EM-Sieger-Quoten 2026: Was Schweizer Wettende wirklich bekommen

Updated Oktober 2026
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Ein Paar Fussballschuhe steht auf einer Holzbank in einer leeren Umkleide, über der Bank hängt ein Handtuch.

Die nächste Fussball-Europameisterschaft wird 2028 in England, Schottland, Wales und Irland ausgetragen, Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff, Finale am 9. Juli 2028 in London. Wer jetzt nach Sieger-Quoten für eine «EM 2026» sucht, sucht ein Turnier, das nicht stattfindet. Die letzte Ausgabe war die EM 2024 in Deutschland, bei der Spanien England am 14. Juli 2024 im Berliner Olympiastadion mit 2:1 besiegte und seinen vierten Titel holte. In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide führen eine Siegerwette im Programm, beide kalkulieren ihre eigene Marge in die Quote ein, beide verlangen einen Wohnsitz im Vertragsgebiet. Wer eine Siegerwette auf eine zukünftige EM platzieren will, kann das bei genau diesen beiden Anbietern tun. Was die Quote bedeutet, wie die Marge darin steckt und was ein gebundener Einsatz bis zum Turnierende kostet, zeigt dieser Überblick.

Im EM-Finale 2024 am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin besiegte Spanien England mit 2:1 und gewann seinen vierten EM-Titel.

Aktualisiert am Oktober 18, 2026 · Geprüft gegen die Gespa-Liste und die Spielregeln von Swisslos und Loterie Romande

Verlustlimiten und Sperre: der Schweizer Spielerschutzrahmen

Wer in der Schweiz eine Sportwette abschliesst, setzt sich selbst Limits, bevor der erste Franken fliest. Bei Swisslos sind das Verlustlimiten für einen, sieben und 30 Tage mit einer Obergrenze von CHF 9’999 pro Spieler, für unter 21-Jährige CHF 1’000. Eine Senkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – die gesetzliche Mindestfrist beträgt 24 Stunden, Swisslos und Loterie Romande haben sie freiwillig verlängert. Zusätzlich kann pro 30-Tage-Periode eine freiwillige Einzahlungslimite gesetzt werden. Wer seine eigenen Limits nicht setzen will, kommt gar nicht erst zur Kasse: Online-Teilnahme braucht eine Selbstlimitierung.

Ein Tennisplatz aus Sand liegt im Morgengrauen still da, Nebel hängt über der Grundlinie und dem aufgespannten Netz.
Die Fussball-Europameisterschaft 2028 findet mit 24 Nationen statt; Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Daneben sieht das Geldspielgesetz eine Spielsperre vor. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Sperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Online-Casinos sowie für das Fürstentum Liechtenstein. Spielsperren sind ein Schutz, der für denjenigen funktioniert, der ihn nutzt; eine Selbstlimitierung wirkt nur, wenn sie eingehalten wird, und eine Sperre wirkt, bis sie abläuft.

Was eine Sperre tatsächlich auslöst

Eine Selbstsperre blockiert die Wettannahme sofort. Wer bereits Einsatz gebucht hat, kann ihn nicht mehr zurückziehen, die Wette läuft weiter. Das Geld auf dem Spielkonto wird gemäss den jeweiligen Spielregeln behandelt: meist ausgezahlt, sofern die Identität verifiziert ist. Bei einer behördlichen Spielsperre wegen Überschuldung oder Spielsucht gilt das Sperrregister schweizweit – Swisslos, Loterie Romande und die Swiss Casinos teilen diese Daten.

Warum Limits nicht nur Formalität sind

Die Limits zwingen zu einer Frage, die vor dem Turnierbeginn gestellt wird und nicht erst, wenn Spanien im Halbfinale steht. Wer sechs Wochen Fussball wetten will, sollte die Limite so setzen, dass sechs Wochen reichen, ohne dass nachgeladen werden muss. Eine konsequente Tiefsetzung am Anfang ist in den meisten Fällen ehrlicher als ein späterer Reflex, das Verlustkonto aufzustocken.

Zahlungswege und Auszahlung: Franken, eigenes Konto, kein Ausweg über Krypto

Gewinne werden in der Schweiz auf ein Konto auf den eigenen Namen überwiesen, das ist eine regulatorische Vorgabe und keine Kulanz. Anonyme Auszahlungen, Auszahlungen an Dritte oder Kryptowährungen existieren bei Swisslos und Loterie Romande nicht. Beide veranstalten Sportwetten nur in Franken, was die Frage «in Euro oder in CHF?» gegenstandslos macht – für den Wettschein gilt der Franken, unabhängig davon, woher der Spieler kommt.

Bei Swisslos liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen – sie verschwindet nicht einfach, sondern wird abgelehnt. Loterie Romande setzt die untere Grenze für Online-Wetten bei CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), den Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 500 und den Gesamteinsatz eines Multiples-Wettscheins bei CHF 7’500. Wer an der Höchstgrenze operiert, schreibt viele kleine Scheine statt einen grossen.

Auszahlungswege und -dauer

Bei beiden Anbietern wird der Gewinn auf das hinterlegte Schweizer Bank- oder Postkonto überwiesen. Die genauen Bearbeitungszeiten hängen vom gewählten Zahlungsmittel ab und stehen in den jeweiligen Spielregeln – von der Online-Überweisung über die Gutschrift auf das Spielkonto bis zur Auszahlung verstreichen je nach Bank ein bis drei Werktage. Cash-Out ist bei Sporttip nur online verfügbar, nur als vollständige Auszahlung, und lässt sich nach der Ausführung nicht mehr rückgängig machen.

Was bei einer Auszahlung über die Bühne gehen muss

Online-Registrierung verlangt bei Swisslos mindestens 18 Jahre, einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet sowie keine bestehende Spielsperre, jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Identität wird über einen hochgeladenen Ausweis geprüft, die Daten werden gegen Adressdatenbanken abgeglichen. Ohne diese Prüfung läuft weder Einzahlung noch Auszahlung – eine Hürde, die bei ausländischen Anbietern oft fehlt, dafür aber den Schutzrahmen schweizweit aktiviert.

Siegerwette und Turnierform: was die Quote hergibt und woran sie sich aufhängt

Wer auf den Turniersieger wettet, bleibt in der Regel bis zum Finale investiert. Eine Siegerwette wird nicht vor Turnierende abgerechnet, ein vorzeitiger Ausstieg ist über Cash-Out bei Langzeitwetten möglich, aber nicht garantiert und nur bei Sporttip online verfügbar. Daraus ergibt sich die Bindungsdauer: Wer im November 2026 auf den Sieger der EM 2028 setzt, hat sein Geld im Juli 2028 noch immer auf dem Wettschein, falls die Mannschaft überhaupt so weit kommt.

Die EM 2028 wird mit 24 Nationen ausgetragen, gespielt wird in sechs Vierergruppen, danach folgen Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale. Ein Spiel um Platz drei findet nicht statt. Die Qualifikation läuft in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams, zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt; die Auslosung ist am 6. Dezember 2026 in Belfast. Wer vor diesem Datum wettet, wettet gegen Mannschaften, deren Qualifikation mathematisch noch offen ist.

Wie eine Quote entsteht

Eine Siegerquote spiegelt implizite Wahrscheinlichkeiten wider. Eine Quote von 6.00 liest sich als rund 16,7 % implizite Wahrscheinlichkeit – aber nur, wenn keine Marge im Preis steckt. Bei einer illustrativen Zweiwegequote von 1.90 / 1.90 summieren sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten zu 1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90 = 105,26 %, der Buchmacher-Begriff dafür ist Überrundung. Die Marge, also das, was vom Umsatz im Schnitt beim Veranstalter bleibt, beträgt 100 % − (1 / (1/1.90 + 1/1.90)) ≈ 5,0 % auf diesem Mustermarkt. Bei einer Siegerwette mit 20 Mannschaften im Feld liegt die Marge typischerweise zwischen 20 und 35 %, weil der Buchmacher auf vielen Ausgängen gleichzeitig Geld halten muss.

Folgen für den Spielenden

Eine Marge von 20 % auf einer Siegerwette heisst: Wer 100 Franken auf den späteren Sieger setzt, gewinnt den aufgerundeten Auszahlungsbetrag, der effektive Erwartungswert über alle möglichen Sieger ist aber um die Marge reduziert. Die Quote sieht grosszügig aus, das Unterfangen rechnet sich nicht von selbst. Hinzu kommen die Limits – ein Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Wette bei Swisslos, CHF 500 bei Loterie Romande setzt dem Glücksspiel eine harte Kappe auf, auch wenn die Quote reizvoll wäre.

Wettmärkte auf eine Europameisterschaft: Sieger, Gruppensieger, Torschützen

Swisslos und Loterie Romande bieten beide Siegerwetten auf die Europameisterschaft an, dazu Gruppensiegerwetten und in der Regel Torschützenwetten auf den Torschützenkönig des Turniers. Was nicht angeboten wird, sind Eckball- oder Kartenmärkte – die Gespa-Liste erlaubt diese Wetten nicht. Auch Frauenfussball ist nur insoweit zugelassen, wie er auf der Gespa-Liste steht; die grossen Turniere sind dort enthalten, die Amateurliga darunter oft nicht.

Die Gespa-Liste ist eine geschlossene Liste: Was draufsteht, darf angeboten werden, was nicht, fällt durch. Esports erscheint auf der Liste nicht, virtuelle Sportarten sind im Schweizer Rechtsrahmen nicht geregelt – beide Themen sind bei den Schweizer Veranstaltern kein Wettgegenstand. Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind ebenfalls nicht zugelassen.

Die Siegerwette im Detail

Die Siegerwette ist eine Einzelwette mit langer Laufzeit. Der Wettschein wird platziert, der Einsatz gebunden, der Gewinn erst am Turnierende ausgezahlt. Cash-Out funktioniert bei Sporttip auch bei Langzeitwetten online, aber nur als vollständiger Ausstieg, nicht teilweise; eine Garantie für jeden Markt gibt es nicht – Swisslos behält sich vor, Cash-Out nicht anzubieten, wenn die Liquidität fehlt. Ist kein Cash-Out verfügbar, bleibt der Einsatz bis zum Ende der EM gebunden.

Kombiwetten und der Kombiboost

Wer nicht nur den Sieger tippt, sondern zusätzlich auf Gruppensieger und Torschützenkönig setzt, kann das in einer Kombination bündeln – vorausgesetzt, die Wetten sind voneinander unabhängig. Swisslos kombiniert voneinander abhängige Ereignisse derselben Sportveranstaltung ausschliesslich über die Bet-Builder-Funktion; nimmt die Annahme irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann Swisslos die ganze Kombiwette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Sporttip-Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50, der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen – Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert, der Boost verfällt bei einem Cash-Out.

Quoten- und Profitboosts im Prematch-Einzelwetten-Bereich

Quotenboosts erhöhen die angezeigte Quote einer Einzelwette, Profitboosts den Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind bei Sporttip nur online, nur für Prematch-Einzelwetten und pro Spieler nur einmal nutzbar. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Wer auf den Europameisterschafts-Sieger mit einem Boost wettet, sollte die kleine Fussnote lesen: «bis maximal» steht meist im Kleingedruckten.

Wie Sporttip Gewinne rundet

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, die wiederum das Produkt der Einzelquoten ist. Der Gewinn wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet – bei grossen Kombis können dabei einige Rappen verschwinden, bei kleinen Wetten fällt es nicht ins Gewicht. Loterie Romande nutzt eine ähnliche Logik: Eine Einzel- oder Kombiquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen; der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000.

Zwei Anbieter, ein geschlossener Markt: Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport

In der Schweiz ist der Markt für Sportwetten geschlossen. Swisslos und Loterie Romande haben das Monopol, alles andere ist unerlaubt. Ein Vergleich der beiden ist daher kein Wettbewerb wie bei ausländischen Buchmachern, sondern eine Gegenüberstellung zweier öffentlicher Veranstalter mit unterschiedlichen Vertragsgebieten. Wer in einem Kanton des Swisslos-Gebiets wohnt, kann kein Konto bei Loterie Romande eröffnen, und umgekehrt – die Online-Registrierung ist an den Wohnsitz gebunden.

Die Frage «welcher Anbieter hat die bessere Quote?» reduziert sich auf eine sehr kleine Zahl vergleichbarer Siegerquoten. Beide Veranstalter kalkulieren ihre eigene Marge ein, beide aktualisieren die Preise mit neuen Informationen über Verletzungen, Form und Auslosung. Welcher Anbieter für wen passt, hängt nicht primär am Preis, sondern am Wohnsitz, am Limitsregime und an der Frage, ob die Wette online oder am Verkaufsladen platziert wird.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter / Bewilligungslage
Swisslos Sporttip Gespa (Veranstalterbewilligung BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel · IKV 2020
Loterie Romande Jouez Sport Gespa (Veranstalterbewilligung BGS) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne · IKV 2020
Rollbit keine Schweizer Bewilligung ausländisch (kein Schweizer Schutz, kann auf der Gespa-Sperrliste stehen)
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung ausländisch (kein Schweizer Schutz, kann auf der Gespa-Sperrliste stehen)
BetLabel keine Schweizer Bewilligung ausländisch (kein Schweizer Schutz, kann auf der Gespa-Sperrliste stehen)
Betscore keine Schweizer Bewilligung ausländisch (kein Schweizer Schutz, kann auf der Gespa-Sperrliste stehen)
Betovo keine Schweizer Bewilligung ausländisch (kein Schweizer Schutz, kann auf der Gespa-Sperrliste stehen)
ZotaBet keine Schweizer Bewilligung ausländisch (kein Schweizer Schutz, kann auf der Gespa-Sperrliste stehen)
N1 Bet keine Schweizer Bewilligung ausländisch (kein Schweizer Schutz, kann auf der Gespa-Sperrliste stehen)
AmunRa keine Schweizer Bewilligung ausländisch (kein Schweizer Schutz, kann auf der Gespa-Sperrliste stehen)

Die Tabelle zeigt klar: Nur die ersten beiden Zeilen sind in der Schweiz erlaubt. Die anderen acht Marken haben keine Schweizer Bewilligung, eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft, und das Schweizer Sperrregister greift bei ihnen nicht. Wer dort einzahlt, riskiert die Sperrung der Domain, den Verlust des Zugriffs auf seinen Account und keine Schweizer Rekursmöglichkeit.

Was eine Europameisterschaft ausmacht: Historisches zum Mitlesen

Seit 2016 spielen 24 Mannschaften an einer EM, vorher waren es von 1996 bis 2012 sechzehn Teams. Rekordsieger ist Spanien mit vier Titeln, Deutschland folgt mit drei Titeln aus den Jahren 1972, 1980 und 1996. Cristiano Ronaldo hält den Torrekord mit 14 EM-Toren – eine Zahl, die auch zeigt, wie vielseitig ein Turnier über vier Wochen sein kann. Die Europameisterschaft wird von der UEFA veranstaltet und findet alle vier Jahre statt.

Bei der EM 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Insgesamt verfolgten 2’681’288 Zuschauer die 51 Spiele der Endrunde in Deutschland. Solche Zahlen landen nicht direkt in der Quote, sie erklären aber, warum eine Mannschaft nach einem starken Turnier in der nächsten Siegerwette nicht mehr die Quote eines Geheimfavoriten hat.

Wer wann wo antritt

Die EM 2028 ist die zweite Endrunde mit 24 Mannschaften im britisch-irischen Raum. Sechs Vierergruppen bestimmen die Achtelfinalisten, ein Spiel um Platz drei gibt es nicht. Die Auslosung der Qualifikationsgruppen ist am 6. Dezember 2026 in Belfast. Wer bis dahin wettet, wettet gegen ein Feld, das sich noch sortiert – wer danach wettet, kennt die Wege der Mannschaften durch die Qualifikation.

Rechtslage: zwei Veranstalter, geschlossene Liste, strenger Werberahmen

Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) definiert Sportwetten als Grossspiel und unterstellt sie der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) ist nicht zuständig – sie beaufsichtigt Casinos. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21-25 BGS); sie «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Eine ausländische Lizenz – aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land – hat hier keine Kraft.

Ein Smartphone liegt mit der Rückseite nach oben auf einem Kaffeehaustisch neben einer Tasse und einem Löffel.
Bei der Fussball-Europameisterschaft 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Die Kantone haben die Veranstalter auf zwei begrenzt: Swisslos für die Deutschschweiz, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein, Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Eine Online-Kontoeröffnung braucht den Wohnsitz im Vertragsgebiet (Art. 47 Abs. 3 VGS). Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher existiert nicht, weil es keine weiteren gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste mit blockierten ausländischen Domains. Reinerlöse fliessen in gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS).

Was beworben werden darf und was nicht

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein, nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen gerichtet sein (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte die Gespa 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Was ein konkreter Anbieter an Bonus ausgibt, steht nur in den jeweiligen Spielregeln – die Seite selbst druckt keinen Code.

Offshore-Anbieter: was fehlt, wenn die Bewilligung fehlt

Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung kann in der Schweiz keine Sportwette anbieten. Wer dort spielt, hat keinen Schweizer Schutz: kein Zugang zum hiesigen Sperrregister, keine Schweizer Rekursstelle, keine Spielsucht-Hilfe in der Nähe, keine Schweizer Aufsicht. Die Gespa setzt die Anbieter-Domains auf die Sperrliste, Schweizer Telekomanbieter blockieren den Zugang über DNS (Art. 86-93 BGS); die Liste umfasste Ende 2025 671 Domains. Die Sperrung wird ersetzt, sobald der Anbieter die Domain wechselt – die Gespa nennt dieses Vorgehen Domain-Hopping. Für den Spielenden heisst das: Wer sich auf einem ausländischen Anbieter einloggt, hat in der Schweiz keine Handhabe, falls der Anbieter die Auszahlung verzögert, die Wette storniert oder das Konto sperrt.

Steuern: der Freibetrag und die kantonale Praxis

Bei Swisslos und Loterie Romande gewonnene Beträge sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn – die bundesrechtliche Grenze liegt seit 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400). Über dieser Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich, weshalb der Satz «je nach Kanton» in jedem seriösen Überblick steht – wer eine konkrete Auskunft braucht, fragt die kantonale Steuerverwaltung.

Auf Gewinne ausländischer Anbieter fällt keine Schweizer Verrechnungssteuer an, aber einzelne Kantone wie Thurgau behandeln sie als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Eine Wettsteuer auf den Einsatz, wie sie in anderen Ländern existiert, gibt es in der Schweiz nicht.

Was eine typische Wette steuerlich auslöst

Ein Gewinn von CHF 200 auf einer Siegerwette liegt unterhalb des Freibetrags, ist einkommenssteuerfrei und löst keine Verrechnungssteuer aus. Wer in einem Kanton mit höherem Freibetrag wohnt, hat ebenfalls nichts zu versteuern. Wer hingegen bei einem Offshore-Anbieter spielt und in Thurgau wohnt, muss den Gewinn als Einkommen versteuern – die fehlende Schweizer Bewilligung ist also nicht nur ein Compliance-Thema, sondern ein reales Steuerrisiko.

Anbieter im Profil

Swisslos Sporttip

Swisslos ist als Genossenschaft mit Sitz in Basel Trägerin des Sportwettenangebots Sporttip, bewilligt nach der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Online teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet und ohne bestehende Spielsperre.

Die Sporttip-Plattform bietet Siegerwetten, Gruppensieger und Torschützenwetten auf die EM 2028 an, dazu Prematch- und Livewetten. Cash-Out ist nur online verfügbar und nur vollständig – ein teilweises Cash-Out ist nicht vorgesehen. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette. Sporttip ist die richtige Anlaufstelle für Wettende aus der Deutschschweiz und dem Tessin, die den Schweizer Rechtsrahmen mit all seinen Limits akzeptieren und dafür Cash-Out, Kombiboost und eine breite Prematch-Palette nutzen wollen.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone (FR, GE, JU, NE, VD, VS) und betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Romandie. Online ist die Plattform für Spielende mit Wohnsitz im Vertragsgebiet und ab 18 Jahren zugänglich; eine Registrierung erfordert die übliche Identitätsprüfung. Die Online-Spielregeln (Règlement Jouez Sport, 17e édition, September 2024) regeln Einsätze, Limits und Gewinnhöhen.

Der Mindesteinsatz online liegt bei CHF 2, der Höchsteinsatz bei CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette, der maximale Gesamteinsatz eines Multiples-Wettscheins bei CHF 7’500. Eine Einzel- oder Kombiquote muss zwischen 1.10 und 100’000 liegen, der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, über alle Wetten eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Die Quote pro Wette oder die Gesamtquote einer Kombi bestimmt, was am Ende ausgezahlt wird. Loterie Romande ist die richtige Plattform für Wettende aus der Westschweiz, die eine breite Verkaufsstellen-Infrastruktur schätzen und mit den tieferen Online-Höchsteinsätzen zurechtkommen – die niedrigeren Limits sind beim Massenpublikum weniger einschneidend als bei Systemspielern.

Rollbit (ohne Schweizer Bewilligung)

Rollbit ist ein Offshore-Anbieter mit Lizenz im Ausland, ohne Schweizer Veranstalterbewilligung. In der Schweiz gilt die Plattform als nicht bewilligt; eine ausländische Lizenz hat gemäss Art. 4 BGS keine Kraft. Wer dort einzahlt, hat keinen Zugang zum Schweizer Sperrregister und keine Schweizer Rekursstelle; die Domain kann jederzeit auf der Gespa-Sperrliste landen und der Zugriff via Schweizer ISP gesperrt werden. Rollbit ist nur für Spielende eine Option, die bewusst auf den Schweizer Rechtsrahmen verzichten – was selten eine rationale Entscheidung ist, weil die Sicherheitseinbussen grösser sind als die oft zitierten «besseren Quoten».

Bruce Bet (ohne Schweizer Bewilligung)

Bruce Bet hat keine Schweizer Bewilligung und fällt damit in dieselbe Kategorie wie Rollbit. Eine Lizenz im Ausland hat hier keine rechtliche Wirkung; wer dort spielt, spielt ohne Schweizer Schutzmechanismen. Die Plattform kann jederzeit DNS-seitig gesperrt werden. Bruce Bet ist für Schweizer Wettende keine tragfähige Option und wird hier nur erwähnt, weil Schweizer Spielerinnen und Spieler den Namen im Internet finden werden.

BetLabel (ohne Schweizer Bewilligung)

BetLabel hat keine Schweizer Bewilligung und ist damit rechtlich ein Offshore-Anbieter. Die Gespa-Sperrliste setzt Domains, die blockiert werden sollen – bei einer Aufnahme ist der Zugang aus Schweizer IP-Bereichen unterbrochen. Wer das Konto auflösen will, muss sich an den Anbieter direkt wenden, mit eingeschränkten Schweizer Rechtsmitteln. BetLabel ist keine Alternative zu Swisslos oder Loterie Romande und sollte bei einer Recherche nach «Schweizer Buchmacher» aussortiert werden.

Betscore (ohne Schweizer Bewilligung)

Betscore ist ein weiterer Offshore-Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Auch hier gilt: Eine Lizenz im Ausland hat in der Schweiz keine Kraft, und ein Sperrlisteneintrag kann die Domain blockieren. Betscore ist für Schweizer Wettende keine reguläre Anlaufstelle und wird erwähnt, weil der Name bei Suchanfragen auftaucht.

Betovo (ohne Schweizer Bewilligung)

Betovo ist ein Offshore-Anbieter ohne Schweizer Veranstalterbewilligung. Die Plattform kann von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt werden, der Schweizer Zugang wird blockiert. Schweizerinnen und Schweizer, die dort einzahlen, spielen ausserhalb des hiesigen Schutzrahmens und können sich nicht an die Schweizer Aufsicht wenden.

ZotaBet (ohne Schweizer Bewilligung)

ZotaBet hat keine Schweizer Bewilligung und gehört in die Offshore-Kategorie. Auch hier ist die Schweizer Schutzlosigkeit der Hauptpunkt: kein Zugang zum Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, keine kantonale Spielsuchthilfe. Eine seriöse Siegerwette auf eine Europameisterschaft läuft über Swisslos oder Loterie Romande, nicht über ZotaBet.

N1 Bet (ohne Schweizer Bewilligung)

N1 Bet ist ein Offshore-Anbieter ohne Schweizer Bewilligung und damit aus Schweizer Sicht nicht zugelassen. Die Gespa-Sperrliste kann die Domain jederzeit blockieren; Schweizer Spielende haben keine aufsichtsrechtliche Handhabe. N1 Bet fällt durch das Raster der Schweizer Regulierung und sollte bei der Wahl eines Anbieters übergangen werden.

AmunRa (ohne Schweizer Bewilligung)

AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung und fällt in dieselbe Kategorie wie die anderen Offshore-Anbieter dieses Vergleichs. Der Schweizer Rechtsrahmen greift hier nicht, eine Lizenz aus dem Ausland hat keine Wirkung, und das Schweizer Sperrregister ist für diese Plattform nicht erreichbar. AmunRa ist keine reguläre Adresse für Schweizer Wettende und dient im Vergleich nur als Beleg, dass es Anbieter gibt, die in den Suchergebnissen auftauchen, ohne dass der Schweizer Rechtsrahmen für sie gilt.

Häufige Fragen

Wie wird die Siegerquote einer EM berechnet und was bedeutet die Marge?

Die Siegerquote ist der Kehrwert der impliziten Wahrscheinlichkeit plus der Marge. Bei einer illustrativen Zweiwegequote von 1.90 / 1.90 summieren sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten zu rund 105,3 %, die Marge liegt bei rund 5,0 %. Bei einem realen Sieger-Markt mit 20 Teams liegt die Überrundung typischerweise zwischen 20 und 35 % – das ist der Anteil, der nicht ausgezahlt, sondern beim Veranstalter einbehalten wird. Wer die Quote als Prognose liest, übersieht genau diesen Anteil.

Wann findet die nächste EM statt und welche Ausgabe wurde zuletzt gespielt?

Die nächste Fussball-Europameisterschaft findet vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland statt, das Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Die letzte Endrunde war die EM 2024 in Deutschland vom 14. Juni bis 14. Juli 2024, in der Spanien England im Finale mit 2:1 besiegte und seinen vierten Titel gewann. Eine EM im Jahr 2026 findet nicht statt.

Bieten Sporttip und Jouez Sport Wetten auf den Europameister an, und was regelt die Gespa-Liste?

Ja, beide Schweizer Veranstalter bieten Siegerwetten auf die EM an. Die Gespa-Liste legt fest, welche Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen bewilligt sind – sie ist eine geschlossene Liste, nicht ein Rahmen, der alles erlaubt, was nicht explizit verboten ist. Nur was auf dieser Liste steht, darf in der Schweiz als Sportwette angeboten werden; alles andere fällt durch, einschliesslich Esports-Wetten und Wetten auf Amateurfussball ausserhalb der genannten Turniere.

Wie liest man aus einer Quote wie 6.00 die implizite Wahrscheinlichkeit ab?

Die implizite Wahrscheinlichkeit ist 1 ÷ Quote, also bei 6.00 rund 16,7 %. Enthält der Markt eine Marge, summieren sich die reziproken Quoten aller Ausgänge auf über 100 %. Eine einzelne Quote ohne Marktkontext erlaubt keine Aussage über die wirkliche Wahrscheinlichkeit – sie zeigt nur die Sicht des Veranstalters, inklusive seines Sicherheitszuschlags. Wer Wahrscheinlichkeiten vergleichen will, muss den Markt vollständig kennen, nicht nur einen Preis.

Wie lange bleibt der Einsatz auf den Turniersieger gebunden und kann er vorzeitig ausbezahlt werden?

Eine Siegerwette läuft bis zum Ende des Turniers und wird nach dem Finale abgerechnet. Bei Sporttip ist Cash-Out für Langzeitwetten online verfügbar, aber nur als vollständige Auszahlung und ohne Garantie für jeden Markt. Loterie Romande bietet Cash-Out nur nach ihrer eigenen Verfügbarkeit an. Wer den Einsatz vorzeitig zurückholen will, geht das Risiko ein, dass Cash-Out gerade nicht angeboten wird, und sitzt den Einsatz sonst bis zum Schluss aus.

Inhalt erstellt vom Team «fussballwettenportal»