturniere, die auf der Gespa-Liste stehen. Quotenboosts und Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses, sind online verfügbar und pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost belohnt Kombinationswetten mit vier oder mehr Voraussagen ab Mindestquote 1.50, mit 5 Prozent bei vier Voraussagen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn. Der Bonus wird auf den Nettogewinn gelegt, nicht auf den Einsatz; das heisst, der Boost erhöht die Auszahlung, reduziert aber nicht das Risiko. Livewetten sind verfügbar, Cash-out ebenfalls, wobei Cash-out nur online und nur als vollständiges Cash-out ohne Teilauszahlung funktioniert.

Die Limits sind die in den Sporttip-Bedingungen festgelegten. Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 10’000 für Systemwetten. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage werden vor der ersten Wette vom Spieler gesetzt, mit Obergrenze CHF 9’999 für volljährige Spieler und CHF 1’000 für Spieler unter 21. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die Spielsperre lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage setzen, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Sperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und in Liechtenstein.

Was Swisslos von den ausländischen Anbietern unterscheidet, ist die Schweizer Aufsicht und die Verbindung zum Ausschlussregister. Wer sich selbst sperrt, ist auch bei anderen Schweizer Veranstaltern und in Casinos gesperrt. Wer auf Sporttip wettet, hat die Sicherheit, dass die Auszahlung nach den Schweizer Regeln erfolgt: Gewinne und Saldo werden auf ein Konto im eigenen Namen ausgezahlt, keine anonymen Auszahlungen, keine Kryptowährungen. Das ist der Preis der Bewilligung, und er ist im Markt der Sportwetten eher ungewöhnlich.

Was Swisslos nicht bietet, ist das Volumen ausländischer Plattformen. Die Auswahl an Live-Märkten ist kleiner, der Höchsteinsatz liegt deutlich unter dem, was internationale Anbieter erlauben, und das Wettprogramm folgt der Gespa-Liste, die manche Märkte ausschliesst. Für den Gelegenheitsspieler, der auf einen Matchsieg oder einen Grand-Slam-Titel wettet, reicht das. Für den Hochvolumen-Spieler, der mehrere hundert Wetten pro Monat platziert, sind die Limits ein harter Rahmen.

Sporttip ist die richtige Wahl für volljährige Spieler mit Wohnsitz im Vertragsgebiet, die auf ein bewährtes Wettangebot mit Schweizer Aufsicht setzen wollen. Wer mit den Limits klarkommt und die Gespa-Liste als Wettangebotsrahmen akzeptiert, findet hier die einzige legale Online-Sportwette in seinem Gebiet.

Loterie Romande Jouez Sport – der Westschweizer Veranstalter

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz der Gesellschaft ist Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Ein Online-Konto lässt sich eröffnen, wenn man im Vertragsgebiet wohnt und volljährig ist, mit denselben Identitätsprüfungen wie bei Sporttip.

Das Wettangebot von Jouez Sport folgt ebenfalls der Gespa-Liste und ist damit im Kern vergleichbar mit Sporttip. Was den Westschweizer Veranstalter auszeichnet, ist die Sprachregion: Die Plattform ist auf Französisch, die Spielregeln und Teilnahmebedingungen sind auf Französisch verfasst, der Kundendienst spricht Französisch. Für Spieler in der Romandie, die auf Französisch wettanbieten wollen, ist das der Standard; ein paralleles Konto bei Sporttip ist nicht möglich, weil das Vertragsgebiet den Wohnsitz voraussetzt.

Die Limits und die Spielregeln ähneln den Sporttip-Regeln, weil beide Veranstalter den gleichen gesetzlichen Rahmen erfüllen müssen. Verlustlimiten vor der ersten Wette, Selbstausschluss mit Frist, identische Identitätsprüfung, gleiche Auszahlungsmodalitäten auf ein Konto im eigenen Namen. Die Spielsperre greift schweizweit und gilt auch für Sporttip, Casinos und Liechtenstein.

Was Jouez Sport anders macht, ist die regionale Verankerung. Die Loterie Romande ist in der Westschweiz eine bekannte Marke, mit langer Geschichte und einem Vertriebsnetz aus Verkaufsstellen, das in keinem Kanton fehlt. Für Spieler, die ihre Wetten am Schalter abgeben wollen oder die persönliche Beratung schätzen, ist das ein Vorteil, der bei reinen Online-Anbietern fehlt.

Jouez Sport ist die richtige Wahl für volljährige Spieler mit Wohnsitz in der Westschweiz, die auf Französisch wetten und ein vollständig reguliertes Angebot wollen. Wer in der Romandie wohnt, hat keine Alternative: Sporttip akzeptiert keine Westschweizer Wohnsitze, und ausländische Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Die folgende Aufzählung nennt Marken, die in der Werbung und auf Vergleichsportalen regelmässig auftauchen, in der Schweiz aber keine Bewilligung haben. Sie werden hier genannt, weil Schweizer Spieler sie sehen, nicht weil sie empfohlen werden. Die Tabelle hat sie bereits summarisch eingeordnet; dieser Abschnitt vertieft, was das praktisch heisst.

Funbet, Betify, 22Bet, Betscore, Rabona, Playzilla und AmunRa sind ausländische Marken, deren Lizenzstatus nicht ausgewiesen ist. Sie haben keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Ausschlussregister und keine Aufsicht durch die Gespa. Bei Streitfällen gilt das Recht des Lizenzlandes, was die Durchsetzung für einen Spieler mit Wohnsitz in der Schweiz praktisch unmöglich macht. Die Gespa kann die Domains auf die Sperrliste setzen, was zu DNS-Blockaden führt; die Anbieter reagieren mit Domain-Wechsel, was das Katz-und-Maus-Spiel in Gang hält.

X3Bet ist ein Sonderfall. Drittquellen nennen eine Lizenz aus Tobique in Kanada; diese Lizenz entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, weil das BGS eine Schweizer Veranstalterbewilligung verlangt. Die sonstige Lage ist mit den anderen ausländischen Marken vergleichbar: keine Schweizer Aufsicht, keine Verbindung zum Ausschlussregister, keine Schweizer Anlaufstelle bei Konflikten.

Was die ausländischen Anbieter bieten, ist vor allem Volumen. Höhere Limits, breitere Wettmärkte, manchmal mehr Live-Märkte, oft ein Bonusprogramm, das Schweizer Veranstalter in dieser Form nicht anbieten. Was sie nicht bieten, ist die Sicherheit, die die Schweizer Aufsicht bietet: keine Garantie, dass Quoten fair berechnet sind, keine Garantie, dass Auszahlungen pünktlich erfolgen, keine Schweizer Anlaufstelle, falls ein Konto gesperrt wird. Im schlimmsten Fall kann die Schweizer Staatsanwaltschaft Einsätze und Gewinne im Strafverfahren gegen den Anbieter einziehen, weil das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung strafbar ist.

Für Schweizer Spieler heisst das: Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, nimmt diese Risiken bewusst in Kauf. Wer Tennis auf Sporttip oder Jouez Sport wetten will, hat kein Volumen, dafür Aufsicht und Schutz. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, hat Volumen, dafür kein Schutz. Das ist die ehrliche Trennlinie, und sie ist im Markt der Online-Sportwetten die wichtigste Information überhaupt.

Bonus und Quotenboost: was Sporttip wirklich bietet

Die Bonus-Landschaft in der Schweiz ist ungewöhnlich. Ausländische Anbieter werben mit «100 Prozent Bonus» auf die erste Einzahlung und «risikofreien Wetten»; Sporttip und Loterie Romande halten sich an die Werberegeln des BGS, die intrusive und irreführende Werbung verbieten und Werbung für nicht bewilligte Glücksspiele unter Strafe stellen. Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; 2025 hat die Gespa 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt.

Was Sporttip konkret anbietet, sind Quotenboosts, Profitboosts und der Kombiboost. Quotenboosts erhöhen die Quote einer Prematch-Einzelwette auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert, und bei Cash-out verfällt der Boost. Der Kombiboost belohnt Kombinationswetten mit vier oder mehr Voraussagen zu Mindestquote 1.50; die Bonushöhe staffelt sich nach Anzahl der Voraussagen.

Das ist kein Bonus im klassischen Sinn. Es ist ein Mechanismus, der den möglichen Gewinn erhöht, aber das Risiko nicht reduziert. Eine Quote, die von 1.85 auf 2.20 geboostet wird, gewinnt im Erfolgsfall mehr, verliert aber im Misserfolgsfall genau gleich. Eine 15-fach-Kombi mit 100 Prozent Boost auf den Nettogewinn gewinnt im Erfolgsfall doppelt so viel, verliert aber auch mit doppeltem Einsatz. Der Boost verändert die Auszahlungsstruktur, nicht die Trefferwahrscheinlichkeit.

Wer das Marketing-Vokabular versteht, sieht den Boost als das, was er ist: eine etwas höhere Auszahlung im Erfolgsfall, die der Veranstalter mit der besseren Quote gegen die schlechtere Marge einkauft. Es ist kein Geschenk, und es ist kein risikofreier Einstieg. Es ist eine Variante der Wette, die sich für Spieler mit einer klaren Meinung zum Ausgang eher lohnt als für Spieler, die den Boost als Grund nehmen, eine Wette zu platzieren, die sie sonst nicht platziert hätten.

Zahlungen, Auszahlung und Steuern

Die Auszahlung bei Sporttip folgt klaren Regeln. Gewinne und Saldo werden auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt; anonyme Auszahlungen oder Kryptowährungen sind nicht möglich. Der Veranstalter darf keine Kredite an Spieler vergeben, was heisst, dass kein «Wettkredit»-Modell existiert, wie es ausländische Anbieter teilweise anbieten. Die Auszahlungsdauer hängt von der Zahlungsmethode ab, die der Veranstalter anbietet; in der Regel sind Banküberweisungen im einstelligen Werktagbereich, E-Wallets schneller.

Die Besteuerung von Wettgewinnen folgt einer eigenen Logik. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei; der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000. Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich, weshalb die pauschale Aussage «je nach Kanton» korrekt ist. Oberhalb des Freibetrags zieht der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ab, die der Spieler durch Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückholen kann. Für typische Wettgewinne unter dem Freibetrag fällt weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer an.

Gewinne von ausländischen Anbietern fallen nicht unter die Verrechnungssteuer, weil die ausländische Veranstalter diese Steuer nicht abführen. Die kantonale Praxis ist uneinheitlich; der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen unabhängig von der Höhe. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt und einen grösseren Gewinn erzielt, sollte die kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater fragen, bevor er den Gewinn ausgibt. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz existiert nicht. Der Einsatz wird nicht besteuert; die einzige Steuer, die anfallen kann, ist die Verrechnungssteuer auf Gewinne oberhalb des Freibetrags. Wer einen Einsatz von CHF 100 platziert und CHF 200 gewinnt, hat CHF 100 Gewinn gemacht, der unterhalb des Freibetrags einkommensteuerfrei ist. Wer CHF 1’100’000 gewinnt, hat die Verrechnungssteuer auf dem Betrag oberhalb des Freibetrags zu tragen, was bei der Auszahlung bereits abgezogen wird.

Häufige Fragen

Welche Tennisturniere dürfen in der Schweiz online gewettet werden?

Die Gespa führt eine geschlossene Liste bewilligter Wettbewerbe, die laufend aktualisiert wird. Die vier Grand Slams Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open sind in der Regel enthalten, ebenso die grossen ATP- und WTA-Turniere. Welche Challenger- oder ITF-Turniere verfügbar sind, hängt von der aktuellen Listenversion ab und sollte vor jeder Wette im Sporttip- oder Jouez-Sport-Programm geprüft werden. Wettbewerbe, die nicht auf der Liste stehen, dürfen nicht angeboten werden.

Wie funktionieren Livewetten im Tennis, und was bedeutet Cash-out?

Livewetten werden während eines laufenden Matches platziert; die Quoten ändern sich mit jedem Punkt. Bei Sporttip wird die Wette unabhängig davon angenommen, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Cash-out ist eine Funktion, die die Wette vorzeitig zurückkauft, zu einem Betrag, der unter dem möglichen Gewinn bei regulärem Ausgang liegt. Cash-out gibt es bei Sporttip nur online, nur als vollständiges Cash-out und nicht für jeden Markt garantiert.

Was bedeutet ein Match-Tie-Break anstelle des dritten Satzes für Wetten auf Satz und Match?

Ein Match-Tie-Break ersetzt bei vielen Turnieren den dritten Satz und wird bis zehn Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gespielt. Für die Wette heisst das: Eine Wette auf «Satz für Spieler A» im dritten Satz wird in der Regel als verloren gewertet, wenn kein vollständiger Satz ausgespielt wird, und Handicap-Wetten auf Satzdifferenz können hinfällig werden. Bei den Grand Slams gibt es dieses Problem nicht, weil dort der dritte Satz bei den Damen und der dritte, vierte und fünfte Satz bei den Herren immer ausgespielt werden.

Wie hängen Quote, Marge und implizierte Wahrscheinlichkeit bei Tennisquoten zusammen?

Die Quote ist das Inverse der implizierten Wahrscheinlichkeit: Eine Quote 2.00 entspricht 50 Prozent, eine Quote 1.50 entspricht 66.7 Prozent. Addiert man die implizierten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge eines Marktes, kommt man auf über 100 Prozent; der Überhang ist die Marge des Veranstalters. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Seiten 1.90 liegt die Marge rechnerisch bei rund 47 Prozent – ein extremes Beispiel, das die Mechanik zeigt, nicht den Markt beschreibt. Reale Tennisquoten auf zwei gleich starke Spieler liegen eher bei 1.85/1.95, was einer Marge von rund 5 Prozent entspricht.

Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wie lange dauert es, bis eine Erhöhung wirkt?

Vor der ersten Wette setzt der Spieler bei Sporttip Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, mit Obergrenze CHF 9’999 für volljährige Spieler und CHF 1’000 für Spieler unter 21 Jahren. Eine Senkung der Limite greift sofort; eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Wer sich selbst sperren will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage ausschliessen, ohne Möglichkeit der Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt für Casinos und Liechtenstein.

Wie lässt sich eine Tennisprognose mit Form, Belag und Statistik begründen, und warum bleibt sie unsicher?

Eine Tennisprognose stützt sich auf vier Bausteine: die Form der letzten Wochen, den Belag (Sand, Hartplatz, Rasen), die direkten Duelle und statistische Werte wie Aufschlag- und Tie-Break-Effizienz. Alle vier Bausteine können korrekt sein, und die Wette verliert trotzdem, weil Tennis eine hohe Match-Varianz hat und der Gegner einen aussergewöhnlichen Tag haben kann. Eine begründete Erwartung ist kein sicheres Ergebnis, und eine Prognose ist kein System, das langfristig Gewinn bringt.

Inhalt erstellt vom Team «fussballwettenportal»